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Steigende Gaspreise: So senken Sie Ihren Gasverbrauch

Дата публикации: 13-03-2026 14:30:09

Wer mit Gas heizt, muss steigende Preise nicht einfach hinnehmen. Wir zeigen, welche Schritte den Verbrauch dauer­haft senken – von kleinen Kniffen bis zum Heizungs­tausch.

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Die Krieg im Nahen Osten treibt die Energiepreise nach oben. Bislang merken das vor allem Auto­fahre­rinnen und -fahrer, doch auch das Heizen mit Öl und Gas könnte teurer werden. Dagegen lässt sich einiges tun: Kleine Sofortmaßnahmen senken den Verbrauch schnell und günstig, größere Sanierungen machen Haus­besitze­rinnen und Haus­besitzer nahezu unabhängig von fossilen Brenn­stoffen. Unsere Tests und Berechnungen zeigen, was sich wirk­lich lohnt – von einfachen Gewohn­heits­änderungen bis zur Wärmedämmung und Solar­thermie.

Tipp: Prüfen Sie jetzt Ihren Gasvertrag. Noch gibt es güns­tige Tarife. Wir sagen, für wen ein Wechsel sinnvoll ist.

Schnelle Maßnahmen, die wenig kosten

Ob zur Miete oder im Eigenheim: Mit diesen kostengüns­tigen Hand­griffen und kleinen Tricks lässt sich der Heiz­energie­verbrauch spür­bar drosseln.

  • Zugluft stoppen: Undichte Fenster und Türen sind echte Energiefresser. Poröse Kunst­stoff­dichtungen sollten regel­mäßig erneuert werden. Wärme entweicht oft auch unter Wohnungs­eingangs- und Balkontüren – eine güns­tige Dichtungs­bürste vom Baumarkt schafft Abhilfe. So dichten Sie Türen und Fenster richtig ab.
  • Stoß­lüften statt kippen: Mehr­mals täglich die Fenster fünf Minuten weit öffnen – das reicht, um verbrauchte Luft und Feuchtig­keit abzu­führen. Ständig gekippte Fenster dagegen verschwenden enorm viel Heiz­energie.
  • Raum­temperatur senken: Zwei Grad weniger mindern die Heiz­kosten um etwa 7 Prozent, zeigen unsere Berechnungen. Besonders an sehr kalten Winter­tagen lohnt es sich, nicht die ganze Wohnung auf Wohl­fühl­temperatur zu heizen.
  • Thermostate nutzen: Nachts und bei Abwesenheit sollte die Zimmertemperatur um 3 bis 4 Grad sinken. Programmier­bare Thermostatventile lassen sich so einstellen, dass die Heizung recht­zeitig vor dem Aufstehen oder der Heimkehr anspringt. Ersparnis: etwa 7 Prozent Heiz­energie. Güns­tige Modelle gibts ab 20 Euro, gute Thermostate mit App-Steuerung ab 68 Euro.
  • Heizkör­pernische dämmen: Je dünner die Außenwand, desto mehr Energie geht direkt am Heizkörper verloren. Abhilfe schaffen Dämm­platten aus dem Baumarkt, die sich hinter den Heizkörper schieben lassen. Preis pro Stück ab etwa 10 Euro.
  • Heizungs- und Warm­wasser­leitungen dämmen: Ungedämmte Rohre im Keller geben unnötig Wärme ab. Güns­tige Rohr­schalen aus dem Baumarkt lassen sich einfach selbst anbringen und machen sich schnell bezahlt.
  • Sommer­betrieb einschalten: In der warmen Jahres­zeit spart der Sommer­betrieb bei der Heizungs­anlage unnötigen Brenn­stoff­verbrauch. Während der Urlaubs­reise darf auch die Warm­wasser­zirkulation pausieren. Wichtig: Nach der Rück­kehr das abge­standene Wasser ablaufen lassen und die Vorlauf­temperatur auf mindestens 60 Grad stellen. So haben Legionellen keine Chance.
Sinn­voll: Heizen mit Klima­anlage

Klimageräte können nicht nur kühlen, sondern auch heizen. Das gelang ihnen in unserem Klimageräte-Test meist problemlos – und spart Heizgas oder -öl. Unsere Beispiel­rechnung für ein 25 Quadrat­meter großes Zimmer zeigt: Heizen per Klimagerät ist im Schnitt rund ein Fünftel güns­tiger als mit Gas. Selbst wer mit Klima­anlage heizt und kühlt, spart gegen­über einer reinen Gasheizung.

Warm duschen und sparen – mit einem Spardusch­kopf

Nach der Heizung bietet das Warm­wasser, vor allem beim Duschen, das größte Einspar­potenzial. So kann ein Spardusch­kopf den Wasser­verbrauch deutlich senken – und damit auch die Kosten für Wasser und Heiz­energie. Zum Vergleich: Bei 220 Duschgängen à 10 Minuten pro Jahr fließen aus einer Stan­dard­brause (15 Liter pro Minute) rund 33 000 Liter. Der spar­samste gute Sparduschkopf im Test kommt auf nur etwa 12 100 Liter. Bei einem Gaspreis von 13 Cent pro Kilowatt­stunde lassen sich so bis zu 167 Euro pro Jahr einsparen. Steigt der Gaspreis lohnt sich der Spardusch­kopf noch mehr.

Ganz ohne Neuanschaffung lässt sich der Energieverbrauch durch kürzeres Duschen reduzieren. Und es macht einen großen Unterschied, ob man sich täglich oder nur jeden zweiten Tag unter die Brause stellt.

Tipp: Stellen Sie den Hebel Ihrer Armatur in Bad und Küche auf kalt und mischen Sie nur bei Bedarf warmes Wasser hinzu. Steht der Wasser­hahn gewohn­heits­mäßig in der Mittel­stellung, springt jedes mal der Heizer an – auch wenn kaltes Wasser ausreicht.

Wasser mit Wärmepumpe statt Heizkessel erhitzen

Im Eigenheim lassen sich die Energiekosten noch deutlich weiter senken, dafür sind allerdings einige Investitionen notwendig. Vergleichs­weise günstig ist eine Brauch­wasser­wärmepumpe. Sie eignet sich für Häuser mit Öl- oder Gasheizung und Warm­wasser­boiler. Die kleine Wärmepumpe nutzt, ähnlich wie die großen Wärmepumpen zum Heizen, Wärme aus der Umge­bungs­luft. Damit erwärmt sie das Wasser in einem Wasser­speicher.

Praktischer Neben­effekt: Die Heizung kann im Sommer komplett ausgeschaltet bleiben, weil die Wärmepumpe allein das Warm­wasser über­nimmt. Brauch­wasser­wärmepumpen kosten etwa 2 000 bis 4 500 Euro, plus Montage.

Solar­thermie senkt den Gasverbrauch

Komplett unabhängig von Öl und Gas lässt sich das Haus mit einer Wärmepumpe beheizen, etwa mit den guten Luft-Wasser-Wärmpumpen im Test. Unsere Berechnungen zeigen, dass sich die Wärmepumpe auch in Altbauten effizient nutzen lässt. Aber auch wer die alte Heizung nicht gleich rauswerfen will, etwa weil sie mit einem modernen Gas-Brenn­wert­kessel heizt, kann den Verbrauch mit Hilfe von Solar­thermie deutlich drosseln.

Wir haben 2022 berechnet – als der russische Angriff auf die Ukraine die Gaspreise steigen ließ – wie stark ein älteres Einfamilienhaus von einer Solarthermieanlage profitiert. Diese nutzt Sonnen­energie, um Wasser für Warm­wasser und zur Unterstüt­zung der Heizung zu erwärmen. Eine große Anlage mit 50 Quadrat­metern Kollektorfläche reduzierte den Verbrauch in unserem ungedämmten Muster­haus um rund 40 Prozent.

Die guten Solarthermiekollektoren im Test kosteten ab etwa 1 000 Euro für rund 2,5 Quadrat­meter. Die Gesamt­kosten für die Anlage und Montage liegen laut der gemeinnützigen Energieplatt­form co2online.de bei rund 5 000 Euro für eine kleine Warm­wasser­anlage und etwa 10 000 Euro für eine mittel­große Kombianlage für Heizung und Warm­wasser. Wie lange es dauert, bis die Kosten wieder drin sind, hängt stark von der Entwick­lung des Gaspreises ab.

Tipp: Wir erklären ihnen, welche Fördermittel für Ihr Haus in Frage kommen. Ebenfalls hilf­reich ist der Fördermittelcheck von co2online.

Wärmedämmung bringt am meisten, ist aber teuer

Zum Schluss der Königsweg um Heiz­energie sparen: Erst dämmen, dann die Heizung modernisieren. Die Investitions­kosten sind zunächst hoch. Aber unsere Berechnungen für das ältere Einfamilien­haus zeigen: Eine Kombination aus Dämmung nach KfW-Effizienz­haus-Stufe 40 und einer großen Solar­thermie­anlage reduzierte den Gasverbrauch um fast 90 Prozent. Bezogen auf das Beispiel­haus in unseren Berechnungen sind allerdings mit Kosten um die 80 000 Euro inklusive Förderung zu rechnen.

Tipp: Mehrere Maßnahmen können Heim­werker auch selbst kostengünstig umsetzen, etwa die Wärmedämmung der obersten Geschoss­decke. Unser praxis­naher Ratgeber Richtig dämmen hilft dabei.

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