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Ganzjahresreifen im Test: Nur einer gibt alles

Дата публикации: 01-07-2026 09:10:15

Ob Rekord­hitze oder Dauerfrost: Allwetter-Pneus sollen in jeder Lage zurecht­kommen. Der ADAC hat 16 Modelle für Kleinwagen getestet. Fünf sind nicht wintertauglich.

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Die Nach­frage nach Reifen, die auf 50 Grad heißem Asphalt im Sommer ebenso so gut und sicher rollen wie bei Eis, Schnee oder Starkregen, hält an. Der Markt für Ganz­jahres­reifen wächst laut dem Bundes­verband Reifen­handel als einziger im privaten KfZ-Segment. Viele ersparen sich so die zwei Reifen­wechsel im Jahr.

Kleine Klasse, großer Bedarf

Doch fahren sie auch sicher und passt wirk­lich einer für alles? Um das heraus­zufinden, hat der ADAC erneut 16 Ganz­jahres­reifen getestet, dieses Mal in der Größe 185/65 R15 88H. Die ist weit verbreitet, rollt auf ihr doch eine Vielzahl von Modellen aus der Kleinwagen- sowie der unteren Mittel­klasse. Dazu zählen etwa Audi A1, Hyundai i20, Dacia Sandero, Škoda Fabia oder Opel Corsa.

Testsieger Continental über­zeugt

Als einziger Reifen erzielt der Continental AllSeasonContact 2 ein gutes Gesamt­urteil. Ab 81 Euro zu haben, über­zeugt er die Tester vor allem bei der Fahr­sicherheit in allen Straßenlagen, zu allen Jahres­zeiten. Seine Lauf­leistung von 41.300 Kilo­meter, dürfte aber höher sein. Er verpasst daher knapp eine gute Note in der Umwelt­bilanz. Dennoch ist er laut ADAC eine klare Kauf­empfehlung.

Michelin rollt am längsten

Dahinter folgen mit einer Gesamt­note von 2,6 der Pirelli Cintur­ato All Season SF 3 (ab 86 Euro) sowie der Michelin Cross­Climate 2 (ab 90 Euro). Der Pirelli hat bei Winter­verhält­nissen einen schlechteren Grip, der Michelin auf nasser Fahr­bahn. Aber was Reifen­abrieb und Lauf­leistung angeht, liegen beide vor dem Testsieger. Der Michelin erzielt in der Umwelt­bilanz sogar den besten Wert im Test.

Fünf Mal Zweifel an der Wintertauglich­keit

Von fünf Modellen rät der ADAC ganz ab und vergibt die Note Mangelhaft:

  • Norauto 4 Seasons 2 (A.T.U-Eigenmarke)
  • Brid­gestone Weather Control A005-Evo
  • Masters­teel All Weather 2, Roadhog RGAS02
  • Tomason Allseason.

Diese Reifen hätten vor allem bei Schnee, Matsch und Glätte erhebliche Schwächen, sodass die Tester „ein dickes Fragezeichen hinter der Wintertauglich­keit“ setzen. Und das obwohl sie laut ADAC alle­samt das sogenannte Alpine-Symbol trügen, das sie offiziell als Winterreifen deklariert. Das Berg-Piktogramm mit Schnee­flocke findet sich an der Seite des Reifens und ist für den Versicherungs­fall wichtig.

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Keine Ausdauerläufer im Rennen

Die Lauf­leistungen aller Modelle im Test­feld sind nicht berauschend. Die Reifen von Milever etwa, sind schon nach 32.400 Kilo­metern abge­fahren. Da die Deutschen ihre Autos im Durch­schnitt knapp 13.000 Kilo­meter im Jahr fahren, halten die Pneus also nicht mal drei Jahre.

Brid­gestone: nicht mehr Stand der Technik

Was den Prüfern vom ADAC im Vergleich zu vorherigen Ganzjahresreifentests auffiel: In dieser kleinen, massenhaft einge­setzten Reifengröße bieten nicht alle Anbieter ihre neueste Technologie an. So ist bei Brid­gestone nur der mangelhafte Weather Control A005-Evo verfügbar, während für die Kompakt­klasse längst sein Nach­folger Turanza All Season 6 angeboten wird. Der schnitt im Test Ganzjahresreifen von 2025 für die Reifengröße 225/45 R 17 mit einem guten Befriedigend ab – und nicht wie der Weather Control A005-Evo nur mangelhaft.

Die Guten der nächsten Dimension

In dieser vom ADAC 2025 getesteten Reifengröße (fährt etwa mit VW Golf, Mercedes A-Klasse oder Peugeot 308) gibt es vier Gute. Zwei Modelle für jeweils 135 Euro das Stück liegen gleich­auf vorn: Continental AllSeasonContact 2 und Goodyear Vector 4Seasons Gen-3. Der Continental bremst besser, aber sein Profil reibt sich schneller ab. Der Goodyear über­zeugt mit einer langen Lauf­leistung von 68 000 Kilo­metern, bremst auf nasser Fahr­bahn aber nur mittel­mäßig. Gerade noch gut absol­vierten der Pirelli Cintur­ato All Season SF3 (127 Euro) und Brid­gestone Turanza All Season 6 (126 Euro) die Prüfungen.

All-Terrain-Reifen im Test 2025: Für Camper, SUVs und Pick-ups Ganz­jahres­reifen im Test - Nur einer gibt alles

Bereit fürs Gelände. All-Terrain-Reifen zeichnen sich durch ein grobs­tolliges Profil aus. Für die Straße waren sie nicht optimal. © ADAC

All-Terrain-Reifen sind angesagt – besonders bei Campern und SUV-Fahrern. Mit ihrem grobs­tolligen Profil sehen sie nach Abenteuer aus und sollen sowohl auf als auch abseits der Straße gut greifen. Doch der ADAC-Test aus dem Früh­jahr 2025 zeigt: Für den Alltag sind sie nur bedingt geeignet. Die Tester prüften acht Modelle der Dimension 225/65 R17 mit Schnee­flocken­symbol. Keiner von ihnen schnitt gut ab.

Haupt­problem: Auf nassem Asphalt war der Bremsweg vieler AT-Reifen deutlich länger als der normaler Pkw-Ganz­jahres­reifen. Manche Modelle griffen immerhin auf Schotter gut – das nützt aber wenig, wenn man sie meistens auf befestigten Straßen fährt.

  • Der Beste: Yokohama Geolandar A/T G015 erhielt die Note 2,9 – bleibt aber hinter dem guten Pkw-Referenzreifen (Note 2,1) zurück.
  • Der Schlechteste: BF Goodrich Trail Terrain T/A fiel durch: Auf nasser Fahr­bahn und mit einer Geschwindig­keit von 80 km/h kam er erst nach 48,8 Metern zum Stehen – fast 15 Meter später als der Referenz-Ganz­jahres­reifen. Das ist mangelhaft.
  • Top auf Schotterpiste: Matador MP72.

Selbst das Anfahren auf nasser Wiese gelang mit AT-Reifen nicht besser als mit dem guten Ganz­jahres­reifen. Entscheidend sei nicht das Profil, sondern ob das Auto Allrad­antrieb hat, so die Tester.

Fazit: Gute Ganz­jahres­reifen sind die bessere Wahl. AT-Reifen lohnen sich nur für Offroader mit Allrad­antrieb – und selbst dann nur ausgewählte Modelle.

Ganz­jahres­reifen im Test 2024: Für die Kompakt­klasse

Für den Reifentest 2024 nahm sich der ADAC 16 Modelle der Größe 205/55 R16 vor. Das ist die Dimension mit der größten Nach­frage. Sie ist für viele Modelle der Kompakt­klasse zugelassen. Das sind zum Beispiel Autos von der Mercedes A-Klasse über den Mini bis zum VW Golf und vom Mazda 3 bis zum Škoda Octavia oder VW Passat.

Die Generalisten bremsen nicht so gut

Die Allwetterreifen prüfte der ADAC nach den gleichen Maßstäben wie ihre Konkurrenz, die Sommerreifen und Winterreifen. Im Schnitt sind die Spezialisten den Generalisten über­legen: Sommerreifen bremsen besser auf trockener und nasser Fahr­bahn als Reifen für jede Witterung. Und Winterreifen fahren besser auf Eis und Schnee als die Ganz­jahres-Konkurrenz. Das ist auch kein Wunder: Schließ­lich muss die Gummi­mischung der Ganz­jahres­reifen auch ganz­jährig funk­tionieren und Asphalt­temperaturen abkönnen, die von sehr kalt bis sommerlich reichen.

Der Unterschied zwischen den einzelnen Modellen ist jedoch in allen drei Segmenten groß. Ein befriedigender Allwetterreifen ist daher allemal besser als ein mangelhafter Sommer- oder Winterreifen. Und die gute Nach­richt lautet: Im letzten Test war sogar ein guter Generalist dabei.

Der erste gute Allwetterreifen

Im Test 2024 fand der ADAC zum ersten Mal einen Allwetterreifen, der insgesamt mit Gut abschnitt: der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3. Er kostet 120 Euro. Im Prüf­punkt Fahr­sicherheit erzielte er die Note Befriedigend (2,7). Beim Bremsen auf Schnee und Eis konnte er durch­aus mit Winterreifen mithalten. Auf trockener Straße von 100 km/h auf null brauchte der Goodyear jedoch 43 Meter, die besten Sommerreifen im Test dagegen nur gut 35 bis 38 Meter. Das ist ein deutlicher Unterschied.

In puncto Umwelt­bilanz erreichte der Goodyear die Note Gut (1,8) – mit einer glatten Eins für die Lauf­leistung und guten Noten für den Reifen­abrieb und die Effizienz.

Sicherheit gegen Lauf­leistung

Der sicherste Ganz­jahres­reifen, der Pirelli Cintur­ato All Season SF2 (114 Euro pro Pneu), steht auf trockener Bahn von 100 auf null schon nach 40,4 Metern. Auch auf nassem Asphalt und Beton von 80 km/h runter hält ein Auto mit den Pirellis schon nach gut 33 (Asphalt) beziehungs­weis 37 Metern (Beton). Der Goodyear braucht hier 1,5 bis 2,5 Meter mehr. Die besten Sommerreifen brauchen zwischen 28,5 und 36 Meter. Der Pirelli wäre beim Bremsen also in einer Liga mit guten Sommerreifen.

Allerdings erkauft sich der Fahrer eines Pirelli Cintur­ato die gute Fahr­sicherheit mit einer sehr geringen Lauf­leistung von 33 000 Kilo­metern. Deshalb erhält der Pirelli insgesamt nur ein Befriedigend. Zum Vergleich: Der Testsieger von Goodyear schafft 60 700 km, wie die besten Sommer- und Winterreifen in dieser Disziplin. Der Pirelli ist also höchs­tens eine gute Wahl für Wenigfahrer.

Befriedigende Reifen gibts schon ab 89 Euro

Etwas schlechter in der Fahr­sicherheit, aber recht gut in der Umwelt­bilanz sind zwei befriedigende Modelle aus dem Test 2024. Der Hankook Kinergy 4S² (98 Euro) und der Michelin Cross­Climate 2 (131 Euro). Sie haben hier und da Schwächen. Der Hankook bietet etwa auf nasser Straße nur mittel­mäßige Fahr­sicherheit, der Michelin mit 44 000 km eine recht kurze Lauf­leistung (Hankook: 51 500 km).

Für Preisbewusste könnte noch der Kumho Solus 4S HA32+ infrage kommen. Er kostet 89 Euro pro Stück. Er zeigt insgesamt befriedigende Brems­leistungen: Auf trockener Straße mit 44 Metern bis zum Stand wenig beein­druckend, kann er auf nasser Straße mit den Besten mithalten. Und seine Lauf­leistung beträgt respektable 50 600 km.

Geräusch okay und Kraft­stoff­verbrauch gut

Die Allwetterreifen rollten etwa so laut wie ihre Sommerreifen-Kollegen und etwas leiser als die Winterreifen im ADAC-Test. Der Roll­widerstand und damit der Kraft­stoff­verbrauch lag für einen Kompakt­wagen mit den besten Ganz­jahres­reifen bei etwa 5,4 Litern auf 100 Kilo­metern – etwa 0,3 Liter nied­riger als mit den Sommer- und Winterreifen.

Zwei Mangelhafte mit großen Schwächen

Die beiden mangelhaften Pneus im Test sind typische Schein-Schnäpp­chen. Der Infinity Ecofour kostet 81 Euro, der Kenda Kenetica 4S nur 78 Euro. Aber in den Brems­disziplinen auf trockener und nasser Bahn brauchen sie fünf beziehungs­weise sechs Meter mehr bis zum Halt als die besseren im Test.

Kenda-Fahrer sind zudem weit­gehend hilf­los im Schnee, und mit dem Infinity setzt schon unter 70 km/h merk­liches Aquaplaning ein – mit den besseren im Test ist das erst ab mehr als 80 Stundenkilo­metern der Fall. Zum Sicher­heits-Manko kommen dann auch nochwenig über­zeugende Lauf­leistungen von nur etwa 44 000 km.

Test Ganzjahresreifen des ADAC (mit Ergeb­nissen der Tests Allwetterreifen 2024 und 2020)

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