Florian Kainz (33/Karriere-Ende) im großen BILD-Interview über sein neues Leben.
Florian Kainz (33) spielte siebeneinhalb Jahre für den 1. FC Köln
Köln – Florian Kainz (33) hat im Sommer seine Profikarriere beendet, langweilig wird ihm aber nicht. Der Ex-FC-Kapitän trainiert für seinen ersten Halbmarathon, zieht zurück nach Graz und freut sich auf sein Ski-Comeback. Im großen BILD-Interview spricht Kainz über sein neues Leben.
BILD: Herr Kainz, Sie haben sich Ihr erstes sportliches Ziel nach der Profikarriere gesetzt: den Halbmarathon in Graz am 11. Oktober. Waren Sie heute schon laufen?
Florian Kainz (33): „Ja, war ich. 9 Kilometer, mit einem Schnitt von 5:35 Minuten pro Kilometer.“
Wie kamen Sie auf die Lauf-Idee?
„Nach ein paar Wochen Urlaub habe ich einfach gemerkt, dass ich etwas machen muss, und dann habe ich mir das sportliche Ziel gesetzt.“
Warum in Graz und nicht in Köln?
„Ich wäre gerne in Köln gelaufen, aber das passt zeitlich einfach nicht. Der Lauf in Graz hat sich einfach angeboten. Graz ist eine superschöne Stadt und es wird sicher ein schönes Erlebnis. Aber vielleicht schaffe ich es ja nächstes Jahr in Köln, an den Start zu gehen.“
Dann für den Marathon?
„Mein Ziel ist es, erst mal den Halbmarathon zu schaffen, es wird ja auch meine Premiere.“
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Muss ein Ex-Fußballprofi für einen Halbmarathon überhaupt trainieren?
„Irgendwie glaubt jeder, das geht so locker von der Hand. Aber das ist dann schon echt was anderes. Mein Ziel ist es, viermal die Woche laufen zu gehen und mich vor allem bei den langen Läufen jede Woche zu steigern. Es gibt keine feste Uhrzeit für die Läufe, nur abends versuche ich zu vermeiden, weil der Tag dann eh schon so lang war.“
Was ist Ihre Zielzeit?
„1:35 Stunden! Wenn in der Vorbereitung alles glatt läuft, kann ich das vielleicht schaffen.“
Haben Sie ein Lauf-Vorbild?
„Ja, Jonas Hector.“
Haben Sie sich Tipps von ihm geholt? 2024 ist er den Köln-Marathon in 2:57:42 gelaufen.
„ Sehr viele! Jonas hat mir gesagt, dass ihm ein sportliches Ziel direkt nach der Karriere enorm geholfen hat. Wir sind mein Training und den Wochenplan gemeinsam durchgegangen.“
Also war er Ihr Trainer?
Kainz lächelt: „Das würde ich jetzt nicht so sagen, wir haben eher unter Freunden darüber geredet.“
Florian Kainz (33) und Jonas Hector (36) kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim 1. FC Köln
Sie ziehen nach Graz zurück. Auf was freuen Sie sich besonders?
„Wir waren jetzt 12 Jahre weg aus Graz, ziehen dann direkt in die Stadt. Jetzt wieder näher bei der Familie und auch bei alten Freunden zu sein, ist schon schön.“
Behalten Sie Ihre Wohnung in Köln?
„Nein. Aber uns fällt es schon schwer, aus Köln wegzugehen. Wir waren siebeneinhalb Jahre hier, beide Kinder sind hier geboren, wir haben hier viele Freunde und natürlich den Verein. Wir werden viele Sachen vermissen.“
Gibt es schon die nächste sportliche Herausforderung nach dem Halbmarathon?
„Im Winter mal wieder Skifahren gehen! Während der Karriere war es mir einfach zu riskant. Da freue ich mich schon drauf, wir planen bereits einen Skiurlaub.“
Sind Ihre Kinder skibegeistert?
„Noch nicht. Das ist auch ein Hauptgrund, warum ich mal wieder gehen will, weil ich meine Söhne auf die Skier stellen will.“
Und wie sieht es zweieinhalb Monate nach dem Karriereende mit dem Fußball aus?
„Fußball wird immer ein Teil meines Lebens bleiben. Auch den FC werde ich weiter verfolgen. Beim Testspiel gegen Real Sociedad war ich im Stadion. Das Spiel als Fan anzuschauen, war neu – aber ich bin fein mit meiner Entscheidung.“
FC-Trainer René Wagner hofft, dass Sie im Fußball bleiben. Wollen Sie das denn auch?
„Ja. Es kann sein, dass da bald etwas passiert. Mehr kann ich leider noch nicht verraten.“
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