Weil die Aktie der Telekom den Wert des Unternehmens nicht widerspiegelt, sollen für 2-3 Milliarden Euro Aktien zurückgekauft werden. Tim Höttges erläutert seine Strategie.
Ungewohnte Worte bei der Bilanzzahlen-Pressekonferenz von Tim Httges. Statt die seit 34 Quartalen fortwhrend guten Zahlen im Detail zu erlutern, hielt Httges eher eine firmenpolitische Grundsatzrede: "Unsere Zahlen sind stark, aber unsere Aktie spiegelt diese Strke aus unserer Sicht nicht wider." Das sei kein Vorwurf an den Markt, denn der Markt stelle berechtigte Fragen.
Httges nannte dabei folgende Punkte:
Um auf alle Fragen mit einem "klaren Ja!" zu antworten.
Httges PlanSeine Agenda hat Httges in verschiedene Punkte gegliedert: Die Zahlen im ersten Halbjahr seien sehr gut, wir haben sie hier ja schon vorgestellt.
Httges rumte ein, dass der Wettbewerb in den USA hrter geworden sei, der Breitbandmarkt in Deutschland bleibe "anspruchsvoll". Wie schon berichtet, zhlt bei Glasfaser nicht (mehr) Homes Passed (= Leitung fhrt am Haus vorbei, ist aber nicht ins Haus gelegt) allein, sondern auch Nutzung, Penetration, Kundenzuwachs und - Httges ist gelernter Betriebswirtschaftler - die Kapitalrendite.
Httges betonte die Verlsslichkeit, das heie nicht, alles schnzureden, sondern zu liefern und die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Telekom-Chef Tim Httges ist stolz auf den Auftrag von Minister Wildberger (rechts) fr eine Brger-App.
Foto: Picture Alliance/dpa
Fr Httges ist die Beteiligung an T-Mobile USA ein "Qualittswert": "T-Mobile US hat im zweiten Quartal erneut Finanz-Ergebnisse abgeliefert, die im Branchenvergleich fhrend sind." Das US-Unternehmen wachse beim Ergebnis weiterhin wesentlich "schneller als die groen Wettbewerber". Aber der Markt schaue aktuell strker auf das Kunden- und Volumenwachstum. Die Telekom wolle "kein Wachstum um jeden Preis" kaufen, sondern sich werthaltige Kunden, beste Netzqualitt, niedrige Abwanderung und wachsenden Cashflow konzentrieren.
Fr Httges ist T-Mobile US nicht stark, weil sie kurzfristig die lauteste Werbung im US-Markt mache, sondern weil sie bestes Kundenerlebnis, Netzfhrerschaft und finanzielle Disziplin verbinde. Frequenzen sind fr die Telekom keine Trophen, sondern Kapital. Zustzliche Spektrumsoptionen knnten Wachstumschancen erffnen, aber nicht um jeden Preis.
Deutschland: Zwei Seiten MedailleIn Deutschland sieht er zwei Seiten der Medaille: Das Mobilfunkgeschft bleibe sehr stark, die Kundenbasis sei um 218.000 Kunden gewachsen, die Service-Umstze um 2,4 Prozent.
Das Festnetz sei anspruchsvoller: Der Breitbandmarkt sei hart, was die jngsten Zahlen der Kabelwettbewerber zeigen, auch die Telekom habe im Quartal Kunden verloren, das sei nicht sein Anspruch. Der Grohandel ("Wholesale") war wie erwartet schwach, doch die "Monetarisierung von Glasfaser" msse schneller werden, woran Deutschland-Chef Rodrigo Diehl und sein Team sehr hart arbeiteten.
Httges Ziel sei es nicht, "mglichst viel Glasfaser zu bauen", sondern mit jedem gebauten Anschluss mehr Kundennutzen und mehr wirtschaftlichen Wert zu schaffen. Dabei habe man mit 161.000 neuen FTTH-Kunden groe Fortschritte gemacht. Knftig solle Glasfaser noch konsequenter nach Nachfrage, Penetration, Churn (Leute kndigen), Wholesale-Auslastung (andere Anbieter mieten sich bei der Telekom ein) und Kapitalrendite. Bauen bleibe wichtig, aber Anschlieen, Aktivieren und Monetarisieren (= Geld verdienen) werde wichtiger.
Europa liefere seit 34 Quartalen "verlsslich organisches EBITDA-Wachstum". Service-Umstze und Ergebnisse wachsen, die Auslastung von Glasfaser wrde steigen. Die Telekom werde das Geschft, das zwar Umsatz aber kaum Ergebnis (= Gewinne) bringe, reduzieren. "Nicht jeder Euro Umsatz ist gleich viel wert. Wir wollen qualitativ gutes Wachstum." Europa sei der Beweis, dass eine "disziplinierte Telco-Transformation" in vielen Mrkten parallel funktionieren knne.
T-Systems bleibt wichtigWas vor Jahren noch undenkbar schien, hat sich stabilisiert: "T-Systems ist strategisch wichtig!" Ein Wachstum beim Umsatz und Gewinn und eine steigende Nachfrage nach souverner Cloud, sicherer Digitalisierung und KI-Infrastruktur seien real. In den letzten Monaten gingen einige groe Auftrge ein, wie die souverne Firmen-Cloud von Volkswagen oder die zentrale Brger-App, die Digitalminister Wildberger bestellt hat. Httges betonte, dass T-Systems kein Nebenprojekt sei, sondern ein Baustein fr digitale Souvernitt in Europa.
Warum Aktienrckkauf?Die Telekom hatte schon mehrfach einen Aktienrckkauf angekndigt. Dieses Instrument ist aktienrechtlich zulssig, braucht aber eine Erklrung. Ein Aktienrckkauf sei kein Signal zur "Kurskosmetik", sondern eine Investitionsentscheidung. Die Telekom kauft dann ihre eigenen Aktien, wenn sie berzeugt ist, "dass wir damit mehr Wert schaffen als mit anderen Investitionen."
Wachsende Ergebnisse und der Wert der Deutschen Telekom wrden nicht vom aktuellen Aktienkurs "reflektiert". Httges sieht dafr folgende Grnde: Die Deutsche Telekom hlt etwa 54 Prozent an T-Mobile USA. T-Mobile wachse beim Ergebnis weiter zweistellig und deutlich strker als die groen Wettbewerber: "Trotzdem hat T-Mobile einen Groteil seiner frheren Bewertungsprmie gegenber den US-Peers (meinungsbildende Institutionen und Unternehmen) verloren."
Das Geschft auerhalb der USA werde weiterhin mit einem deutlichen Abschlag zu europischen Vergleichsunternehmen bewertet. Und das, obwohl das ex-US-Geschft ber Jahre schneller gewachsen sei als bei vielen meinungsbildenden Unternehmen.
Cashflow-Rendite: 10 ProzentDie Deutsche Telekom biete den Aktionren eine Cashflow-Rendite von fast 10 Prozent. Das Kurs-Gewinn-Verhltnis sei trotz zweistelligem Ergebniswachstum am unteren Rand des historischen Korridors. Gleichzeitig habe man eine starke Bilanz, ein A-Rating bei allen drei groen Ratingagenturen und Liquidittsreserven, "die unsere Refinanzierungsbedarfe der nchsten 24 Monate abdecken" wrden.
Httges bringt das auf die Formel: "Der Markt gibt uns derzeit weder fr die Qualitt von T-Mobile US noch fr die Qualitt unseres ex-US-Geschfts den Wert, den beide Geschfte verdienen. Deshalb handeln wir."
Zustzlich zum laufenden Aktienrckkauf von bis zu 2 Milliarden Euro wird er fr 2026 ein weiteres Rckkaufvolumen von bis zu 3 Milliarden Euro vorschlagen. Mehr aber nicht, weil Disziplin immer in beide Richtungen gelte. Er wolle die Unterbewertung nutzen, aber nicht die Netzfhrerschaft, Spektrum-Flexibilitt, "unser A-Rating oder unsere strategische Handlungsfhigkeit gefhrden". Die konkreten Summen wrden vom Abschlag zum inneren Wert abhngen. Je grer dieser sei, desto attraktiver sei der Rckkauf.
Kein Kommentar zu MarktgerchtenHttges stellte klar, "was wir nicht tun werden", nmlich keine Transaktion zu kommentieren, die Gegenstand von Marktgerchten sei. Es gelte die Regel: "Dieses Management macht keine Transaktion wegen ihrer Gre, ihrer Schlagzeile oder ihrer strategischen Eleganz. Wir handeln nur, wenn eine Manahme einen Wert fr die Aktionrinnen und Aktionre der Deutschen Telekom schafft. Das gilt fr M&A (Kauf von neuen Firmen, die dann integriert werden). Das gilt fr Spektrum, Glasfaser und auch fr Aktienrckkufe. Das war immer unser Prinzip und bleibt unser Prinzip."
Httges wollte auch auf Nachfrage keine weiteren Kommentare zu Gerchten ber eine angedachte Welt-Telekom (nach einer Fusion von Deutscher Telekom und T-Mobile US) mit einem mglichen Sitz in Irland oder einem anderen Land in Europa abgeben.
Wie sieht die Zukunft aus?"Die Telekommunikationsbranche bleibt kapitalintensiv. Der Wettbewerb bleibt hart." Neue Technologien vernderten die Mrkte schneller als frher. Der Kapitalmarkt werde jede Entscheidung kritisch prfen. Seine Antwort lautet: "Ergebnisse, Cashflow und Disziplin". Oder kurz: "We won't stop!"
Konsolidierung berflligDen Einstieg von Xavier Niel hat man in Deutschland mit Interesse zur Kenntnis genommen. Man wisse, so Finanzchef Illek, dass Niel in frheren Fllen schnell die Kostenstruktur des Unternehmens auf den Prfstand gestellt habe. Das Investment, ergnzte Httges, knnte wertvoller werden, wenn eine "lngst berfllige Konsolidierung" auch in Deutschland erfolge. Als Beispiele wurden Grobritannien von vier auf drei (Vodafone UK und Three UK) oder Frankreich von vier auf drei (Orange, Bouygues und Iliad/Free zerlegen SFR und teilen es untereinander auf), Irland (Three + o2), Italien (Wind + Three), Niederlande (T-Mobile NL + Tele2), Spanien (Orange + MasMovil -> MasOrange) oder Rumnien (Vodafone kauft Telekom Romania, Teile an Digi) genannt.
Wann wird der neue Technik-Vorstand der Telekom vorgestellt?Gerne htte Tim Httges den neuen Technik-Vorstand vorgestellt, das bedarf aber noch der Zustimmung des Telekom-Aufsichtsrates. Danach solle das "in den nchsten Tagen bis Wochen" bekannt gegeben werden.
Auch interessant: Glasfaserausbau: Bundesnetzagentur greift bei der Telekom durch.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | "Ведомости": доля "Ростелекома" в Tele2 может увеличиться до контрольной | 0 | 0 | 07-09-2018 |
| 2 | Starke Quartalszahlen: Telekom profitiert von USA & MagentaTV | 0 | 9.45 | 06-08-2026 |
| 3 | "Ъ": представитель Акимова подтвердил подписание директив по консолидации Tele2 | 0 | 0 | 11-11-2019 |
| 4 | Акционеры "Ростелекома" одобрили допэмиссию акций в рамках сделки по Tele2 | 0 | 0 | 19-12-2019 |
| 5 | Хотимский: «Совкомбанку» хватит малой суммы выкупа до восстановления цены акций | 0 | 5 | 02-07-2026 |
| 6 | Компания Тинькова продала 4,5% акций TCS Group за $150 млн | 0 | 0 | 14-03-2019 |
| 7 | Акции "Ростелекома" росли более чем на 3% | 0 | 0 | 02-06-2023 |
| 8 | В "Ростелекоме" заявили о возможности покупки телеком-бизнес "Лукойла" | 0 | 0 | 12-11-2020 |
| 9 | Крым продал 100% акций госоператора связи "Крымтелеком" почти за 1 млрд рублей | 0 | 0 | 24-12-2018 |
| 10 | Bloomberg: Tesla продаст акции на сумму около $5 млрд | 0 | 0 | 01-09-2020 |