Strahlend weiße Zähne sind ein Schönheitsideal. Wie lässt es sich erreichen? Mit Spezial-Pasten, Bleaching-Lampen oder Backpulver? Wir haben Wissen zum Thema gesammelt.
Gelbliche, verfärbte Zähne – das empfindet wohl kaum jemand als attraktiv. Doch wer regelmäßig Kaffee, Tee oder Rotwein konsumiert, dazu noch raucht, wird sein natürliches Zahnweiß nach und nach verschwinden sehen. Viele Produkte und Dienstleistungen versprechen Abhilfe und strahlend weiße Beißerchen, oft für stattliches Geld. Im Internet kursieren zudem Tipps, wie mit Hausmitteln das Zahnweiß wieder zum Vorschein gebracht werden kann.
Was davon hilft wirklich? Vieles ist mit Vorsicht zu sehen, von manchen Tipps und Hilfsmitteln raten wir ab. Wir schöpfen aus unserer Testerfahrung und beantworten ausführlich häufige Fragen rund ums Thema weiße Zähne.
ZahncremesVerhelfen spezielle Weißmacher-Zahnpasten zu weißeren Zähnen?
Tatsächlich schaffen das viele nachweislich. In unseren Tests von Whitening-Zahnpasten können wir im Prüfpunkt Entfernung von Verfärbungen immer wieder die Note Sehr gut vergeben. Manche Pasten erreichten die Spitzennote auch im Gesamturteil. Dabei gibt es deutliche Unterschiede bei den Preisen: Die preisgünstigste sehr gute Weißmacher-Zahnpaste in unserer Datenbank kostet nur 68 Cent pro 100 Milliliter, die teuerste dagegen 5,72 Euro.
Auch einige Universalpasten machen die Zähnen weißer und das ebenfalls schon für wenig Geld. Ab 52 Cent je 100 Milliliter gibt es Universalpasten, die gut gegen Verfärbungen ankommen. Ein Großteil ihres Effekts stützt sich darauf, dass die Pasten Verfärbungen entfernen, die etwa durch Kaffee, Schwarztee, Nikotin oder Rotwein entstehen. Zusätzlich sorgt in manchen der Farbstoff Blue Covarine dafür, dass die Zähne kurzfristig weißer erscheinen: Er lagert sich vorübergehend auf der Zahnoberfläche ab und neutralisiert das natürliche Zahngelb. In unseren Testtabellen weisen wir aus, welche Pasten Blue Covarine enthalten.
Können Weißmacher-Zahnpasten die Zähne auch zu hart angreifen?
Viele Weißmacherpasten haben einen mittleren oder hohen Abrieb. Gesunden Zähnen kann das nichts anhaben, empfindlichen Zähnen mit freiliegenden Zahnhälsen aber schaden. Betroffene sollten eine Zahnpasta mit niedrigem Abrieb wählen und im Zweifel beim Zahnarzt nachfragen.
Eher selten sind Weißmacher-Pasten, die mit niedrigem Abrieb sehr gut gegen Verfärbungen wirken. In unserer Datenbank findet sich derzeit nur eine eher teure Zahnpasta von Colgate, der das gelingt.
Was bringen Zahncremes mit Aktivkohle?
Mit schwarzer Paste die Zähne weißer machen? Das verheißen seit einiger Zeit Zahnpasten mit Aktivkohle. Ihre große Oberfläche soll, so die Idee, Schmutz aufnehmen wie ein Schwamm. Wissenschaftlich belegt ist das nicht. Zahnärzte vermuten, dass vor allem die Scheuerkraft der Kohle gebissreinigend wirkt. In dieser Hinsicht ist sie Studien zufolge aber nicht besser als etwa Silica. Diese feinen synthetischen Putzkörper bestehen wie zum Beispiel auch Quarzsand aus Siliziumdioxid und sind in schwarzen Zahncremes in der Regel ebenfalls enthalten. Ein Wundermittel ist der schwarze Stoff also nicht.
Die Stiftung Warentest hat schwarze Zahncreme bereits in der Vergangenheit untersucht. Auch in unserem aktuellen Test von 18 Weißmacher-Zahnpasten waren Produkte mit Aktivkohle vertreten. Dabei fiel auf: Sie entfernen Verfärbungen zuverlässig, aber andere schnitten zum Teil besser ab.
Was ist von Bleichmitteln aus Drogerie und Apotheke zu erwarten?
Sie bieten Bleichmittel zur Selbstanwendung für zu Hause an. Solche Gele, Seren oder selbstklebenden Whitening-Strips enthalten in der Regel geringe Konzentrationen bleichender Wirkstoffe wie Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid. In unserem Test von 13 Zahnbleaching-Mitteln für zu Hause zeigte sich: Viele können tatsächlich zu einem strahlenderen Lächeln verhelfen, manchen gelingt es dagegen kaum. Unverzichtbar für alle, die es ausprobieren wollen, ist ein Zahnarztbesuch vorab. Denn Zähne und Zahnfleisch müssen gesund sein, bevor sie mit Zahnbleaching-Mitteln in Kontakt kommen.
Do-it-yourself: Natron, Backpulver, ZitronensaftKann man versuchen, seine Zähne mit Hausmitteln selbst zu bleichen?
Das ist nicht zu empfehlen. Vor allem im Internet finden sich unzählige Anleitungen, wie sich die Zähne etwa mit Natron, Backpulver, grobem Meersalz oder Zitronensaft selbst bleichen lassen. Zahnärztinnen und -ärzte raten davon strikt ab, da die Hausmittel die Zähne schädigen können.
Muss ich zum Bleichen immer den Zahnarzt aufsuchen?
Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt, nur unter zahnärztlicher Aufsicht zu bleichen. Zuerst muss abgeklärt werden, ob die Zähne für die Prozedur überhaupt geeignet sind. Der Zahnarzt muss sie auf Karies, feinste Risse im Schmelz, defekte Füllungsränder oder freiliegende Zahnhälse kontrollieren. Nur bei gesunden Zähnen und intaktem Zahnfleisch sollte gebleicht werden. Sonst können die Wirkstoffe ins Zahninnere eindringen und entzündliche Prozesse in Gang setzen. Der Zahnarzt weist auch auf die Grenzen des Machbaren hin – schneeweiße Zähne bekommt nun mal nicht jeder. Und Kronen, Brücken, Veneers und Zahnfüllungen lassen sich in der Farbe nicht durch das Bleichmittel beeinflussen.
Professionelle ZahnreinigungHellt die Prophylaxebehandlung beim Zahnarzt die Zähne auf?
Ja. Obwohl die professionelle Zahnreinigung, die heute zum Standardangebot vieler Praxen gehört, in erster Linie der Gesunderhaltung der Zähne dient, erzielt sie auch einen aufhellenden Effekt. Eine Fachkraft reinigt Zähne und Zahnzwischenräume und poliert anschließend das Gebiss. Die Kosten für eine Prophylaxebehandlung betragen je nach Aufwand und Praxis etwa 50 bis 150 Euro. Wem die dadurch wiedergewonnene Originalfarbe der Zähne noch nicht gefällt, kann die Zahnärztin zusätzlich nach einem professionellen Bleaching fragen. Dabei werden die Zähne chemisch aufgehellt, also gebleicht.
Aber: Auch vor dem Bleaching ist eine Prophylaxebehandlung in jedem Fall zu empfehlen. Die aufhellenden chemischen Wirkstoffe erreichen ihr Ziel besser, wenn die Zähne schon von äußeren Verfärbungen und Zahnstein befreit sind.
Wie bleicht der Zahnarzt?
Es gibt mehrere Wege zum neuen Weiß: Für das Bleichen zu Hause, Home-Bleaching genannt, fertigt der Zahnarzt eine individuell passgerechte Kunststoffschiene an. In diese träufelt der Nutzer zu Hause das Bleichgel und setzt die Schiene stundenweise ein. Der Bleichprozess kann sich je nach Wirkungsintensität des Gels insgesamt mehrere Wochen hinziehen und sollte zahnärztlich überwacht werden.
Schneller und für den Patienten unkomplizierter ist das In-Office-Bleaching, das Bleichen in der Zahnarztpraxis. Hier trägt der Arzt ein höher dosiertes Bleichmittel direkt auf die Zähne auf. Nach der Einwirkzeit entfernt er es und kontrolliert, ob die Aufhellung ausreicht. Wenn nicht, muss die Prozedur wiederholt werden. Ob zusätzlich eingesetzte LED-Lampen eine unterstützende Wirkung beim Bleichen haben, ist unklar. In wissenschaftlichen Studien konnte dies bisher nicht eindeutig belegt werden.
Wie viel heller werden die Zähne beim Bleaching?
Der Aufhellungsgrad kann individuell sehr unterschiedlich ausfallen. Mit mehreren Stufen und einem deutlichen sichtbaren Unterschied auf der Zahnfarbskala ist in der Regel zu rechnen. Aber: Das Ergebnis hält nicht dauerhaft an, die Zähne dunkeln im Laufe der Zeit wieder nach.
Lässt sich auch nur ein Zahn bleichen?
Ja, auch einzelne Zähne, die sich nach Verletzungen oder Wurzelbehandlungen von innen dunkel gefärbt haben, lassen sich aufhellen: Der Zahnarzt gibt das Bleichmittel direkt in den aufgebohrten Zahn.
Was kostet die Behandlung?
Das neue Weiß ist nicht billig. Für ein Bleaching beim Zahnarzt ist je nach verwendeter Methode und Zeitaufwand mit bis zu mehreren Hundert Euro zu rechnen. Die Preise können von Praxis zu Praxis stark schwanken, sodass sich ein Vergleich immer lohnt. Die Kosten für diese rein ästhetischen Behandlungen muss jeder selbst tragen, gesetzliche Krankenkassen übernehmen sie nicht.
Bleichmittel: Wirkung und NebenwirkungenWie wirken die Bleichmittel?
Die meisten Mittel, die die Beißer weißer machen, funktionieren nach demselben Prinzip: Häufig enthalten sie Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid. Beide Substanzen setzen im Mund aktiven Sauerstoff frei. Der dringt in den Zahnschmelz ein und wandelt dunkle Farbmoleküle in farblose um. Eine chemische Reaktion, vergleichbar der beim Blondieren von Haaren.
Wie lange hält die Bleichwirkung an?
Ein Bleaching zeigt etwa ein bis drei Jahre Wirkung – je nach Beanspruchung der Zähne und der individuellen Mundhygiene. Wer viel raucht, Rotwein oder Tee trinkt, muss möglicherweise schneller wieder aufhellen lassen.
Ist das Aufhellen wirklich risikolos oder gibt es Nebenwirkungen?
Für die gesunde Mundhöhle stellt das Bleichen – vorausgesetzt, die Behandlung wird fachgerecht durchgeführt – kein Risiko dar. Das ist durch Studien bewiesen. Direkt nach dem Bleichen können aber kurzfristig unangenehme Nebenwirkungen auftreten: etwa eine erhöhte Empfindlichkeit der Zähne und Zahnhälse. Fluorid-Gele schaffen meist schnell Abhilfe. Zu häufiges oder zu intensives Bleaching kann aber die Zahnhartsubstanz beeinträchtigen oder die Zähne langfristig empfindlicher machen. Die Bundeszahnärztekammer rät deswegen, Aufhellungsmethoden nicht mehrmals im Jahr anzuwenden.
Wem ist vom Bleachen abzuraten?
Schwangeren oder stillenden Frauen ist generell vom Bleichen abzuraten, genauso Kindern und Jugendlichen. Erst wenn der Zahnschmelz völlig ausgereift ist, mit etwa 16 Jahren, darf es losgehen. Grundsätzlich ist bei jüngeren Menschen ein besseres Ergebnis zu erzielen als bei alten. Mit den Jahren nutzt sich der Zahnschmelz ab. So schimmert das darunter liegende gelbliche Zahnbein (Dentin) immer stärker durch. Auch das beste Bleichmittel kommt nur noch schwer dagegen an.
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