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Milliardenklage gegen Zuckerbergs Meta: Vergebt ihnen nicht, denn sie wissen, was sie tun!

Дата публикации: 19-08-2026 14:20:29

200 Milliarden Dollar haben Facebook, Instagram und Co. 2025 eingenommen. Und das mit einem Geschäftsmodell, das laut Klage auf Sucht und Täuschung basierte. Ist er das, der „Big Tobacco“-Moment für Social Media?

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Was für eine Summe: 200 Milliarden Dollar. So viel hat Meta, der Konzern hinter Facebook, Instagram und WhatsApp, im Jahr 2025 eingenommen. Und genau so viel Strafe fordern in einem noch nie dagewesenen Prozess jetzt 29 US-Bundesstaaten.

Vor dem Gericht in kalifornischen Oakland geht es zum einen darum, dass Meta besonders Kinder und Jugendliche durch Funktionen wie das sogenannte Endlos-Scrollen, dauernde Benachrichtigungen und „Gefällt mir“-Zählungen regelrecht süchtig nach seinen Plattformen gemacht hat. Und außerdem darum, ob Meta gelogen hat: süchtig machende Funktionen entwickelt, aber öffentlich behauptet, sie seien unbedenklich.

Die Anklage kann sich dabei auf die sogenannten „Facebook Files“ von 2021 berufen. Damals machte die Ex-Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen als Whistleblowerin öffentlich, dass man bei Meta intern sehr wohl wusste, wie schädlich einzelne Funktionen der Plattformen sind.


Wissen und Leugnen

Wissen und Leugnen und das mit gesundheitsrelevanten Folgen – damit kennen die Amerikaner sich aus. Daher muss man, wenn es um das potenziell schädliche Design von Facebook und Instagram geht, auf die „Big Tobacco“-Prozesse der 1990er Jahre verweisen.

Damals wurde auch nicht verhandelt, ob die Zigarette ein gefährliches Produkt ist, sondern, dass die führenden Tabakkonzerne, darunter Philip Morris, British American Tobacco und R. J. Reynolds, über Jahrzehnte wussten, was ihre Produkte gesundheitlich anrichten – aber öffentlich das Gegenteil behaupteten.

Die US-Tabakindustrie wurde in den frühen 2000er Jahren zu Rekordzahlungen von mehr als 200 Milliarden US-Dollar an 46 US-Bundesstaaten verurteilt und musste jahrzehntelange Lügen öffentlich widerrufen.

So verlockend die Parallele ist, so angreifbar ist sie aber in zumindest einem Punkt: Es fehlt bislang eine wissenschaftlich anerkannte Diagnose „Social-Media-Sucht“, und Metas Argument, psychische Gesundheit lasse sich nicht auf einen einzelnen Dienst zurückführen, stimmt auch so weit. Was vergleichbar ist, ist die Irreführung und Verschleierung der Suchtgefahren, die damals der Tabak, heute die Social-Media-Plattformen haben.

Alle großen sozialen Medien sind heute darauf ausgelegt, ihre Nutzerinnen und Nutzer so lange wie möglich am Bildschirm zu halten. Denn jede zusätzliche Minute im Feed spült mehr Werbung ein und liefert mehr Daten darüber, wie genau man die User ansprechen kann. Und das ist Geld wert, Millionen und Abermillionen in jeder Währung der Welt.

Es wäre nur konsequent, genau dieses Geld auch wieder herzugeben, sollte sich herausstellen, dass die Konzerne über die Mittel, mit denen sie diese Ziele erreicht haben, gelogen haben.

Der Prozess in den USA setzt bei einer Prämisse an, die der deutschen Debatte gut stehen würde: dass nicht der Zugang zu einer Plattform das Problem ist, sondern wie sie gebaut ist.

Der Diskurs hierzulande fixierte sich zuletzt fast ausschließlich auf die Frage: Ab welchem Alter darf man soziale Medien nutzen? Das ist zu bequem gedacht. Denn das eigentliche Problem sind Plattformen, die darauf ausgelegt sind, Menschen nie wieder loszulassen, sobald sie sie einmal haben. Altersgrenzen, die dazu noch wissenschaftlich kaum fundiert sind, verschieben das Problem nur.

Wie es anders geht, zeigt New Mexico. Der US-Bundesstaat hat Meta bereits zweimal verurteilt. Das Gericht ordnete neben millionenschwerem Bußgeld auch an, die Like-Zähler bei Minderjährigen zu verstecken und die Nutzung auf drei Stunden täglich zu begrenzen. Regulierung, die am Design ansetzt.

Auch der Prozess in Oakland ist nur eine weitere Schlacht. Zeitgleich läuft in Tennessee ein weiterer Prozess. Dazu kommen Tausende Einzelklagen von Familien und Schuldistrikten. Im Februar verlor Meta dort bereits den ersten Fall: 4,2 Millionen Dollar Schadenersatz erhielt eine junge Frau, die meinte, als Kind schon einer Abhängigkeit verfallen gewesen zu sein.

Eine einzelne Klage mag Meta kaum schaden, doch die Zahl an Verfahren, verlorenen Prozessen und Vergleichen erzeugt Druck. Kann der Konzern sich dem auf Dauer entziehen? In Oakland stehen mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten – 29 an der Zahl – auf der Klägerseite. Das kann Hoffnung machen.

Nur was, wenn Präsident Donald Trump seinem Freund, Meta-Chef Mark Zuckerberg, zur Seite springt? Wie viel ist der Druck von 29 Bundesstaaten wert, wenn das Weiße Haus auf der anderen Seite steht? Dass Social Media, wie wir es kennen, mit diesem Prozess endet, ist unwahrscheinlich. Aber vielleicht endet ja das endlose Scrollen. Und das endlose Lügen.

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Классификация: Экономика. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 13.83. Источник: www.tagesspiegel.de.