Eine Tonne schwer und weltberühmt: „Neil the Seal“ sorgt in Tasmanien für Kreuzungssperren – und die Behörden bekommen ihn kaum in den Griff.
Er wiegt so viel wie ein Kleinwagen, hat mehr TikTok-Follower als so mancher Bundesligist – und legt gerade eine ganze Küstenregion in Australien lahm. „Neil the Seal“ ist zurück.
Der südliche See-Elefant taucht jedes Jahr an Tasmaniens Südküste auf, um sich zu häuten. In diesem Jahr bringt er geschätzte 1000 Kilogramm auf die Waage. So schwer war er noch nie.
Berühmt wurde Neil im Juli 2022. Damals ruhte er sich während seiner Häutung nahe der Stadt Hobart aus. Zum Schutz stellten die Behörden Verkehrshütchen um ihn herum auf – die er prompt zum Spielzeug umfunktionierte.
Die Videos davon gingen um die Welt. Heute folgen ihm rund 165.000 Menschen auf Instagram und weit über eine Million auf TikTok. Zuletzt berichtete sogar CNN über ihn.
2026 macht Neil dort weiter, wo er aufgehört hat – nur größer. Nachts schläft der Koloss neben einer Tankstelle, tagsüber sammeln sich die Schaulustigen.
Am Samstag legte er eine Kreuzung am Seven Mile Beach lahm, indem er sich schlicht mitten auf die Straße legte. Polizei und Umweltbehörde mussten anrücken, um ihn zurück Richtung Strand zu bugsieren.
Poller und Absperrpfosten behandelt Neil derweil als Kratzbaum. „Solange er seine Häutung nicht abgeschlossen hat, wird er sich weiter an Dingen reiben“, erklärt Brendan Blomeley, Bürgermeister der Gemeinde Clarence gegenüber dem Nachrichtenportal Pulse Tasmania. Wie hoch der Sachschaden ist, weiß bislang niemand genau.
So knuffig die Clips wirken: Ungefährlich ist Neil nicht. Blomeley nennt ihn „potenziell gefährlich“ und bittet die Menschen eindringlich, Abstand zu halten.
Wildbiologe Kris Carlyon sieht das ähnlich. Mit fünfeinhalb Jahren und fast einer Tonne sei Neil schwerer zu handhaben als in den Vorjahren. „Wir sehen bei jedem Besuch Veränderungen in seinem Verhalten“, sagt er. Mit der Größe wachse auch das Selbstbewusstsein.
Neil sei „sehr auf Menschen und Bewegung fixiert“ und untersuche jeden, der ihm zu nahe komme. Die Fachleute steuern mit gepolsterten Stangen und Brettern gegen – nach eigener Aussage, ohne das Tier zu verletzen.
Kurioses Detail am Rande: Wo genau Neil gerade liegt, soll geheim bleiben. Die Behörden bitten darum, seinen Standort nicht in sozialen Netzwerken zu teilen – zu groß ist die Sorge vor Menschenmassen.
Offiziell gilt: mindestens 20 Meter Abstand, Hunde sogar 50 Meter entfernt und an der Leine. See-Elefanten sind eine bedrohte Art. Ausgewachsene Bullen können später deutlich über 3000 Kilogramm wiegen.
Neil hat also noch Luft nach oben. Für Tasmaniens Verkehrsplanung sind das keine guten Nachrichten.
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