Einen Monat vor der Wahl in Berlin gibt es Plagiatsvorwürfe gegen Justizsenatorin Felor Badenberg. Die CDU-Politikerin hat nun die Universität Köln gebeten, ihre Doktorarbeit aus dem Jahr 2005 zu überprüfen.
Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) lässt gegen sie erhobene Plagiatsvorwürfe untersuchen. Mehr als 80 Plagiate hat der selbst ernannte Plagiatsjäger und Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber nach eigenen Angaben in ihrer Doktorarbeit gefunden, wenige Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat er ein Gutachten dazu veröffentlicht. Konkret spricht Weber von »83 Plagiatsfragmenten«.
Eine Prüfung der Vorwürfe steht aus, Badenberg hat sie nun selbst angestrengt. »Die Dissertation wurde nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt«, teilte sie dem SPIEGEL mit. »Ich habe die Universität zu Köln gebeten, meine Dissertation unabhängig und umfassend zu prüfen. Die wissenschaftliche Bewertung einzelner Fundstellen ist Gegenstand dieses Verfahrens.«
Zuvor hatten »Berliner Zeitung« und »Tagesspiegel« berichtet. Badenberg hatte ihre Dissertation demnach im Jahr 2005 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln abgelegt.
Badenberg, geboren in Iran, ging ab 1987 in Deutschland zur Schule, später studierte sie Jura und promovierte. Ab 2006 arbeitete sie im Bundesamt für Verfassungsschutz, dort leitete sie den Bereich Rechtsextremismus und Terrorabwehr und kümmerte sich auch um die Beobachtung der AfD als rechtsextremer Verdachtsfall. Außerdem baute sie unter anderem die Cyberabwehr auf. 2022 wurde sie Vizepräsidentin der Behörde – als erste Frau auf diesem Posten.
2023 wurde Badenberg Senatorin für Justiz und Verbraucherschutz in Berlin. Damals war sie noch parteilos, im darauffolgenden Jahr trat sie in die CDU ein. Die 51-Jährige, die seit Februar auch Mitglied im CDU-Bundesvorstand ist, tritt bei der Abgeordnetenhauswahl am 20. September als Spitzenkandidatin auf der Bezirksliste in Charlottenburg-Wilmersdorf an.
Weitere Fälle in Berlin und ThüringenBadenberg ist nicht die erste Berliner Politikerin, die sich mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert sieht. Zuletzt war unter anderem die frühere Berliner Umwelt- und Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) betroffen. 2024 entzog ihr die Universität Rostock ihren Doktortitel wegen Fehlern in ihrer Dissertation, sie trat zurück.
Bundesweit bekannt ist auch der Fall der heutigen Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). Im Jahr 2021 hatte ihr die Freie Universität Berlin den Doktortitel aberkannt – wegen Täuschung bei der Übernahme fremder Inhalte. Von ihrem Amt der Bundesfamilienministerin trat Giffey damals zurück, wurde aber später Berlins Regierende Bürgermeisterin.
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