Beim Autobauer Ford in Köln drohen unbefristete Streiks. Fast 94 Prozent der IG-Metall-Mitglieder bei Ford sprachen sich für einen Arbeitskampf aus. Schon kommende Woche könnte der Ausstand starten, heißt es.
Beim Autobauer Ford rückt in Köln erstmalig ein harter Arbeitskampf in greifbare Nähe. Wie die IG Metall mitteilte, sprachen sich 93,5 Prozent der bei Ford tätigen IG-Metall-Mitglieder in einer Urabstimmung für den Einsatz „von allen gewerkschaftlichen Mitteln, einschließlich Streiks“ aus, um Forderungen für arbeitnehmerfreundliche Regelungen in einem neuen Sozialtarifvertrag Nachdruck zu verleihen.
Die Wahlbeteiligung habe bei 95,7 Prozent gelegen. „Die Leute im Betrieb stehen hinter uns“, sagte der Sprecher der IG Metall bei Ford Köln, David Lüdtke. Nach dem klaren Votum berät die Gewerkschaft nun ihr weiteres Vorgehen. In der kommenden Woche könnten Streiks folgen – in welchem Umfang, ist unklar. Bereits im März und April hatte es an dem Standort Warnstreiks gegeben. Die neuen Arbeitsniederlegungen dürften intensiver und hartnäckiger sein.
Die IG Metall warnte das Management, dass ein härterer Arbeitskampf auch Schaden für das Nutzfahrzeuggeschäft in Europa bringen könnte. Es wäre laut IG Metall das erste Mal, dass es bei Ford in Köln nach einer Urabstimmung zu Arbeitsniederlegungen kommt. Bei anderen, lange zurückliegenden Befragungen war es direkt danach doch noch zu einer Einigung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft gekommen. Ford hat in der Stadt rund 11.500 Beschäftigte, die meisten von ihnen sind Gewerkschaftsmitglieder.
Die Deutschlandtochter des US-Konzerns stellt in Köln zwei Elektroautomodelle her, deren Verkauf schleppend verläuft. Die Investition von knapp zwei Milliarden Euro, mit denen Ford sein Kölner Werk auf Elektrokurs gebracht hat, hat sich bislang nicht ausgezahlt. Das Deutschlandgeschäft bleibt verlustreich.
Um Kosten zu senken, möchte das Management in Köln bis Ende 2027 2900 Stellen abbauen. Allerdings ist es hierbei auf die Zustimmung des Betriebsrats angewiesen, da eine erst vor zwei Jahren abgeschlossene Vereinbarung betriebsbedingte Kündigungen noch bis 2032 ausschließt.
Von Gewerkschaftsseite wurden wiederum hohe Abfindungen für Mitarbeitende gefordert, die das Unternehmen verlassen oder deren Geschäftsbereich an externe Dienstleister ausgelagert wird, sowie finanzieller Schutz für die verbliebenen Beschäftigten, sollten die Ford-Werke in die Insolvenz rutschen. Das ist bisher zwar nur Theorie, aber seit der Aufkündigung einer Bürgschaft durch die US-Mutter möglich.
Da die Verhandlungen zu einem neuen Sozialtarifvertrag in einer Sackgasse geraten waren, rief die IG Metall zur Urabstimmung auf und bekam dabei den erhofften Rückenwind. Nun kann die Gewerkschaft zu Streiks aufrufen – entweder befristet oder unbefristet.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Ford: Erster Streik in der Geschichte der Kölner Werke wegen Sparplänen | 0 | 10.92 | 14-05-2025 |
| 2 | Ford: Sparpaket löst erstmals Streik in Kölner Elektroauto-Werk aus | 0 | 10.83 | 12-05-2025 |
| 3 | Ford: Autobauer streicht weitere 1000 Stellen im Kölner Werk | 0 | 14.97 | 16-09-2025 |
| 4 | Ford: Wie der Auto-Bauer in Europa gegen den Untergang kämpft | 0 | 14.71 | 26-03-2026 |
| 5 | Volkswagen und Mercedes: Autobauer stellen Werke und Arbeitszeit infrage | 0 | 6.05 | 03-07-2026 |
| 6 | Ford прекращает производство легковых автомобилей в Бразилии | 0 | 0 | 11-01-2021 |
| 7 | Сотрудники GM Korea начали забастовку с требованием повышения зарплаты | 0 | 0 | 09-09-2019 |
| 8 | Autoindustrie: Bosch-Betriebsratschef will Gespräche mit Politikern und Bossen | 0 | 9.83 | 05-07-2026 |
| 9 | Volkswagen: IG Metall protestiert gegen Stellenabbau bei VW | 0 | 5.95 | 09-07-2026 |