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MSCI World, Fonds und ETF: Warum kommen Sie auf eine andere Rendite?

Дата публикации: 23-06-2026 12:52:22

Lief der MSCI World nicht doch besser? Wie gut war mein Fonds wirk­lich? Unsere Leser kommen oft auf andere Renditezahlen als wir. Dafür gibt es mehrere Gründe.

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Ein typischer Leser­brief, wie er das Geld­anlage­team der Stiftung Warentest häufiger erreicht: „Sie behaupten, der MSCI World habe nicht einmal halb so gut abge­schnitten wie der Dax, das stimmt jedoch nicht.“ Der Leser bezieht sich auf Zahlen für das Jahr 2025. Wir haben die Wert­entwick­lung des Dax mit 23,0 Prozent angegeben, die des MSCI World mit 7,2 Prozent. Der Leser kommt für den MSCI World auf 19,5 Prozent.

Wie kommt es zu abweichenden Zahlen beim MSCI World?

Wir rechnen die Wert­entwick­lung immer in Euro und immer mit Zinsen und Dividenden. In Euro deshalb, weil es das ist, was letzt­lich auf dem Konto der Anle­gerinnen und Anleger landet. Auch die regel­mäßigen Ausschüttungen, Dividenden bei Aktienindizes und -fonds sowie Zinsen bei Anleihenindizes und Rentenfonds sind Teil der Wert­entwick­lung – nicht nur die Veränderungen der Kurse.

Tipp: Wert­entwick­lungs­zahlen für den MSCI World finden Sie auf unserer Seite Aktuelle Analysen zum MSCI World.

In Euro und in Dollar

In unserem obigen Beispiel hat sich der Leser die Entwick­lung des MSCI World bei seiner Bank online angeschaut. Die Bank hat den Index in US-Dollar und als Preis­index dargestellt, das heißt, die Dividenden bleiben unbe­rück­sichtigt. Auf diese Weise ist unser Leser auf eine Rendite von 19,5 Prozent gekommen. Nun ist der Dollar im Jahr 2025 gegen­über dem Euro gefallen. Berück­sichtigt man diese Währungs­verluste und rechnet aus, was einem hiesigen Anleger in Euro tatsäch­lich geblieben ist, kommt nur noch eine Wert­entwick­lung von 5,4 Prozent heraus.

Mit und ohne Dividenden

In Euro gerechnet und inklusive Dividenden beträgt die tatsäch­liche Performance des MSCI World 7,2 Prozent. Nur diese Zahl ist mit der Wert­entwick­lung des deutschen Aktien­index Dax vergleich­bar, der traditionell als Performance-Index dargestellt wird. Im Punkte­stand eines Performance-Indexes sind sowohl Kurs­ver­änderungen als auch Dividenden­ausschüttungen enthalten.

Hier die Zahlen im Detail (2025):

  • MSCI World (EUR, TR) 7,2 Prozent
  • Dax (EUR, TR) 23,0 Prozent
  • MSCI World (USD, TR) 21,6 Prozent
  • MSCI World (EUR, PR) 5,4 Prozent
  • MSCI World (USD, PR) 19,5 Prozent

TR steht für Total Return Index, PR für Preis­index.

Warum weisen Sie andere Fonds­renditen aus?

Auch die Nutze­rinnen und Nutzer unseres Fondstests wenden sich häufig an uns: „Ich verstehe nicht, wie Sie auf die in Ihren Tabellen angegebenen Fonds­renditen kommen, ich habe abweichende Werte fest­gestellt.“ Die Anleger finden in ihren Depot­auszügen oder auf Seiten im Internet andere Zahlen. Manche rechnen auch selbst. Die unterschiedlichen Ergeb­nisse lassen sich meist einfach erklären.

Früherer oder späterer Stichtag

Der Stichtag für unseren Fondstest liegt bei Veröffent­lichung der Ergeb­nisse ein paar Wochen zurück. Wenn unsere Leser die Tabellen sehen, haben sich die Fonds bereits weiter­entwickelt. Es dauert eine Weile, ehe die Daten vorliegen und ausgewertet sind.

Beispiel. Für die Kontrolle, Aufbereitung und Bewertung der rund 25 000 Fonds benötigen wir meist bis zum Ende des Folge­monats, für den Stichtag 30. April liegen die Ergeb­nisse etwa Ende Mai vor. Die Nutzer unserer Fondsdatenbank können sie dann bereits abrufen. In Druck gehen die Daten erst Anfang des Folge­monats, in unserem Beispiel also Anfang Juni. Mitte des Monats liegen die Hefte von Stiftung Warentest Finanzen bei unseren Abonnenten in den Briefkästen. Wer die Juni-Ausgabe am Kiosk kauft, hält die Ergeb­nisse womöglich noch später in den Händen.

Anlage­zeiträume sind individuell verschieden

Für unseren Fonds­test berechnen wir Renditen für bestimmte Zeiträume. Den jeweils aktuellen Stichtag geben wir auf der Startseite des Fondsvergleichs und auch direkt bei den Fond­stabellen an. Davon abweichende Daten führen zu anderen Ergeb­nissen. Wir rechnen zudem nur mit Monats­endwerten.

Anle­gerinnen und Anleger kaufen ihre Fonds meist nicht genau zu diesem Termin, sondern irgend­wann während des Monats. Zur Renditebe­rechnung müssen sie entsprechend mit Tages­kursen rechnen. Je nachdem, wie stark die Kurse in der Zwischen­zeit geschwankt haben, können ihre Renditen von denen, die wir berechnen, um mehrere Prozent­punkte abweichen.

Jähr­liche Renditen machen Investments vergleich­bar

Unsere Renditen sind jähr­liche Renditen. In vielen Depot­über­sichten finden Anleger jedoch die kumulierte Rendite, die Wert­entwick­lung seit Beginn des Investments. Wer die Renditen seiner verschiedenen Anlagen vergleich­bar machen will, muss auf jähr­liche Werte umrechnen, das geht tages­genau. Wir rechnen die Renditen für die Fonds von einem Zeit­punkt an, so als hätten wir eine Einmal­anlage getätigt. Wer mit monatlichen Raten spart, hat viele verschiedene Einstiegs­zeit­punkte, also für jede Rate eine eigene Rendite. Während es relativ einfach ist, Renditen für Einmal­anlagen auszurechnen, stößt man bei Sparplänen an die Grenzen dessen, was mit einfachen Mitteln möglich ist. Da hilft nur noch der Computer.

Kauf­kosten bleiben außen vor

Wir rechnen immer mit den offiziellen Anteil­werten der Fonds, den Nettoinventar­werten (NIW). Kauf­kosten berück­sichtigen wir nicht. Anleger, die Fonds­anteile mit Ausgabe­aufschlag kaufen, sehen in ihrer Kauf­abrechnung den höheren Ausgabepreis des Fonds. Wenn sie davon ausgehend ihre bisherige Rendite berechnen, kommen sie auf einen geringeren Wert.

Beispiel. Der aktuelle Anteil­wert eines Fonds beträgt 100 Euro. Der Ausgabe­aufschlag beträgt 5 Prozent, somit liegt der Ausgabepreis bei 105 Euro. Ein Jahr später beträgt der Anteil­wert des Fonds 120 Euro. Lässt man die Kauf­kosten außen vor, beläuft sich der Gewinn des Fonds auf 20 Euro. Die Rendite beträgt demnach 20 Prozent. Ein Anleger, der zu 105 Euro gekauft hat, hat allerdings nur 15 statt 20 Euro Gewinn gemacht, was einer Rendite von 14,3 Prozent entspricht.

Die Kauf­kosten lassen wir außen vor, weil sie je nach Kaufquelle völlig unterschiedlich sind. Anleger, die statt beim Berater in der Bank­filiale ihren Fonds online ordern, zahlen oft nur die Hälfte des Ausgabe­aufschlags, statt 5 Prozent zum Beispiel nur 2,5 Prozent. Neobroker verlangen noch nied­rigere Gebühren. ETF werden an der Börse ohne Ausgabe­aufschlag gehandelt.

Tipp: Güns­tige Depotanbieter finden Sie in unserem Depotvergleich.

Erträge müssen mitgerechnet werden

Zum Erfolg des Fonds zählen nicht nur die Kurs­gewinne, sondern auch die laufenden Erträge wie Zinsen und Dividenden der Titel, in die der Fonds investiert. Bei ausschüttenden Fonds fließen die Erträge aus dem Fonds ab. Trotzdem müssen sie bei der Renditebe­rechnung berück­sichtigt werden. Viele Anleger über­sehen das. Sie betrachten nur die Kurs­entwick­lung des Fonds. Wer thesaurierende Fonds besitzt, hat es einfacher: Diese Fonds behalten die Erträge im Fonds­vermögen, damit sind sie im Kurs­zuwachs auto­matisch enthalten und müssen nicht extra hinein­gerechnet werden.

Tipp: Mehr zur Ertrags­verwendung von Fonds finden Sie im Beitrag Ausschüttend oder thesaurierend – was ist wann besser?

Börsen­preise ändern sich fort­laufend

Die offiziellen Fonds­preise, die Nettoinventar­werte (NIW), werden börsentäglich zu einem fixen Zeit­punkt berechnet. Manchmal schauen Anleger online nach, wie viel ihr Fonds wert ist. Eventuell sehen sie dann Börsen­kurse, die sich im Tages­verlauf ändern. Dadurch können sich andere Renditen ergeben als mit den NIW.

Ausländische Währungen werden umge­rechnet

Bei Fonds, deren Anteile in Dollar notieren, kann es passieren, dass Anlegende Kurs­verlauf und Rendite in Dollar­preisen bekommen. Wie am Beispiel des MSCI World gezeigt, unterscheiden sich diese oft deutlich von denen in Euro.

Wir rechnen fremde Währungen immer um. Anleger aus dem Euroraum legen ihr Geld in Euro an, entsprechend gilt für sie die Wert­entwick­lung in Euro. Aber auch die Renditen der in Euro umge­rechneten Anteil­werte können sich unterscheiden. Das kann daran liegen, dass die Anbieter zur Umrechnung einen anderen Wechselkurs verwenden als wir. Wechsel­kurse werden von verschiedenen Institutionen und zu verschiedenen Zeiten bereit­gestellt, wir nutzen den der Europäischen Zentral­bank (EZB), der gegen 14:15 Uhr ermittelt und gegen 16 Uhr veröffent­licht wird.

Tipp: Mehr zum Thema Fonds­währung lesen Sie im Beitrag Währungsrisiken bei Gold, Fonds, MSCI World.

Maximaler Verlust

Häufig kommen Anle­gerinnen und Anleger auch dann auf unterschiedliche Ergeb­nisse, wenn sie den maximalen Verlust nach­voll­ziehen wollen, den wir in den Tabellen zeigen. Er gibt an, wie weit der Wert des Fonds unter einen früher einmal erzielten Höchst­wert gefallen ist. Wir betrachten dabei stan­dard­mäßig die Verläufe in unserem fünf­jährigen Unter­suchungs­zeitraum, in unserem Fondsvergleich können Anleger den Zeitraum individuell einstellen. Hier gilt ähnlich wie für die Renditen der Fonds: Ausschüttungen sind berück­sichtigt. Es zählt nicht nur der Kurs des Fonds, sondern sein Wert einschließ­lich Ausschüttungen. Und wie bei den Renditen rechnen wir auch für die Fest­stellung der maximalen Verluste mit Monats­endwerten. Auf Tages­basis können sich höhere Verluste ergeben.

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