Manager bei den Sparkassen gehören erneut zu den Spitzenverdienern unter den Führungskräften öffentlich gehaltener Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.
Dieses Top-Gehalt bekommen Sparkassenmanager
Aktualisiert am 19.08.2026 - 15:03 UhrLesedauer: 3 Min.

Manager bekommen Gehälter über 150.000 Euro (Symbolbild): Vor allem bei Sparkassen ist die Vergütung hoch. (Quelle: IMAGO/Daniel Ingold/imago)
Manager bei den Sparkassen gehören erneut zu den Spitzenverdienern unter den Führungskräften öffentlich gehaltener Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.
Wer als Manager bei einer Sparkasse arbeitet, verdient mutmaßlich ein deutlich höheres Gehalt als die meisten anderen Führungskräfte in vergleichbaren Firmen. Das ist ein Ergebnis der aktuellen "Public Pay Studie 2026" der Zeppelin-Universität Friedrichshafen. Demnach erhalten Sparkassenchefs im Median 439.000 Euro als jährliche Vergütung. Davon gingen 45.000 Euro auf variable Bestandteile zurück, wie etwa Boni, die an bestimmte Unternehmensziele gekoppelt sind.
Die Studie evaluiert die Vergütungen von öffentlichen Unternehmen, also Firmen, die von staatlichen Akteuren wie einer Kommune, dem Land oder dem Bund mehrheitlich gehalten werden. Häufig sind diese Unternehmen auch einem öffentlichen Zweck verpflichtet, müssen also Bedarfe der Gesellschaft abdecken. Neben Sparkassen gehören Stadtwerke und der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu den bekannten öffentlichen Unternehmen.
Sparkassenmanager verdienen mehr Geld als noch 2025Die Gesamtvergütung pro Kopf inklusive aller variablen Bestandteile liegt laut Studie im Median bei 186.000 Euro, das entspricht einem Anstieg um 4,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Median bedeutet, dass der Wert genau die Mitte abbildet. Gegenüber einem einfachen Durchschnitt hat die Berechnung des Medians den Vorteil, dass Spitzenverdienste das Gefüge nicht nach oben verzerren können.
Zwischen den Branchen bestehen aber erhebliche Unterschiede. Spitzenreiter sind wie auch in den Vorjahren die Sparkassenmanager, die 5,3 Prozent mehr als 2025 erhalten. Danach folgen die Führungskräfte bei Flug- und Seehäfen, in Krankenhäusern sowie in der Energie- und Wasserwirtschaft.
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Der sogenannte Gender Pay Gap – also die Verdienstlücke zwischen den Gehältern – liegt bei 19,7 Prozent und damit über dem bundesweiten Schnitt von 16 Prozent über alle Wirtschaftsbereiche hinweg. Männer in Managerpositionen verdienen demnach 193.000 Euro im Median, Frauen nur 155.000 Euro. Frauen haben aber im Vergleich zum Vorjahr etwas mehr verdient, während der Median bei den Männern eher konstant blieb.
Öffentliche Unternehmen legen zu wenig Gehälter offenBesonders kritisch bewertet die Studie allerdings die Transparenz der Gehälter im öffentlichen Sektor. Vor allem bei den Kommunen gebe es großen Nachbesserungsbedarf: Nur 19,6 Prozent der kommunalen Unternehmen legen die Vergütungen ihrer Spitzenmanager offen, bei Bund und Land seien es 46 Prozent. Besonders hervorzuheben seien die Städte Berlin, Dortmund, Duisburg, Essen und Wiesbaden, die 90 Prozent der Managergehälter offenlegen. Im öffentlichen Rundfunk würden 100 Prozent der Managementvergütungen offengelegt.
"Transparente Vergütungsberichterstattung ist keine unnötige Bürokratie, sondern ein zentraler Werte- und Demokratiebeitrag", schreiben die Studienautoren dazu. Der Staat habe eine Vorbildfunktion für privatwirtschaftliche Unternehmen zu erfüllen, die noch seltener die Vergütungsstrukturen bekannt machen. "Angesichts der aktuellen Diskussion um Vertrauen in den Staat ist es bei der Vergütungstransparenz öffentlicher Unternehmen besonders drängend, zeitnah zu handeln", schreibt Leitautor Professor Ulf Papenfuß in seinem Vorwort.
Auch für privatwirtschaftliche Unternehmen gelten seit Mitte 2026 neue Vorgaben für die Gehaltsoffenlegung. So müssen Arbeitgeber Bewerber schon während des Bewerbungsprozesses über das Einstiegsgehalt und die mögliche Spanne aufklären; die Firma darf Bewerber nicht mehr nach ihrem Gehalt aus vorherigen Arbeitsverhältnissen fragen. Außerdem dürfen Arbeitnehmer jederzeit fragen, wie sie im Vergleich zum Durchschnitt der Kollegen abschneiden, die gleichwertige Arbeit leisten. Größere Unternehmen müssen die Gehaltsspannen ihrer Arbeitnehmer regelmäßig öffentlich machen.
Diese EU-Regelung gilt seit 1. Juni 2026 und muss angewendet werden, auch wenn die Entgelttransparenzrichtlinie bisher noch nicht in nationales Recht umgesetzt wurde. Die Bundesregierung will dies noch vor Ende des Jahres nachholen.