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Langjähriger SPD-Politiker bleibt Landrat in Ostprignitz-Ruppin

Дата публикации: 28-06-2026 21:16:55

SPD-Landrat Reinhardt gewinnt Stichwahl in Ostprignitz-Ruppin mit 60,6% gegen AfD-Kandidaten. Doch Fragen zu einer Kampagne bleiben.

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Im brandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat sich der amtierende Landrat Ralf Reinhardt (SPD) in der Stichwahl klar gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Torsten Arndt durchgesetzt. Reinhardt geht damit in seine dritte Amtszeit.

Nach Mitteilung des Landeswahlleiters entfielen auf Reinhardt 60,6 Prozent der gültigen Stimmen, Arndt kam auf 39,4 Prozent. Von den rund 84.000 Wahlberechtigten beteiligten sich 46 Prozent an der Abstimmung. Die Amtszeit eines Landrats in Brandenburg beträgt acht Jahre, die nächsten regulären Wahlen sind für 2029 vorgesehen.

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Mit dem Ergebnis stellt die AfD weiterhin keinen Landrat in Brandenburg. Der Landesverband der Partei wird vom Verfassungsschutz des Landes als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Bisher konnte die AfD im Bundesland lediglich in Zehdenick einen Bürgermeisterposten gewinnen, wo René Stadtkewitz im Mai gewählt wurde.

Vier Kandidaten im ersten Durchgang

Im ersten Wahlgang am 7. Juni hatte Reinhardt mit 34,7 Prozent vor Arndt mit 30,3 Prozent gelegen. Der parteilose Bewerber Thomas Kresse erreichte 23,9 Prozent, Ronald Mundt von der Freien Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin 11,1 Prozent.

Reinhardt, Jahrgang 1976, war 2006 in Wusterhausen/Dosse zum damals jüngsten Bürgermeister Brandenburgs gewählt worden. Seit 2010 steht er an der Spitze der Kreisverwaltung von Ostprignitz-Ruppin. Im Wahlkampf warb er unter anderem für einen Halbstundentakt auf der Regionalbahnlinie RE 6, einen flächendeckenden Glasfaseranschluss und eine gesicherte medizinische Versorgung im ländlichen Raum.

Arndt ist nach eigener Darstellung seit 1992 selbstständig in der Baubranche tätig. Er gehört seit 2024 der Stadtverordnetenversammlung Wittstock, dem Kreistag Ostprignitz-Ruppin sowie dem Landtag an, für den er das Direktmandat gegen die SPD-Politikerin Katrin Lange gewann.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hatte zum Boykott der Stichwahl aufgerufen und beide Bewerber abgelehnt. Der Kreisverband empfahl, der Wahl fernzubleiben oder beide Namen auf dem Stimmzettel zu streichen.

Diskussion um Rolle eines lokalen Bündnisses

Begleitet wurde der Wahlkampf von einer Debatte über die Rolle der Initiative „Neuruppin bleibt bunt“. Wie die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung und die Berliner Zeitung berichteten, hatte das Bündnis am 19. Juni einen öffentlichen Aufruf zur Stichwahl veröffentlicht, in dem es ausdrücklich um Stimmen für Reinhardt warb. Wörtlich hieß es darin: „Ralf Reinhardt ist nicht perfekt. Niemand ist das. Aber er ist ein erfahrener und verlässlicher Landrat – und in dieser Stichwahl die bessere Wahl.“

„Neuruppin bleibt bunt“: Wann wird aus einem Demokratiebündnis ein nicht perfekter Wahlkampfverein?

Nach Recherchen der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung und der Berliner Zeitung berichteten mehrere in die Kampagne eingebundene Personen übereinstimmend, dass die Pro-Reinhardt-Kommunikation des Bündnisses professionell geplant und unter anderem mit dem Wahlkampfbüro des Kandidaten sowie mit der Bundes-SPD abgestimmt worden sei. Offene Fragen bestehen der Berliner Zeitung zufolge zur Finanzierung der Anzeigen und Werbematerialien; das Bündnis veröffentlicht weder Jahresberichte noch Spenderlisten. Das Bündnis, das sich als überparteilicher Zusammenschluss aus Wirtschaft, Kirchen, Vereinen und Verwaltung versteht, äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Finanzierungsfragen.

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