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Mammografie-Screening: Was dafür spricht – und dagegen

Дата публикации: 06-03-2026 14:52:19

Brust­krebs früh­zeitig erkennen: Das soll die Mammografie leisten. Laut neuen Studien­daten erfüllt sie das. Dennoch bleiben Risiken.

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Soll ich teilnehmen oder nicht? Diese Frage stellen sich Millionen von Frauen in Deutsch­land alle zwei Jahre aufs Neue, wenn wieder die Einladung zum Mammografie-Scree­ning im Brief­kasten liegt. Anspruch auf die Röntgen­unter­suchung als Kassen­leistung zur Brust­krebs­früh­erkennung haben derzeit Frauen zwischen 50 und 75 Jahren.

Der jüngste, im Dezember 2025 erschienene Evaluationsbericht für das Programm bestätigt: Durch das Scree­ning wird Brust­krebs über­wiegend in frühen Stadien gefunden, in denen er besonders wirk­sam und schonend zu behandeln ist. Es birgt aber auch das Risiko von Über­diagnosen.

Neue Daten bestätigen die Vorteile...

Insgesamt nahmen im betrachteten Zeitraum rund 3 Millionen Frauen an der Unter­suchung teil. Dabei wurden knapp 19 500 Fälle von Brust­krebs entdeckt. Etwa 80 Prozent davon waren maximal zwei Zenti­meter groß und hatten die Lymph­knoten noch nicht befallen. Beides spricht für gute Behand­lungs­aussichten. Am höchsten ist der Nutzen laut Evaluations­bericht bei regel­mäßiger Teil­nahme am Programm. Vor dessen Start wurden etwa 50 Prozent der Tumore erst in späten, ungüns­tigen Stadien entdeckt.

...Aber es gibt auch Nachteile

Trotz solcher positiver Daten ist das Scree­ning-Programm auch umstritten. Ein wichtiger Grund sind sogenannte Über­diagnosen. Denn teils entdeckt die Mammografie auch Brust­krebs, der lang­sam wächst, nicht streut und Betroffenen nie Probleme bereitet hätte. Weil sich das aber derzeit nicht sicher vorher­sagen lässt, werden in aller Regel auch solche Tumore behandelt – womöglich unnötig.

Pro und Contra persönlich bilanzieren

Frauen müssen die möglichen Nachteile des Brust­krebs-Scree­nings individuell gegen­über den Vorteilen abwägen. Denn: Die Teil­nahme ist freiwil­lig, die Entscheidung darüber sehr persönlich. Wir geben einen Über­blick, wie das Screening-Programm organisiert ist und welche Eckdaten zu Nutzen und Risiken wichtig sind, damit Frauen für sich zum Ergebnis kommen: hingehen oder nicht?

Die Sterberate durch Brust­krebs sinkt

Brust­krebs ist die häufigste Krebs­erkrankung bei Frauen. Laut Daten des Robert-Koch Instituts bekamen im Jahr 2023 rund 75 000 Frauen die Diagnose, rund 18 500 starben daran. Das Risiko, an Brust­krebs zu sterben, konnte in den vergangenen 50 Jahren mehr als halbiert werden. Das belegen Daten aus den USA, die das Fachmagazin Jama veröffent­licht hat. Die Zahlen hier­zulande gehen in die gleiche Richtung. Als Gründe für die positive Entwick­lung nennen Fachleute die stetig verbesserten Therapien sowie Einführung und Ausbau der Früh­erkennung.

Ausweitung für 45-Jährige in Sicht

Ursprüng­lich hatten hier­zulande Frauen zwischen 50 und 69 Jahren Anspruch auf die Früh­erkennung. Im Jahr 2024 wurde dieser erweitert und umfasst nun zusätzlich Frauen bis 75 Jahre. Auch jüngere Frauen zwischen 45 und 49 Jahren sollen künftig ins Mammografie-Scree­ning einbezogen werden. Das empfehlen die EU-Kommission, das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Das Strahlenrisiko sei relativ gering, die Studien­lage zum Nutzen gut. Damit die Absenkung der Alters­grenze in Kraft tritt, sind eine Änderung der Brust­krebs-Früh­erkennungs-Verordnung sowie ein Beschluss des Gemein­samen Bundes­ausschuss erforderlich. Dieses Gremium entscheidet über die Leistungen der Krankenkassen.

Auf Warnhin­weise achten, Kontroll­termine nutzen

Das Mammografie-Scree­ning verhindert Brust­krebs nicht, sondern hilft nur, ihn früh­zeitig zu erkennen. Und: Es ist denk­bar, dass ein Tumor schon vor Start des Programms oder zwischen zwei Mammografie-Terminen auftritt.

Wenden Sie sich daher direkt an Ihre Frauen­ärztin oder Ihren Frauen­arzt, wenn Sie Hinweise auf Brust­krebs bemerken. Dazu zählen tast­bare Knoten, Dellen, Verhärtungen oder Verformungen der Brust, Haut­ver­änderungen und Einziehungen oder Blutungen der Brust­warze. Auch wenn Sie zum Scree­ning gehen, behalten Sie weiterhin Anspruch auf jähr­liche gynäkologische Kontroll­unter­suchungen. Diese geben zusätzliche Sicherheit.

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