Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Ein Herz-Medikament scheitert – und plötzlich droht einer Theorie das Aus

Дата публикации: 12-08-2026 06:19:07

Ein Medikament sollte Herzinfarkte und Schlaganfälle durch Entzündungshemmung verhindern. Stattdessen steht eine alte Annahme infrage.

Основное содержимое страницы с новостью.

Jahrzehntelang galt eine einfache Vorstellung: Entzündungen spielen eine wichtige Rolle dabei, dass sich die Arterien verengen und schließlich Herzinfarkte oder Schlaganfälle entstehen können. Ein neues Medikament sollte diese Theorie auf die Probe stellen. Doch das Ergebnis fällt überraschend aus.

Newsletter Illustration

Der Pharmakonzern Novo Nordisk hat Ende Juli die ersten Ergebnisse seiner großen ZEUS-Studie vorgestellt. Mehr als 6300 Menschen mit Gefäßerkrankungen, chronischer Nierenerkrankung und erhöhten Entzündungswerten nahmen daran teil. Das untersuchte Medikament Ziltivekimab sollte gezielt einen Botenstoff des Immunsystems blockieren und dadurch die Entzündung im Körper bremsen.

Auch interessant
Mann liegt wach in seinem Bett

Das Medikament tat tatsächlich, was es biologisch sollte: Die Werte von Interleukin-6 (IL-6) und des CRP gingen zurück, zwei wichtige Anzeichen für Entzündungen im Körper. Doch auf das eigentliche Ziel hatte das keinen messbaren Effekt. Herzinfarkte, Schlaganfälle und Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden durch Ziltivekimab nicht deutlich seltener als unter einem Placebo. Das Verhältnis lag bei 0,99 – ein Ergebnis, das praktisch keinen Unterschied zwischen den Gruppen zeigt. Damit steht eine lange verfolgte wissenschaftliche Annahme plötzlich wieder zur Debatte.

Entzündung: Ursache oder nur Begleiterscheinung?

Die entscheidende Frage lautet: Verursacht die Entzündung die Gefäßerkrankung – oder zeigt sie nur an, dass bereits etwas im Körper nicht stimmt? Das lässt sich vereinfacht mit einem Vergleich erklären: Graue Haare sind ein Zeichen des Älterwerdens, aber sie verursachen das Altern nicht. Könnte es bei Entzündungen und Arteriosklerose ähnlich sein?

Viele Wissenschaftler halten diese Vorstellung allerdings weiterhin für zu einfach. Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Entzündungsprozesse tatsächlich an der Entstehung und dem Fortschreiten von Gefäßerkrankungen beteiligt sind. Die aktuelle Studie widerlegt diese Theorie deshalb nicht automatisch. Sie zeigt zunächst, dass dieser konkrete Weg der Entzündungshemmung bei dieser Patientengruppe nicht zu weniger schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen geführt hat. Genau darin liegt die Überraschung.

Auch interessant
Eine Frau probiert ein Melatonin-Spray aus
Das Medikament senkte die Entzündung – aber nicht das Herzrisiko

Ziltivekimab richtet sich gegen Interleukin-6, kurz IL-6. Dieser Botenstoff ist Teil des Immunsystems und spielt bei Entzündungsprozessen eine wichtige Rolle. Ein weiterer wichtiger Wert ist das sogenannte C-reaktive Protein, kurz CRP. Es lässt sich im Blut messen und gilt als Hinweis auf Entzündungsaktivität.

Die ZEUS-Studie wurde genau für Menschen ausgewählt, bei denen solche Entzündungszeichen erhöht waren. Die Teilnehmer hatten bereits eine Arteriosklerose und zusätzlich eine chronische Nierenerkrankung. Das Medikament wurde einmal im Monat gespritzt und mit einem Placebo verglichen. Die biologische Wirkung war eindeutig: Die Entzündungswerte gingen zurück.

Auch interessant
Healthy food for lower cholesterol and heart care

Doch die Patienten hatten dadurch nicht weniger sogenannte schwere kardiovaskuläre Ereignisse. Dazu zählen Herz-Kreislauf-Todesfälle, nicht tödliche Herzinfarkte und nicht tödliche Schlaganfälle. Auch bei der Gesamtsterblichkeit wurde kein Unterschied festgestellt. Gleichzeitig traten unter Ziltivekimab schwere Infektionen häufiger auf – ein möglicher Hinweis darauf, dass eine gezielte Beeinflussung des Immunsystems auch Risiken haben kann.

Eine Idee mit langer Vorgeschichte

Die Vorstellung, dass Entzündungen bei Arteriosklerose eine aktive Rolle spielen, ist nicht neu. Seit mehr als 20 Jahren sammeln Forscher Hinweise darauf. Eine wichtige Arbeit dazu veröffentlichte der Kardiologe Paul Ridker Anfang der 2000er-Jahre. Dabei zeigte sich unter anderem, dass der Entzündungsmarker CRP mit dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhing.

Das war ein wichtiger Schritt: Bis dahin stand vor allem das sogenannte LDL-Cholesterin im Mittelpunkt. LDL gilt als wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Arteriosklerose. Die Forschung zeigte jedoch, dass auch Menschen mit vergleichsweise niedrigen LDL-Werten ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko haben können, wenn Entzündungswerte hoch sind.

Auch interessant
Erythrit (E 968) ist ein kalorienfreier Zuckerersatz (Zuckeraustauschstoff) mit etwa 70 Prozent der Süßkraft von normalem Haushaltszucker. Eine Studie deutet nun auf eine Gefahr für die Gesundheit hin.

Damit entstand die Hoffnung auf einen zweiten Ansatz: Vielleicht reicht es nicht, nur das Cholesterin zu senken. Vielleicht muss man zusätzlich die Entzündung bekämpfen.

Frühere Studien machten Hoffnung

Einige Studien schienen diese Idee zu unterstützen. So untersuchten Forscher das entzündungshemmende Medikament Colchicin, das unter anderem gegen Gicht eingesetzt wird, bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Eine Studie mit Patienten nach einem Herzinfarkt zeigte weniger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse unter Colchicin. Eine weitere große Untersuchung kam später allerdings zu einem anderen Ergebnis: Dort hatte Colchicin trotz einer Senkung des CRP-Wertes keinen Vorteil beim wichtigsten Studienziel.

Auch ein anderer Entzündungshemmer lieferte ein gemischtes Bild. In der CANTOS-Studie konnte der Wirkstoff Canakinumab das Risiko bestimmter Herz-Kreislauf-Ereignisse senken. Gleichzeitig stieg jedoch das Risiko schwerer, teils tödlicher Infektionen. Das Medikament wurde deshalb nicht als Herzmedikament auf den Markt gebracht.

Die Forschung stand damit vor einem komplizierten Bild: Es gab Hinweise darauf, dass Entzündung mehr sein könnte als nur ein Begleitzeichen. Gleichzeitig konnten nicht alle Studien diese Hoffnung bestätigen.

Auch interessant
Ein Zahnarzt untersucht eine Patientin.
Warum ZEUS so wichtig war

ZEUS sollte einen besonders direkten Test liefern. Denn Ziltivekimab greift gezielt in den IL-6-Weg ein, einen wichtigen Teil der Entzündungsreaktion. Die Ergebnisse sind deshalb für die Forschung wichtig: Das Medikament senkte die entsprechenden Entzündungswerte, aber die Patienten hatten dadurch nicht weniger Herzinfarkte, Schlaganfälle oder kardiovaskuläre Todesfälle.

Einige Kardiologen wollen die Entzündungstheorie deshalb keineswegs aufgeben. Möglich ist etwa, dass nicht jede Form der Entzündung gleich wichtig ist. Auch könnte der Zeitpunkt der Behandlung eine Rolle spielen. Vielleicht lässt sich ein bereits stark geschädigtes Gefäß durch das Absenken von Entzündungswerten nicht mehr ausreichend beeinflussen.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass Ziltivekimab zwar den richtigen biologischen Prozess beeinflusst, dieser aber für das Auftreten von Herzinfarkten und Schlaganfällen nicht entscheidend genug ist.

Was bedeutet das für Patienten?

Für Patienten ändert die Studie zunächst nichts an den etablierten Behandlungsmethoden. Das Ergebnis bedeutet nicht, dass Entzündungen bei Herzkrankheiten keine Rolle spielen. Es zeigt vielmehr, dass sich eine messbare Senkung von Entzündungswerten nicht automatisch in weniger Herzinfarkten oder Schlaganfällen niederschlägt.

Lesen Sie hier alle Teile unserer Herz-Doc Serie

LDL-Cholesterin bleibt ein zentraler Ansatzpunkt bei der Behandlung und Vorbeugung von Arteriosklerose. Die Frage, ob und wie Entzündungen zusätzlich behandelt werden sollten, ist dagegen weiterhin Gegenstand der Forschung. Auch der aktuelle Stand der kardiologischen Forschung sieht IL-6 als interessanten Ansatz, weist aber darauf hin, dass noch wichtige Fragen zu geeigneten Patienten, dem richtigen Zeitpunkt und der langfristigen Sicherheit geklärt werden müssen.

Novo Nordisk will die Erforschung von Ziltivekimab deshalb fortsetzen. Zwei weitere große Studien laufen bereits. Untersucht wird der Wirkstoff dort bei Menschen mit Herzschwäche beziehungsweise nach einem akuten Herzinfarkt. Ergebnisse werden für die erste Hälfte des Jahres 2027 erwartet.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Агидель: Ночь 20 дек, Чт0019-12-2018
2Buzzing noise on phone line0003-03-2020
3Школьники могут побывать на ведущих предприятиях Ярославской области0015-10-2019
4Деревья лечат!0003-12-2024
5Пассажирские перевозки Стаханов - Алчевск(Перевальск) - Луганск - Краснодон - ...0529-06-2026
6Best Valentine's Day cards DIY sites 20200020-01-2020
7Пять стран потребовали компенсаций от Ирана за сбитый самолёт0016-01-2020
8Geigers WM-Ziel: "Es wird einem nichts geschenkt"0028-02-2025
9НАСА заявило о необходимости альтернатив «Союзу» для отправки людей в космос0012-10-2018
10What is Dark MAGA? Here’s Everything You Need to Know About the Controversial Movement0025-02-2025

Классификация: Наука. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 12.14. Источник: www.waz.de.