Wann die Panda-Zwillinge Leni und Lotti den Zoo Berlin verlassen müssen: Zoodirektor Andreas Knieriem verrät es exklusiv.
Der Zoo Berlin steht vor einer bärenstarken Geburtstagsfeier: Die Panda-Zwillinge Leni und Lotti werden an diesem Sonnabend (22. August) zwei Jahre alt – für die Bärchen ein ganz besonderer Geburtstag. Denn ab diesem Alter nehmen Panda-Jungtiere für gewöhnlich Abschied von ihrer Mutter – dann müssen sie zurück nach China. Wann das sein wird, weiß Zoodirektor Andreas Knieriem ganz genau.
Zoo-Chef verrät: So lange bleiben Lotti und LeniZum Panda-Geburtstag haben die sich die Tierpfleger eine bärenstarke Überraschung einfallen lassen. Es gibt eine fruchtige Eistorte mit einer großen „Zwei“ darauf. Bei all der Freude: An einen Abschied von den beiden China-Bären will an so einem Tag niemand denken.
Auch der Zoodirektor nicht. Dem KURIER verrät Andreas Knieriem exklusiv, dass die Panda-Zwillinge locker noch zwei weitere Geburtstage in Berlin feiern könnten.
Sein Vergleich: „Bei den Eisbären gibt es Mutter-Kind-Paare, die man nach 2,5 Jahren trennen muss, weil sie sich nicht mehr vertragen. Aber es gibt auch Hertha und Tonja aus unserem Tierpark Berlin, die sich bis heute gut verstehen. So ist das auch bei den Pandas.“
Sein Fazit: „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir ihren dritten und auch den vierten Geburtstag in Berlin feiern.“
Auf der Panda-Anlage weiß inzwischen mancher gar nicht mehr, wer wer ist. Leni und Lotti sehen ihrer Mutter Meng Meng trotz ihrer erst zwei Jahre schon erstaunlich ähnlich. Kein Wunder – rein optisch sind die Schwestern ihr längst fast ebenbürtig. 60 bis 70 Kilogramm bringen sie mittlerweile auf die Waage. Meng Meng kommt auf 85 Kilo.
Zwar sollen die Zwillinge nun von der Mama entwöhnt werden. Schließlich sind sie auf dem Weg, erwachsen zu werden. Trotzdem können Leni und Lotti von der Mama nicht lassen. Einmal täglich gibt's noch Muttermilch. Den Rest liefern sogenannte Pandakekse und dann gibt es Bambus.

Man kann sie alle drei nicht mehr voneinander unterscheiden. Die Panda-Zwillinge Leni und Lotti mit ihrer Mama Meng Meng. Mutti ist links – oder doch in der Mitte? Man findet es schwer heraus.Maurizio Gambarini/imago
Geboren wurden die Schwestern am 22. August 2024 – Leni mit 169 Gramm, Lotti mit 136 Gramm. Beide waren wochenlang blind, nackt, hilflos.
Ihre Namen (chinesisch Meng Hao und Meng Tian, „schöne Träume“ und „süße Träume“) verkündete Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner persönlich, als Taufpate von Leni. Lottis Patenschaft übernahm Chinas Botschafter Deng Hongbo.

Der Berliner Zoo-Chef Andreas Knieriem am Panda Gehege. Er ist sich sicher: Lotti und Leni müssen noch nicht so schnell nach China.Joerg Krauthoefer/imago
Charakterlich kann man die Panda-Zwillinge unterscheiden. „Lotti ist die etwas wagemutigere von beiden, während Leni häufig einen Tick gelassener bleibt“, sagte einmal Tierpfleger Norbert Zahmel. Zusammen sind sie aber ein „echtes Dream-Team“.
Die großen Brüder hatten es schwererWarum die Aufregung um den Abflug nach China überhaupt? Weil es beim ersten Berliner Zwillingspaar ganz anders lief als geplant.
Pit und Paule, die großen Brüder von Leni und Lotti, sollten laut Vertrag mit zwei bis vier Jahren zurück nach China. Von der Mutter trennte man sie erst mit zweieinhalb – und dann wartete der Zoo noch zwei weitere Jahre.

Selfies machen mit Leni und Lotti. Die Panda-Zwillinge im Zoo Berlin sind weiter ein Besuchermagnet.Maurizio Gambarini via imago-ima
Der Grund: Corona legte den Panda-Flugverkehr lahm. „Wir warten ganz in Ruhe ab, bis unsere Zwillinge an der Reihe sind“, hieß es damals vom Zoo.
Am Ende ging's erst am 16. Dezember 2023 los – vier Monate nach ihrem vierten Geburtstag in Berlin, mit einer Frachtmaschine der Air China nach Chengdu.
Eines Tages müssen auch Leni und Lotti gehen. Alle Pandas gehören China, auch der Nachwuchs, der im Ausland zur Welt kommt. China verleiht seine Bären nicht mehr kostenlos, sondern gegen klingende Leihgebühren – Geld, das offiziell dem Artenschutz zugutekommt.

Zwei Jahre sind sie nun alt. Die Panda-Zwillinge Leni und Lotti mit ihrer Geburtstagstorte im Berliner Zoo. Für die Presse gab es schon vorab eine Geburtstagsparty.John MacDougall/AFP
Mit der Trennung von der Mutter beginnen laut Zoo in der Regel auch die Abstimmungen mit den Verantwortlichen in China über den Umzug.
Ihr Ziel dürfte dasselbe sein wie bei den großen Brüdern Pit und Paule: die Chengdu Panda Base im Südwesten Chinas. Bis dahin gilt für Leni und Lotti: Bambus mampfen, Klettergerüst erobern – und sich so richtig noch in ihrer schicken Anlage im Zoo Berlin austoben.
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