Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

ADHS & Migräne: „Fehlende Reizfilter führen schnell zu Überlastung“

Дата публикации: 17-08-2026 15:00:00

Eine Studie legt einen Zusammenhang zwischen ADHS und Migräne nahe. Welcher Teufelskreis oft dahintersteckt – und was Betroffenen hilft.

Основное содержимое страницы с новостью.

Hämmernde Kopfschmerzen, dazu Übelkeit, Sehstörungen und eine extreme Empfindlichkeit gegenüber Licht oder Geräuschen: Ein Migräne-Anfall kann das Leben für Stunden oder Tage komplett lahmlegen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört Migräne zu den am stärksten beeinträchtigenden Erkrankungen weltweit.

Newsletter Illustration

Was viele nicht wissen: Migräne- und ADHS-Gehirne ticken ähnlich. Eine Expertin erklärt, was sie gemeinsam haben und warum eine unbehandelte Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung Migräne sogar verstärken kann.

Lesen Sie auch
Migräne: Gehirn der Betroffenen ist schnell überlastet 

Migräne-Patientinnen und -Patienten kommen bereits mit einer erhöhten neurologischen Empfindlichkeit zur Welt: Ihre Reizschwelle liegt niedriger. Licht, Lärm oder Stress treffen sie mit größerer Wucht. Weil Migräne-Gehirne unter Dauerempfang stehen, kommt es irgendwann zu einer Überlastung des Nervensystems. Dabei entzünden und erweitern sich unter anderem die Blutgefäße in den Hirnhäuten. Die Folge sind die typischen pochenden Migräne-Schmerzen und quälenden Attacken.

Auch bei ADHS ist die Reizverarbeitung im Gehirn beeinträchtigt. Normalerweise werden unwichtige Reize vom Gehirn automatisch aussortiert. Bei ADHS-Gehirnen ist diese Filterfunktion durch einen Mangel an den Botenstoffen Dopamin und Noradrenalin jedoch beeinträchtigt. Verschiedene Reize, wie Straßenlärm, eigene Gedanken, Gespräche oder Lichtreize werden gleichzeitig wahrgenommen und gelangen beinahe ungefiltert ins Bewusstsein.

Wissenschaft: ADHS-Patienten haben großes Migräne-Risiko

Auch wenn noch weitere großangelegte wissenschaftliche Studien nötig sind, liefern erste Untersuchungen bereits deutliche Hinweise darauf, dass Menschen mit ADHS durchschnittlich öfter unter Migräne leiden. So kam eine Querschnittsstudie mit 26.456 erwachsenen Teilnehmenden etwa zu dem Schluss, dass Migräne bei Menschen mit ADHS beinahe doppelt so häufig vorkommt wie in der Allgemeinbevölkerung. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Migräne mit Aura, also bei Migräne mit visuellen Störungen vor Beginn des Kopfschmerzes. Frauen waren zudem häufiger betroffen als Männer.

Mehr zum Thema Migräne

„Auch gewöhnliche Kopfschmerzen kommen bei Menschen mit ADHS deutlich häufiger vor als bei Menschen ohne“, sagt die ADHS-Expertin Dr. Astrid Neuy-Lobkowicz aus Aschaffenburg. Warum Kopfschmerzen, Migräne und ADHS so häufig gemeinsam auftreten, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Ein gemeinsamer Nenner könnte jedoch der fehlende Reizfilter sein, was im Alltag schnell zu einer Reizüberflutung und einem überlasteten Nervensystem führt.  

In der Forschung wird zudem diskutiert, ob ein gestörtes Gleichgewicht der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin die Verbindung erklären könnte. Bei ADHS werden beide genetisch bedingt zu schnell abgebaut. Die Folge sind die typischen ADHS-Symptome, wie Impulsivität, Reizbarkeit oder Hyperaktivität. Mittlerweile gibt es Hinweise darauf, dass beide Botenstoffe auch bei Migräne relevant sind, weil sie nicht nur an der Reizfilterung, sondern auch an der Schmerzverarbeitung des Gehirns beteiligt sind. 

Stress gilt als Verstärker für ADHS, Kopfschmerzen und Migräne

Dazu kommt ein weiterer Faktor, der beide Erkrankungen verbindet: Stress. „Menschen mit ADHS haben eigentlich immer Stress“, erklärt Neuy-Lobkowicz. Ihre Gedanken rasen, viele fühlen sich innerlich getrieben. Zusätzlich zermürbt sie der ständige innere Druck, sich zu organisieren, ihre Impulse zu kontrollieren und Anforderungen zu erfüllen. 

Lesen Sie auch

Die dauerhafte Anspannung hinterlässt auch körperliche Spuren: Die Muskeln im Hals- und Nackenbereich verspannen sich. Viele Betroffene pressen die Zähne aufeinander oder „knirschen“ nachts – bekannt als „Bruxismus“. Stress und Anspannung begünstigen wiederum Kopfschmerzen und die Entstehung von Migräneattacken.  

Medikamente: Das müssen ADHS-Patienten bei der Einnahme beachten

Ein Ansatz, um den Teufelskreis aus ADHS, Stress und Migräne zu durchbrechen, ist die Behandlung der Grunderkrankung, erklärt Neuy-Lobkowicz. Die erste Maßnahme bei ADHS, auch im Erwachsenenalter, ist laut Leitlinie die Behandlung mit Stimulanzien, wie beispielsweise Lisdexamphetamin oder Methylphenidat. Sie wirken direkt auf das Aufmerksamkeitszentrum im Gehirn und sorgen dafür, dass die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin ansteigen. „Das sorgt bei vielen Patienten für mehr Ruhe und Klarheit“, berichtet Neuy-Lobkowicz aus ihrer Praxis. Auch Migräneattacken können so reduziert werden.  

Allerdings zählen Kopfschmerzen auch zu den häufigsten Nebenwirkungen der Medikamente. Deswegen wird empfohlen, die Medikamente langsam einzuschleichen und sich dabei stets eng mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abzustimmen. 

Lesen Sie auch
Hilfe bei Symptomen: Das kann unterstützen

Auch ein regelmäßiger Tagesablauf und gesunde Routinen sind hilfreich: ausreichend Schlaf und Bewegung, eine ausgewogene Ernährung ohne lange Essenspausen und eine gezielte Stressreduktion, beispielsweise durch Yoga, Entspannungsverfahren oder Psychotherapie. Das stabilisiert Migräne-Patientinnen und -Patienten genauso wie ADHS-Betroffene.  

„Unbehandelt fällt aber genau das vielen ADHSlern schwer“, erklärt Neuy-Lobkowicz. Die Therapie schaffe eine Grundlage für eine bessere Selbstfürsorge. Durch die Linderung der ADHS-Symptome gelingt es Betroffenen plötzlich, mehr Struktur und Regelmäßigkeit in das eigene Leben zu bringen. Sie schaffen es, ihre Medikamente zuverlässig einzunehmen oder die Signale ihres Körpers besser wahrzunehmen. So kann sich nicht nur eine Migräne-Problematik verbessern. Auch andere körperliche und psychische Begleiterkrankungen von ADHS, wie Bluthochdruck, Diabetes oder Depressionen, werden oft merklich abgemildert. 

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1„Schnell überfordert“: So kann ADHS ihr Sexleben beeinflussen07.912-08-2026
2Раскрыт неоднозначный характер влияния дофамина на развитие мигрени09.0327-07-2026
3أكثر من ألم عابر.. دراسة تكشف "سرا" عن الصداع النصفي0704-06-2026
4Мигрень временно перестраивает работу мозга, выяснили ученые0706-07-2026
5Врач рассказала об эффективности инъекций ботокса при мигрени0025-04-2020
6Women with migraines have higher risk of cardiovascular disease, mortality05.701-06-2016
7Pourquoi les migraineux sont-ils hypersensibles à la foudre ?0513-07-2026
8Врач Лапа: мигрень часто является следствием проблем с ЖКТ0509-07-2026
9Wie Prokrastination mit ADHS zusammenhängt und was dagegen hilft09.3821-07-2026
10Cannabis gegen ADHS? Ärztin warnt vor „psychiatrischem Super-GAU“011.2313-08-2026

Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 7.83. Источник: www.waz.de.