Guter Einbruchschutz kann Einbrüche oft verhindern. Die Stiftung Warentest gibt Tipps für die Sicherheit des Zuhauses, falls Sie länger abwesend sind.
„Wohnungseinbruchdiebstahl“ – so nennt es die Polizei, wenn Wohnungen und Häuser aufgebrochen und ausgeraubt werden. 2025 ist die Zahl der Einbrüche bundesweit weiter gestiegen – um 5,7 Prozent auf insgesamt 82 920 Fälle. Auch Einbruchsversuche zählen in der Statistik mit.
Während der Corona-Pandemie hatten die Ordnungshüter einen deutlichen Rückgang an Einbrüchen und Einbruchsversuchen verzeichnet. Homeoffice, geschlossene Restaurants und Reisebeschränkungen führten dazu, dass viel mehr Menschen sich überwiegend in ihren eigenen vier Wänden aufhielten. Da Einbrecher am liebsten zuschlagen, wenn niemand zu Hause ist, hatten sie plötzlich deutlich weniger Angriffsziele als zuvor. Seit 2022 steigen die Fallzahlen für Wohnungseinbrüche wieder kontinuierlich an. Das Vor-Corona-Niveau haben sie aber noch nicht wieder erreicht.
Einbruchschutz bei Fenstern und TürenEin erhöhtes Risiko für Einbrüche besteht in der Urlaubszeit und bei sonstigen Abwesenheiten. Die meisten Einbrüche finden übrigens in der dunklen Jahreszeit statt. Dezember ist der Monat mit der höchsten Anzahl.
Jeder zweite Einbruchsversuch scheitert laut Statistik. Ob ein Einbruch gelingt, hängt in hohem Maße davon ab, wie gut ein Objekt gesichert ist. Experten sagen, dass Einbrechende oft nur rund fünf Minuten lang versuchen, in ein Haus oder eine Wohnung zu kommen. Haben sie es bis dahin nicht geschafft, ziehen sie wieder ab.
Der Schutz von Türen und Fenstern lässt sich oft verbessern, wenn nachgerüstet wird. Unser Test von Fenster- und Türsicherungen aus dem Jahr 2025 zeigt Produkte, die sehr guten und guten Einbruchschutz bieten. Identifiziert haben wir auch die Sicherungen, die Einbruchsversuchen wenig entgegensetzen können.
Die Abreise: Unauffällig und schnellEin wichtiger Tipp ist einfach: „Urlauber sollten so wenig Aufsehen wie möglich von ihrer Abreise machen. Grundsätzlich gilt: Keine herzzerreißenden Abschiedsszenen bei der Abfahrt!“, erklärt Carolin Hackemack, Geschäftsführerin der Polizei-Initiative Zuhause sicher. Auch sinnvoll: Packen drinnen im Haus oder in der Mietwohnung erledigen, so dass das Losgehen oder das Einräumen ins Auto schnell vonstatten gehen kann.
Haus absichernBei der Abwehr von Einbrüchen helfen weitere einfache Verhaltensmaßregeln: Kein Fenster offen lassen, alle Türen nach außen vollständig abschließen und verriegeln, auch Keller-, Dachboden- und Garagenzugänge. Diese Regel sollte übrigens nicht nur in der Urlaubszeit beherzigt werden, sondern auch, wenn man für einen kürzeren Zeitraum seine Miet- oder Eigentumswohnung oder sein Haus verlässt.
Da Kriminelle bewohnte Häuser meiden, ist es sinnvoll, Anwesenheit zu simulieren, wenn man länger unterwegs ist. Dauerhaft heruntergelassene Jalousien und ein vor sich hin dorrender Garten signalisieren: Hier ist niemand daheim. Das wirkt einladend.
Tricks und Technik können Einbrecher täuschenSinnvoll ist es, Nachbarn oder Freunde zu bitten, auf Haus und Wohnung zu achten, den Briefkasten zu leeren, die Blumen zu gießen und ab und an die Rollos hochzuziehen. Auch ein Nachbarauto, das in der Einfahrt parkt, kann potenzielle Einbrecher verwirren.
Lohnen kann sich außerdem der Einsatz spezieller Technik:
Eine stark abschreckende Wirkung haben Überwachungskameras. Die Geräte können außerdem dabei helfen, im Nachhinein Einbrüche aufzuklären. Das Angebot wächst hier stetig. Es gibt Hightech-Varianten, die Teil eines Smarthome-Systems sind und im Abo mit einem Cloud-Dienst vertrieben werden. Es gibt aber auch ganz schlichte Exemplare. Selbst eine preisgünstige Kamera-Attrappe hält Einbrecher oftmals ab.
Achtung: Wer eine Videokamera vor seinem Hauseingang oder irgendwo am Haus installieren möchte, sollte sich vorab mit den rechtlichen Vorgaben auseinandersetzen. Was hier wichtig ist, erklären wir in unserem FAQ Videoüberwachung.
Hausrat-Versicherer zahlten Rekordsumme
Im Jahr 2025 lag die Schadenshöhe, die durch Einbrüche entstand, laut einer Schätzung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft bei 550 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr gab es eine Steigerung um 20 Millionen. Der Schadensdurchschnitt erhöhte sich von 1 982 Euro auf 2 172 Euro.
Tipp: Hausratversicherungen schützen vor den finanziellen Folgen, wenn Haustüren aufgebrochen, Wohnungen verwüstet werden und Fahrräder wegkommen. Doch nicht jeder Tarif bietet für alle Fälle umfassenden Schutz. Mit unserem Versicherungsvergleich Hausratversicherung können Sie leicht ermitteln, welcher Tarif perfekt zu Ihnen, Ihrem Hausrat und Ihrer Wohnungsgröße passt – und wenig kostet.
Auf keinen Fall sollten Zettel an der Haustür angebracht werden, dass etwa Pakete die nächsten zwei Wochen bei den Nachbarn abgegeben werden können. Auch Abwesenheitsnachrichten auf dem Anrufbeantworter können gefährlich sein. Es ist ratsam, dort nur mitzuteilen, dass man im Moment nicht ans Telefon gehen kann.
Posten Sie Urlaubsfotos und Statusmeldungen à la „Ich bin dann mal weg“ in sozialen Medien nur, wenn die Adressaten ausschließlich enge Freunde sind. Das bedeutet: Schreiben Sie Grüße nicht öffentlich! Bei jedem Beitrag, den Sie etwa bei Facebook verfassen, wird auch angegeben, ob dieser „Öffentlich“ oder an „Freunde“ gepostet wird. Einfach auf den jeweiligen Button klicken oder tippen und festlegen, wer den Text oder das Bild sehen darf.
Abwesenheitsnotiz oder nicht?Abwesenheitsnotizen für den E-Mail-Account lassen sich in der Regel bei Mailanbietern kostenlos einrichten: Jede E-Mail wird automatisch beantwortet. Absenderinnen und Absender erfahren dann, dass man aktuell nicht erreichbar ist, aber in zwei Wochen wieder am Arbeitsplatz sitzt. Ob solche Abwesenheitsnotizen gefährlich sind, hängt davon ab, ob es sich um eine private oder um eine geschäftliche E-Mail-Adresse handelt.
Selbstständige geraten leichter ins VisierEs ist eher unwahrscheinlich, dass Verbrecher sämtliche Geschäftsmailadressen anschreiben, um eine Abwesenheitsnotiz zu finden. Zudem ist es für Kriminelle meist nicht einfach, die Privatadresse der jeweiligen Person zu ermitteln. Für Selbstständige, die von zu Hause aus arbeiten, ist es dagegen ratsam, auf Abwesenheitsnotizen zu verzichten und lieber hin und wieder im Urlaub die Mails abzurufen.
Sonderfall BeerdigungenEinbruch bei Abwesenheit, das gibt es nicht nur, wenn man im Urlaub ist. Selbst Beerdigungen werden von Kriminellen teils dazu genutzt, um ein Haus auszuräumen. Dazu durchforsten Verbrecher Todesanzeigen. Stehen dort sowohl der Beerdigungstermin als auch eine Privatadresse für die Kondolenzpost, haben sie leichtes Spiel. Es empfiehlt sich, für Beileidsschreiben nur die Adresse des Bestatters anzugeben. Auf Nummer sicher geht auch, wer Freunde oder Nachbarn bittet, während einer Beerdigung auf das eigene Haus zu achten.
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