Amnesty International fordert die Abgeordneten des EU-Parlaments auf, die geplante Rückführungsverordnung abzulehnen.
Am Donnerstag stimmt das EU-Parlament über die geplante Rückführungsverordnung ab. Amnesty International fordert die Abgeordneten auf, den vorliegenden Kompromisstext abzulehnen.
Der Entwurf ist unter künstlich erzeugter Dringlichkeit und in enger Zusammenarbeit der Europäischen Volkspartei (EVP) mit migrationsfeindlichen politischen Gruppen entstanden. Das Ergebnis ist ein menschenrechtswidriger Entwurf, der eine Vielzahl von Verstößen gegen völkerrechtliche Vorgaben vorsieht.
Der Gesetzesentwurf birgt enorme menschenrechtliche Risiken: Er weitet Inhaftierungsmöglichkeiten drastisch aus und schafft mit sogenannten "Return Hubs" erstmals einen Rechtsrahmen für die Auslagerung von Abschiebungen in Drittstaaten. Bisherige Versuche solcher Externalisierung haben vorhersehbar zu systematischen Menschenrechtsverletzungen geführt und wurden von verschiedenen nationalen und europäischen Gerichten wiederholt kritisiert.
Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, sagt:
Breite Kritik aus der Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen"Der vorliegende Entwurf schafft mit sogenannten 'Return Hubs' erstmals einen EU-Rechtsrahmen für gefängnisähnliche Abschiebezentren außerhalb Europas. Das ist ein eklatanter Bruch mit dem Völkerrecht. Solche Zentren führen vorhersehbar zu willkürlicher Inhaftierung, zu menschenrechtswidrigen Zurückweisungen und zur Verweigerung grundlegender Verfahrensrechte.
Die Regelungen im Entwurf sind dabei alarmierend vage. Sie enthalten keinerlei verbindliche Standards. Alle bisherigen Versuche, Verantwortung für den Flüchtlingsschutz auszulagern – ob durch Australien, das Vereinigte Königreich oder Italien – sind gescheitert.
An den Kosten und an verbindlichen menschenrechtlichen Vorgaben. Die Abgeordneten dürfen sich nicht von derartiger Symbolpolitik treiben lassen. Sie müssen den Entwurf ablehnen und mehr Zeit für eine menschenrechtskonforme Überarbeitung einfordern."
Über 250 zivilgesellschaftliche Organisationen, Amnesty International eingeschlossen, und die EU-Grundrechteagentur haben bereits vor einem Jahr schwere Bedenken gegen die geplante Rückführungsverordnung angemeldet. UN-Sonderberichterstatter*innen, das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte sowie der Menschenrechtskommissar des Europarats haben erst vor wenigen Wochen schwere völkerrechtliche Vorbehalte geäußert. Die Verhandlungen haben diese Warnungen nicht ausreichend berücksichtigt.
Für einen menschenrechtlich tragbaren Entwurf fordert Amnesty International:| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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