Die Hitzewelle sorgt in Deutschland für Rekordtemperaturen. Wetterdienste warnen vor heftigen Unwettern. Die wichtigsten Informationen im Newsblog.
In Ostdeutschland droht am Montag erhöhte Unwettergefahr durch starke Gewitter. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt, sind in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem Durchzug einer Kaltfront heftiger Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen bis 100 km/h möglich. Örtlich werden Niederschlagsmengen bis 60 Liter pro Quadratmeter in einer oder wenigen Stunden nicht ausgeschlossen.
Die Höchstwerte gehen dabei deutlich zurück: Erwartet werden 25 bis 31 Grad, im Bergland, im Harz und an der Küste etwas darunter. Die genaue Entwicklung ist laut DWD noch unsicher. Zugleich verweist der Wetterdienst auf die durch Trockenheit und niedrige Luftfeuchtigkeit erhöhte Gefahr von Wald- und Flurbränden.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für mehrere Landkreise in Thüringen eine amtliche Warnung vor starkem Gewitter herausgegeben. Betroffen sind am Sonntagabend, 28. Juni, zwischen 20.30 und 21.30 Uhr der Saale-Holzland-Kreis, der Kreis Saalfeld-Rudolstadt, der Saale-Orla-Kreis sowie der Kreis Greiz. Erwartet werden Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 und 80 km/h (Windstärke 8 bis 9), Starkregen mit Niederschlagsmengen um 20 Liter pro Quadratmeter und Stunde sowie Hagel.
Zuvor hatte der DWD bereits in Teilen von Sachsen und Brandenburg vor starkem Gewitter gewarnt.
Von chaotischen Zuständen in einem ICE zwischen Berlin und Hamburg berichtet am Sonntag Alexander Teske, Kolumnist der Berliner Zeitung, auf der Plattform X. Die Reisenden stünden dicht gedrängt, viele säßen auf dem Boden, alle Toiletten seien gesperrt, das Bistro geschlossen und ein Wagen wegen defekter Klimaanlage unbenutzbar. Geplant sei ein Halt für einen Toiletten-Stopp. Zuvor hatte die Deutsche Bahn für das Wochenende wegen der Hitze von nicht dringend notwendigen Reisen im Regional- und Fernverkehr abgeraten.
Nachdem die Berliner Polizei am Nachmittag Passanten im Gleisdreieckpark in Friedrichshain-Kreuzberg mit Wasserwerfern abgekühlt hatte, kamen die Fahrzeuge am frühen Abend auch am Olympiastadion in Charlottenburg-Wilmersdorf zum Einsatz. Auch dort versprühte die Polizei das Wasser großflächig, um Fußgängern bei den hohen Temperaturen Abkühlung zu verschaffen. Trotz Hitzewelle findet am Abend im Olympiastadion ein Konzert des US-amerikanischen Popstars Bruno Mars statt.
Die Berliner Polizei stellt Besuchern vor dem Olympiastadion Abkühlung mit Wasserwerfern zur Verfügung.
© Jordis Antonia Schlösser/Ostkreuz
Der Deutsche Wetterdienst warnt am Sonntagabend vor Unwettern in mehreren Landkreisen (Wetterwarnstufe 2 und 3). Sowohl im Osten Brandenburgs als auch in Teilen Sachsens kann es am Abend zu Gewittern und Unwettern kommen. Der DWD warnt vor Starkregen, Hagel und und Sturmböen mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde.
Die hohen Temperaturen haben Auswirkungen auf die Schmalspurbahn „Rasender Roland“. Zwischen Putbus und Lauterbach finde derzeit kein Zugverkehr statt, wie die Rügensche Bäderbahn auf ihrer Internetseite schreibt. Fahrgäste sollten den Zugbringer von und nach Lauterbach Mole nutzen. Es bestehe passender Anschluss in Putbus. Die dampfbetriebene Schmalspureisenbahn fährt sonst täglich auf 750 Millimeter Spurweite von Putbus über Binz, Sellin und Baabe nach Göhren. An rund 180 Tagen im Jahr fährt der Zug zusätzlich von Lauterbach Mole ab.
Der „Rasende Roland“ wurde von der anhaltenden Hitze gestoppt.
© Stefan Sauer/dpa
Der am Samstag neu aufgestellte Hitzerekord in Deutschland ist am Sonntagnachmittag erneut eingestellt worden. Nachmittags wurde in Neißemünde im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree ein Wert von 41,7 Grad gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Dies ist die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland, sie war am Samstag gegen 16.30 Uhr bereits in Drewitz in Sachsen-Anhalt erreicht worden.
31 Notfalleinsätze gab es beim Roland-Kaiser-Konzert am Samstag, dem 27. Juni, in Halle (Saale). Am Sonntagabend steht ein zweiter Auftritt des Schlagerstars mit großem Publikum im Osten an. Am Samstagabend verzeichnete der Rettungsdienst im Rahmen des Kaiser-Konzerts insgesamt 26 Einsätze. Fünfmal wurde zudem ein Rettungswagen angefordert.
„Das ist nicht außergewöhnlich und liegt auf dem Niveau von Konzerten dieser Größenordung“, lässt sich Stadtsprecher Drago Bock zitieren. Die Situation sei jederzeit unter Kontrolle gewesen. Um den Konzertgenuss der Roland-Kaiser-Fans möglichst nicht zu trüben, entschlossen sich die Veranstalter, das Konzert zeitlich um eine Stunde nach hinten zu verschieben. Zudem wurden Wasserwagen durch die Stadtwerke aufgestellt, um die Wasserversorgung zu sichern. Das soll heute Abend wiederholt werden.
Hitze kann lebensgefährlich werden: Bricht jemand zusammen, zählt schnelles Handeln. Bringen Sie die Person sofort in den Schatten, lockern Sie die Kleidung und kühlen Sie sie mit feuchten Tüchern oder Wasser.
Ist sie wach, können kleine Schlucke Wasser helfen. Verschlechtert sich der Zustand oder treten Verwirrtheit, Krämpfe oder Bewusstlosigkeit auf, sofort 112 rufen.
Bewusstlose in die stabile Seitenlage bringen, Atmung kontrollieren und bei fehlender Atmung mit Wiederbelebung beginnen. Niemals Bewusstlosen etwas zu trinken geben. Hier unser Ratgeber
Der seit Donnerstag voll gesperrte Abschnitt der Autobahn 2 in Sachsen-Anhalt bei Burg in Richtung Hannover ist wieder freigegeben. Das teilte der Landkreis Jerichower Land mit. Die Freigabe zwischen den Anschlussstellen Burg-Ost und Burg-Zentrum sei am Nachmittag erfolgt. Auf dem Abschnitt waren durch Hitze entstandene Schäden entdeckt worden. In den vergangenen Tagen kam es durch die Vollsperrung zu erheblichen Einschränkungen und langen Staus.
An 46 Stationen in Deutschland wurden am Samstag mindestens 40,0 Grad gemessen. An insgesamt 250 Stationen wurden so hohe Werte gemessen wie nie zuvor, an 211 weiteren Stationen Rekordwerte für Juni. Es handelt sich allerdings ebenfalls um vorläufige Werte – sie könnten vom Wetterdienst im Nachhinein noch korrigiert werden.
Die Berliner Polizei setzt erneut Wasserwerfer zur Abkühlung ein. Derzeit befinden sich Einsatzkräfte im Gleisdreieckpark in Friedrichshain-Kreuzberg. Danach sollen Wasserwerfer zur Abkühlung am Olympiastadion bereitstehen. Bereits am Samstag war die Polizei mit mehreren Wasserwerfern in der Stadt unterwegs.
Die Berliner Polizei setzte bereits am Samstag Wasserwerfer zur Abkühlung ein.
© Axel Billig /Pressefoto Wagner
Mehr als 200 Einsatzkräfte halten den Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg weiter in Schach. Bisher gebe es keine Bewegung, das Feuer habe sich nicht weiter ausgebreitet, sagte Raiko Riedel, Pressesprecher Feuerwehr Zeithain, der Deutschen Presse-Agentur.
Der Löschhubschrauber lokalisiere mittels Wärmebildkamera die einzelnen Brandherde und versuche, diese aus der Luft zu löschen. Ein zweiter Löschhubschrauber sei im Anflug, damit parallel gearbeitet werden könne, hieß es. Am Boden ist zudem ein gepanzertes Löschfahrzeug in dem unwegsamen Gelände unterwegs. Tanklöschfahrzeuge sichern und wässern die Wege, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Ein Stoppelfeld mit Großstrohballen ist in Gräben (Landkreis Potsdam-Mittelmark) in Brand geraten und hat einen Waldbrand ausgelöst. Das Feuer brach am Samstagmittag an der Landesstraße 94 aus, wie die Polizeidirektion West mitteilte. Mehrere Hektar Feld und Wald standen in Flammen, wie es hieß. Die Feuerwehr löschte demnach mit einem Großaufgebot. Bewohnte Gebiete waren laut Polizei nicht in Gefahr. Noch ist unklar, was das Feuer auslöste. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.
An einem Berliner Sommerbad ist eine Frau in der Warteschlange kollabiert. Wartende bieten der Polizistin Wassereis an. Wegen der Dienstkleidung äußert eine Frau Mitgefühl. Der zusammengebrochenen Frau wedeln die Umstehenden Luft zu, bieten Hilfe an. Am Samstag erlitten bereits zwei Frauen im Columbiabad einen Hitzschlag.
Der 23-Jährige Coco half der Frau, bis die Rettungskräfte eintrafen. Er wusste auch sofort, welche Körperstellen besonders wichtig zu kühlen sind. Coco half, obwohl seine Familie schon längst im Bad war. Für den jungen Mann eine „Selbstverständlichkeit“.
Seenotretter haben zwei Segler aus der Ostsee gerettet, nachdem ihr Boot wegen einer Gewitterböe gekentert ist. Zuvor war eigentlich schon die Bergung des Seglers angelaufen, als sich die Lage durch das Wetter verschärfte.
Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hatte nach eigenen Angaben am Wochenende auf Nord- und Ostsee viel zu tun. Zwischen Freitag- und Sonntagmittag fuhren demnach die rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote mehr als 30 Einsätze. Dabei halfen sie den Angaben zufolge insgesamt rund 75 Menschen. Der Schwerpunkt der Einsätze lag demnach in der westlichen Ostsee.
Ein Sicherheitsmitarbeiter eines Freibads sagt dieser Redaktion, er habe 15 Jahre auf dem Bau gearbeitet, und der Job sei nicht so hart gewesen wie dieser in seinem Freibad. Mit Blick auf die in Halle durchgeführte Sprachregelung zu Deutschkenntnissen bei Einlass, sagt der Mann, dass auch in Berliner Freibädern sprachliche Barrieren gebe.
Zum zweiten Mal in zwei Tagen ist der deutsche Hitzerekord gefallen: 41,5 Grad. Und pünktlich kehrt der alte Satz zurück – „Früher war es auch heiß.“ Wir prüfen ihn und drei weitere Einwände.
Trotz eines Tickets mit Zeitslot müssen die Besucher von Berlins Sommerbädern lange anstehen. Am Sommerbad Pankow (hier das Bild) warten hunderte Menschen mit Onlineticket in der Schlange. Die Wartezeit beträgt offenbar ein bis zwei Stunden.
Die Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge fordert ein neues Förderprogramm des Bundes für soziale Einrichtungen. Dabei seien neben besserer Belüftung und Dämmung der Gebäude „volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Verbindung mit Solaranlagen“ nötig. In diese Maßnahmen solle ein Teil des Sondervermögens Infrastruktur fließen.
Für den Hitzeschutz in den Städten fordern die Grünen eine „Stadtbaum- und Entsiegelungsoffensive“. Mit fünf Milliarden Euro könnten dort viele grüne und kühlende „Oasen“ entstehen. Auch solle der Bund Hitze-Aktionspläne für jede Kommune verbindlich machen. Diese sollten verstärkt öffentliche Abkühlorte wie Bibliotheken oder Museen ausweisen, Kühlräume mit kostenlosem Wasser schaffen und die Zahl öffentlicher Trinkbrunnen erhöhen.
Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei Berlin, Benjamin Jendro, hat sich zu den Einsätzen der Polizei während der Hitzewelle geäußert. Die Einsätze seien „erneut zulasten der gesetzlich vorgesehenen Pausen und dringend notwendigen Regenerationszeiten“ geschehen. Dies sei ein ernstes Problem für die Gesundheit der Einsatzkräfte. Er forderte weiter nachhaltige Lösungsansätze.
Bei der Berliner Feuerwehr sind auch aufgrund der Rekordhitze gestern rund 2050 Alarme eingegangen. In den meisten Fällen habe es sich dabei um Einsätze des Rettungsdienstes gehandelt, sagte ein Feuerwehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Viele Menschen hätten wegen Schwindels oder Kreislaufproblemen angerufen. Im bisherigen Jahresverlauf habe es im Schnitt rund 1500 Alarme pro Tag gegeben, sagte der Sprecher. Die Zahl der Brandalarme habe bei mehr als 120 gelegen – üblich seien 60.
Die Berliner Verkehrsbetriebe haben die große Hitze mit Rekordtemperaturen am Samstag eigenen Angaben zufolge gut überstanden. Das System sei insgesamt stabil gelaufen, sagte ein BVG-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zwischen Nollendorfplatz und Warschauer Straße habe das Unternehmen am Samstagnachmittag zeitweise die U1 nicht fahren lassen und bei der U3 einen Zehn-Minuten-Takt angeboten – als vorsorgliche Entlastungsmaßnahme für die Infrastruktur. Bei Bussen und Trams habe es vereinzelt Probleme mit den Klimaanlagen gegeben, die betroffenen Fahrzeuge seien ausgetauscht worden. Zu nennenswerten Ausfällen sei es dadurch nicht gekommen, sagte der Sprecher.
In Brandenburg kam es am Samstag bei einem weiteren Zug zu Problemen. Mehr als 600 Passagiere sind ohne Klimaanlage in einem Zug in der Prignitz gestrandet. Drei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus, wie Kreisbrandmeister Christian Reisinger mitteilte. Ein Baum war im Zuge eines Sturms am frühen Samstagabend auf eine Oberleitung gefallen und der Zug der tschechischen Bahn (České dráhy), der von Hamburg nach Prag fahren sollte, verlor seinen Fahrstrom.
Ohne Strom fiel außerdem die Klimaanlage aus und die Türen blieben verschlossen, wie es hieß. Die Einsatzkräfte öffneten die Türen, mussten dafür etwa Bäume aus dem Weg sägen. Im Zug, in dem es laut Reisinger mittlerweile etwa 40 Grad hatte, sichteten die Einsatzkräfte die etwa 630 Passagiere. Zwei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus.
Die Gewitterfront am Samstagabend sorgte dafür, dass kurzzeitig der Ausnahmezustand der Berliner Feuerwehr ausgerufen wurde. Innerhalb kurzer Zeit führte die Wetterlage zu einem deutlichen Anstieg der Einsätze im Bereich der Technischen Hilfeleistung, wie Sturm- und Wasserschäden, so die Berliner Feuerwehr. Um 22.37 Uhr sei daher der wetterbedingte Ausnahmezustand ausgerufen worden.
Dies bedeutete unter anderem, dass wetterbedingte Einsätze je nach Dringlichkeit priorisiert abgearbeitet wurden, um trotz des erhöhten Einsatzaufkommens in besonders dringenden Fällen schnell vor Ort sein zu können. Die zusätzlichen Maßnahmen konnten bereits um 23.52 Uhr wieder zurückgenommen werden. Ab diesem Zeitpunkt arbeitete die Feuerwehr wieder im Normalbetrieb. Im Zeitraum von 22.37 Uhr bis 23.52 Uhr kam es insgesamt zu 27 wetterbedingten Einsätzen. Dabei wurden keine Personen verletzt.
Die extreme Hitze hat den Rettungsdienst in Dresden an seine Belastungsgrenze gebracht. Mit 318 Rettungsdiensteinsätzen innerhalb von 24 Stunden verzeichnete die Feuerwehr am Samstag den bislang einsatzstärksten Tag des Jahres. Üblicherweise seien es an einem Samstag zwischen 200 und 250 Einsätze.
Nach Angaben der Feuerwehr wurden rund 18 Notfälle anhand der Schilderungen der Anrufenden als möglicherweise hitzebedingt eingestuft. Dabei handelte es sich vor allem um Kreislaufprobleme, Schwindel und Dehydrierung. Ob die Hitze tatsächlich die Ursache gewesen sei, lasse sich auf Grundlage der Notrufabfragen jedoch nicht abschließend beurteilen.
Auch am Sonntag werden erneut Rekordtemperaturen erwartet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in Berlin und Brandenburg mit Höchsttemperaturen von 38 bis 41 Grad. Tagsüber und in der Nacht zu Montag kann es örtlich zu kräftigen Hitzegewittern kommen. Dabei sind lokal heftiger Starkregen bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, schwere Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde und Hagel möglich.
Gleiches gilt auch für den Osten Deutschlands. In Mecklenburg-Vorpommern wird es besonders an der Küste etwas kühler, mit Höchsttemperaturen von 33 bis 38 Grad. Auch hier wird vor Unwettern gewarnt. Ähnlich sieht es in Sachsen, Sachsen-Anhalt, und Thüringen aus.
Am Sonntagmorgen sind fast alle Berliner Sommerbäder bereits ausgebucht. Wie aus der aktuellen Karte zur Auslastung der Berliner Bäderbetriebe hervorgeht, ist ein Großteil der Freibäder voll ausgelastet. Dies bedeutet, dass keine neuen Badegäste mehr aufgenommen werden. Zugang gibt es nur noch mit gebuchten Zeitslots oder einem Abo.
Die Feuerwehr hat in der Nacht versucht, den erneuten Waldbrand in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg unter Kontrolle zu bringen. Die Einsatzkräfte wollten verhindern, dass für Sonntag angesagter böiger Wind zu Funkenflug und neuen Brandausbrüchen führen kann. Das Feuer hatte sich am Samstagnachmittag entwickelt und schnell ausgebreitet. Erst vor einem Jahr hatte es in der Gohrischheide den größten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben. Das Gebiet im Landkreis Meißen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert.
Die vergangene Nacht war nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland. Der Rekord wurde im ostsächsischen Kubschütz aufgestellt, dort sank die Nachttemperatur nicht unter 29,4 Grad.
Obwohl das Bad bereits um sieben Uhr öffnen sollte, stehen viele Besucher derzeit vor verschlossenen Türen. Auf der Internetseite der Berliner Betriebe hieß es: „Aus technischen Gründen öffnet das Sommerbad heute am Sonntag erst ab 09:00 Uhr.“ Laut dem Berliner Kurier verzögert sich die Eröffnung jedoch aufgrund einer Verschmutzung. Doch um 9 Uhr ist das Bad noch nicht geöffnet.
In Gransee im Landkreis Oberhavel in Brandenburg musste ein Regionalexpress der Linie RE5 evakuiert werden. Der Zug blieb auf freier Strecke wegen eines technischen Defekts liegen. Etwa 2 Stunden lang brüteten die Fahrgäste in dem stickigen Zug bei knapp 40 Grad. Die Feuerwehr und die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot am Ort im Einsatz. Etwa 400 Personen wurden aus dem Zug in Sicherheit gebracht.
Aufgrund von Hitzeschäden fahren bis zum frühen Montagmorgen in Leipzig keine Straßenbahnen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) stellen den Straßenbahnverkehr wegen Hitzeschäden an Schienen und Weichen bis Montagmorgen um 3.30 Uhr ein, wie das Unternehmen mitteilte. Zunächst hatten die LVB den Betrieb nur bis in die Nacht zum Sonntag eingestellt, der Zeitraum wurde jetzt verlängert.
Die hohen Temperaturen sorgten demnach an vielen Stellen im Netz dafür, dass Fugenmasse für Asphalt und Beton in Weichen und Schienen lief und dort verklumpte. Ein sicherer Straßenbahnbetrieb sei derzeit nicht möglich, hieß es. Von der Einstellung sind sämtliche Straßenbahnlinien in der sächsischen Stadt betroffen. Busse sollen so weit wie möglich planmäßig fahren. Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt über aktuelle Verbindungen informieren.
Rechtsanwalt und OAZ/BLZ-Leser Ehssan Khazaeli hat seine Kanzlei am Leipziger Platz. Er freut sich in seiner Pause über die Abkühlung durch die Wasserwerfer der Berliner Polizei.
Auch am Leipziger Platz rückte die Berliner Polizei mit dem Wasserwerfer zur Abkühlung an.
© privat
Die extreme Hitze hat den Straßenbahnverkehr in Leipzig komplett zum Erliegen gebracht. Wegen der Wetterverhältnisse und Asphaltablösungen sei derzeit kein Linienverkehr mehr möglich, teilten die Leipziger Verkehrsbetriebe mit. Das gilt vorerst bis Mitternacht.
Im Columbiabad in Neukölln haben zwei Frauen einen Hitzschlag erlitten und mussten von der Feuerwehr behandelt werden. Eine von beiden wurde ins Krankenhaus transportiert.
Die Schäden auf der Autobahn 2 zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt werden immer größer. Die A2 gehe immer weiter kaputt, sagte ein Sprecher der Polizei. Der betroffene Streckenabschnitt bei Ziesar werde immer größer. Dadurch müsse „Anschlussstelle für Anschlussstelle“ gesperrt werden. Der Verkehr werde dann über Landstraßen abgeleitet. Die Schäden sind laut Polizei teilweise so heftig, dass ein unfallfreies Gleiten über die Fahrbahn nicht möglich ist.
Auf der Autobahn wurden am Donnerstag bei Burg (Sachsen-Anhalt) in Richtung Hannover und zwischen Ziesar und Wollin (beides Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg) in Fahrtrichtung Berlin durch Hitze entstandene Schäden an der Fahrbahn festgestellt.
Nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes wurde der Hitzerekord von Freitag in Deutschland bereits wieder gebrochen. Am Samstag wurde die Temperatur von 41,5 Grad gemessen.
Schon am frühen Nachmittag wurde in gleich mehreren Bundesländern die 40-Grad-Marke geknackt. Wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, meldete die Wetterstation Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt kurz nach 14 Uhr bereits 40,5 Grad..
In Berlin wurde der bisherige Temperaturrekord übertroffen: 39,2 Grad Celsius wurden am Samstagnachmittag in der DWD-Station in Tempelhof gemessen. Bisher waren 38,9 Grad in Berlin-Kaniswall (Köpenick), gemessen im August 2015, der gültige Höchstwert.
Am Tempelhofer Hafen ist es am Samstag ebenfalls zu einem tödlichen Badeunfall gekommen. Die Person konnte nicht mehr reanimiert werden und verstarb vor Ort. Auch im Tempelhofer Hafen ist Baden verboten.
An mehreren Orten in Brandenburg haben die Temperaturen ihre bisherigen Rekordwerte überschritten. Dem ARD-Wetterkompetenzzentrum zufolge war es beispielsweise in Potsdam mit 39,2 Grad noch nie so heiß wie heute. Das Gleiche gelte auch für Lenzen an der Elbe mit 39,1 und für Schipkau mit 39,0 Grad.
Auf der A10 bleibt dem ADAC zufolge zwischen Berlin-Marzahn und Hellersdorf in Richtung Frankfurt (Oder) der linke Fahrstreifen wegen Hitzeschäden gesperrt.
Die Autobahn A2 in Richtung Hannover bei Burg in Niedersachsen ist voraussichtlich noch bis Sonntagnachmittag wegen Hitzeschäden gesperrt. Das Gleiche gilt für den Abschnitt zwischen Ziesar und Wollin in Fahrtrichtung Potsdam in Brandenburg.
Bei einem Badeunfall am Volkspark Jungfernheide ist eine Person ertrunken. Gegen 13 Uhr wurde die Feuerwehr zum Volkspark alarmiert. Obwohl dort Badeverbot ist, ertrank offenbar eine Person. Auch eine Animation vor Ort blieb erfolglos. Die Person verstarb noch vor Ort. Auch der Rettungshubschrauber war im Einsatz.
Am Schwielochsee im südöstlichen Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg ist die Marke von 40 Grad im Schatten erreicht.
Klimaanlagen und Ventilatoren sind deutschlandweit teilweise ausverkauft. Die Hotline von Mediamarkt und Saturn gibt an: „Aktuell erreichen uns eine Vielzahl von Anfragen bezüglich der Verfügbarkeit von Klimageräten und Ventilatoren. Leider sind die Bestände erschöpft, sodass wir Ihnen keine direkten Auskünfte über die Verfügbarkeit in unseren Märkten geben können. Wir bitten dies zu entschuldigen. In dringenden Fällen bleiben Sie bitte in der Leitung“.
Die Berliner Polizei hat angekündigt, zur Abkühlung Wasserwerfer einzusetzen. Dies geschieht am Pariser Platz/Platz des 18. März, am Humboldtforum/Lustgarten, am Roten Rathaus, am Potsdamer Platz und am Schloss Charlottenburg.
Passanten stehen vor einem Wasserwerfer der Polizei. Die Polizei sprüht Wasser zur Abkühlung für die Menschen am Potsdamer Platz.
© Carsten Koall/dpa
Der erste Ort in Sachsen-Anhalt hat am Samstagnachmittag offenbar die 40-Grad-Marke geknackt. Dies geht aus Angaben der Seite Mtwetter.de hervor. Eine Messstation Deutschen Wetterdiensts in Bernburg in Sachsen-Anhalt maß demnzufolge um 12.50 Uhr 40,3 Grad.
Aufgrund der Lage auf der A2 und den umliegenden Strecken sollen Autofahrer unbedingt prüfen, ob eine Fahrt auf der betroffenen Strecke nötig ist. Wie der Landkreis mitteilte, sind die Staus deutlich länger als zum Beispiel bei Google Maps dargestellt.
Wer trotzdem eine Fahrt antritt, sollte sich entsprechend auf die langen Wartezeiten einstellen und ausreichend Getränke sowie Verpflegung mitführen. Zudem wird empfohlen, regelmäßig benötigte Medikamente stets griffbereit im Fahrzeug mitzuführen. Insbesondere bei den derzeit hohen Temperaturen kann es sinnvoll sein, zusätzliche Vorsorge zu treffen. Hierzu gehören beispielsweise eine Kühltasche mit Getränken und gekühlten Tüchern.
Die Hitze sorgte für massive Schäden an zwei Autobahnabschnitten der wichtigen Ost-West-Verbindung. Betroffen sind nach Angaben der Autobahn GmbH ein Teilstück in Brandenburg zwischen Ziesar und Wollin in Richtung Berlin sowie ein Abschnitt in Sachsen-Anhalt bei Burg in Richtung Hannover
Ab Samstagnachmittag kann es im Nordwesten Brandenburgs zu örtlich aufziehenden Hitzegewittern mit Unwetterpotential kommen. Dabei ist lokal heftiger Starkregen bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, schwere Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde, vereinzelt orkanartige Böen um 110 Kilometer pro Stunde und Hagel möglich.
Auch in Sachsen werden an diesem Wochenende Temperaturen von bis zu 41 Grad erwartet. Die höchste je gemessene Temperatur in Sachsen liegt bisher bei 39,8 Grad Celsius. Dieser offizielle Höchstwert wurde am 20. August 2012 an der Wetterstation in Dresden-Hosterwitz vom Deutschen Wetterdienst registriert. Bereits am Mittag sind es über 38 Grad in Dresden, Tendenz steigend. Meteorologen gehen davon aus, dass der Temperraturrekord für Sachsen an diesem Wochenende geknackt wird.
Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen raten wegen der Hitze am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. Das teilte die Deutsche Bahn online mit. „Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekord-Hitze betroffen. Auch der Schienenverkehr leidet unter den Extrem-Temperaturen“, heißt es in der Mitteilung. Darüber hinaus warne der Deutsche Wetterdienst vor Gewittern und Starkregen.
Aufgrund der Hitze führt der Konzern erstmals eine Hitze-Sonderkulanz ein. Alle Informationen dazu finden Sie hier.
Weitere Berliner Freibäder lassen vorerst keine neuen Gäste mehr hinein. Dazu gehören derzeit das Sommerbad Staaken-West, das Sommerbad Olympiastadion, das Kombibad Seestraße, das Sommerbad Pankow, das Sommerbad Humboldthain, das Kinderbad Monbijou, das Prinzenbad, das Columbiabad, das Sommerbad Wilmersdorf, das Sommerbad am Insulaner, das Sommerbad Wuhlheide und das Kombibad Gropiusstadt.
Angesichts der Hitzewelle bereitet sich die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf einen Massenansturm auf die Ostsee vor. An der Küste werden Temperaturen von bis zu 39 Grad erwartet, auch das Wasser wärmt sich auf. Mittlerweile hat die Ostsee eine Temperatur von 21 Grad.
Aufgrund der Hitzewelle hat der Veranstalter des Konzerts der Band Kraftklub mehrere Maßnahmen angekündigt. eine Reihe von Maßnahmen an. Demnach dürfen die Konzertgäste Plastikflaschen und Tetra-Paks mit bis zu 1,5 Liter Wasser mit in das Stadion nehmen. Die Gefäße können zudem vor Ort immer wieder aufgefüllt werden. Außerdem werden kostenlos Rettungsfolien ausgeteilt.
Auch das Sommerbad an der Wuhlheide ist derzeit voll ausgelastet und lässt keine neuen Badegäste mehr herein. Das Komibad Gropiusstadt, das Prinzenbad und das Columbiabad verzeichnen eine erhöhte Auslastung.
Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso), hat eine Übersicht der Badestellen, bei der die jeweilige Wasserqualität beobachtet wird. Wie die Badestellen-Karte des Landes Brandenburg zeigt, ist die Wasserqualität an fast allen Badestellen gut zum Baden geeinigt. Allerdings gibt es einige Ausnahmen.
Auch das Sommerbad Pankow und das Sommerbad Staaken-West nehmen vorerst keine neuen Badegäste auf. Zugang gibt es nur noch mit gebuchten Einlassfenster-Tickets oder Abo.
Das Sommerbad Humboldthain verhängt am Samstagvormittag bereits einen Aufnahmestopp. Wie aus der Karte der Berliner Bäderbetriebe zu entnehmen ist, befindet sich das Bad in der maximalen Aulastung. Derzeit werden keine Tickets mehr verkauft. Zugang gibt es nur noch mit gebuchten Einlassfenster-Tickets oder Abo.
Die Freibäder in Berlin füllen sich am Samstagvormittag langsam. Über die Karte der Berliner Bäderbetriebe lässt sich die aktuelle Auslastung abfragen. Im Prinzenbad sind bereits jetzt nur noch wenige Tickets vorhanden.
Auch das Kombibad Seestraße, das Sommerbad Pankow, das Sommerbad Neukölln (Columbiabad), das Sommerbad am Insulaner, das Sommerbad am Olympiastadion, das Sommerbad Mariendorf und das Kombibas Gropiusstadt verzeichnen bereits eine mittlere Auslastung.
Auch in Thüringen werden Temperaturen von bis zu 41 Grad erwartet. Die Gefahr von Unwettern steigt hier jedoch erst am Samstag, dann kann es in dem Bundesland zu lokal heftigem Starkregen, Hagel und Sturm kommen.
In Mecklenburg-Vorpommern wird die 40-Grad-Marke dem DWD zufolge noch nicht geknackt. Es werden Höchttemperaturen von bis zu 39 Grad erwartet, an der Küste bis zu 35 Grad. Bereits am dem Nachmittag drohen auch hier Unwetter.
In Berlin und Brandenburg werden am Samstag bis zu 41 Grad erwartet. Ab dem Nachmittag kann es örtlich zu Hitzegewittern mit Unwetterpotential durch lokal heftigen Starkregen bis 40 Liter pro Qudratmeter in kurzer Zeit, schweren Sturmböen bis zu 100 Kilometern pro Stunde und vereinzelt orkanartigen Böen und Hagel kommen. In der gesamten Region gilt eine Warnung vor extremer Hitze des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Gleiches gilt für Sachsen-Anhalt und Sachsen.
Eine neue Analyse des internationalen Forschungsverbunds World Weather Attribution (WWA) zeigt das Ausmaß der aktuellen Hitzewelle in Europa. Demnach erleben rund 45 Prozent der mehr als 850 größten Städte den höchsten jemals gemessenen Hitzestress. Dabei fließen neben den Temperaturen auch Luftfeuchtigkeit und die Belastung für den menschlichen Körper in die Berechnung ein.
Angesichts der anhaltenden Hitzewelle warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor den Folgen extremer Temperaturen. „Extreme Hitze zählt zu den schwerwiegendsten und am schnellsten wachsenden Gesundheits- und Sicherheitsbedrohungen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Nach Angaben der WHO sterben weltweit jedes Jahr rund eine halbe Million Menschen an den Folgen großer Hitze. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, Kinder, Schwangere, chronisch Kranke sowie Menschen, die im Freien arbeiten.
Wenn die Wohnung im Sommer zur Sauna wird, müssen Mieter das nicht einfach hinnehmen. Der Deutsche Mieterbund macht klar: Bei unerträglicher Hitze sind Mietminderungen von bis zu 20 Prozent möglich – in Extremfällen sogar eine fristlose Kündigung. Was Mieter wissen müssen, welche Temperaturen als Mangel gelten und was Vermieter tun müssen, lesen Sie hier.
Angesichts der anhaltenden Hitze hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) die Menschen zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen und notfalls auch Verbote ins Spiel gebracht. „Bei dieser Hitze appelliere ich dringend an den gesunden Menschenverstand, in den kommenden Tagen bitte ganz besonders sparsam mit dem kostbaren Wasser umzugehen“, sagte Hauptgeschäftsführer André Berghegger der Neuen Osnabrücker Zeitung.
Zunächst solle auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Sollte das nicht ausreichen, müssten die Behörden vor Ort jedoch Einschränkungen anordnen, sagte Berghegger. Zugleich warnte er, viele Kommunen verfügten nicht über ausreichende Mittel, um sich besser gegen zunehmende Hitze und Trockenheit zu wappnen. Es fehle unter anderem Geld für Begrünung, Verschattung und den Schutz besonders gefährdeter Menschen.
EU-Kommission im Hitzestress: Während Rekordtemperaturen Brüssel lähmen, wurde im Berlaymont-Gebäude die Klimaanlage auf den Etagen 1 bis 7 abgeschaltet – ausgerechnet dort, wo die meisten Beschäftigten sitzen. In den oberen Stockwerken mit Ursula von der Leyen und den EU-Kommissaren lief die Kühlung weiter. Mitarbeiter sprechen von einer „Zwei-Klassen-Klimaanlage“ und vergleichen die Situation mit Feudalismus. Der Vorfall trifft die EU ausgerechnet bei ihrem Kernthema Klimapolitik und wirft Fragen zu Hitzeschutz, Infrastruktur und Glaubwürdigkeit auf. Doch das eigentliche Problem reicht weit über dieses Gebäude hinaus …
Das Wochenende wird zur Feuerprobe: Am Sonntag klettert das Thermometer in weiten Teilen Ostdeutschlands auf bis zu 40 Grad. Vor allem die Lausitz, Dresden und Berlin müssen sich auf einen Glut-Tag einstellen. Nur an der Ostseeküste bleibt es mit Werten um 25 Grad angenehm frisch. Ab Montag bringen Gewitter dann die ersehnte Abkühlung.
Das bevorstehende Hitze-Wochenende hat mögliche Folgen, die weit über die Rekordtemperaturen hinausgehen. Während Experten vor stark steigenden Strompreisen warnen, stellt sich die Frage, wie belastbar das deutsche Stromsystem bei extremer Hitze wirklich ist. Drohen Engpässe oder bleibt die Versorgung stabil? Unser Wirtschaftsressort wirft einen Blick hinter die Kulissen, der zeigt, warum das Wetter plötzlich zum Stresstest für den Energiemarkt wird.
In Berlin nimmt die Waldbrandgefahr nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Wochenende hin zu. Für Berlin-Buch geht der DWD am Sonntag von der höchsten Stufe fünf von fünf aus. Das geht aus dem Waldbrandgefahrenindex des Wetterdienstes hervor.
Die Berliner Forsten verwiesen darauf, dass Waldbrände nahezu immer auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen seien. Zugleich blieben die Wälder grundsätzlich für alle als Erholungsraum zugänglich, betonte Harbauer von den Berliner Forsten.
Der Wald biete zudem eine spürbare Abkühlung: Die Temperaturen lägen dort 3 bis 5 Grad niedriger als außerhalb. Auch die Verdunstung werde durch das Blätterdach verringert.
Von Schlaf ist kaum zu sprechen, wenn nachts die gefühlte Temperatur 34 Grad beträgt. Schon das bloße Existieren wird da schwierig. Dabei ist Schlaf gerade bei solchen Temperaturen wichtig. Bevor Sie nun aber Ihr Feldbett im Kühlschrank aufschlagen, verrät Ihnen unser Stil-Ressort die besten Tipps und Tricks zum Einschlafen in tropischen Nächten.
Im Saarland ist nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes der bislang höchste in Deutschland gemessene Temperaturwert registriert worden.
In Saarbrücken-Burbach sind nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 41,3 Grad gemessen worden. Dabei handelt es sich um die bisher höchste in Deutschland registrierte Temperatur, wie der Wetterdienst auf Anfrage mitteilte.
Der vorläufige Höchstwert wurde demnach um 17 Uhr an der Messstation im Saarland erfasst.
Wegen der für das Wochenende erwarteten hohen Temperaturen fallen in mehreren deutschen Städten kulturelle Veranstaltungen aus. Betroffen sind unter anderem ein Konzert in Cottbus und eine Opernpremiere in Leipzig.
Die Stadt Cottbus hat das für Sonntag geplante Spreekonzert abgesagt. Der Auftritt wäre die erste Ausgabe der Veranstaltung gewesen. Zur Begründung verwies die Stadt auf Temperaturprognosen von bis zu 43 Grad für den Sonntag.
In Leipzig setzte die Oper den für Samstag vorgesehenen Premierentermin des musikalischen Märchens „Pit und Paula – frisch versalzen“ ab. „Der Auftritt des Kinder- und Jugendchores wäre nicht zu verantworten“, teilte die Oper mit.
Beim Thema Hitzeschutz liegen in Berlin U-Bahn und S-Bahn weit auseinander. Wo Fahrgäste schwitzen und wo es angenehm temperiert ist: ein Überblick.
Auch unsere tierischen Freunde leiden unter den extremen Temperaturen: Wir haben die besten Tipps, wie Sie Hund und Hase durch die große Hitze bringen.
Auch die Berliner Polizei reagiert auf die ungewöhnlich starke Hitze am Wochenende und zeigt nach Angaben eines Sprechers laut Deutscher Presse-Agentur fortlaufend eine hohe Präsenz in der Stadt, unter anderem durch Sonderstreifen im gesamten Stadtgebiet. Hintergrund ist eine besondere Lage durch die Mischung aus dem freiem Wochenende, der laufenden Touristensaison vor Ferienbeginn und der extremen Hitze, die sich auf Gesundheit und Verhalten der Menschen auswirkt.
Die BVG ergreift bei Hitze mehrere Maßnahmen: Am Wochenende fahren U-Bahnen auch abends mit maximaler Wagenzahl, damit Fahrgäste mehr Platz haben. Für die Beschäftigten gibt es Trinkwasser an Endstellen, Betriebshöfen und Werkstätten, zusätzliche Wasserverteilung an ausgewählten Knotenpunkten, Kühltücher zur Erfrischung sowie kleine Kühltruhen in den Straßenbahnen, in denen Getränke während der gesamten Schicht gekühlt bleiben.
Außerdem haben die Berliner Verkehrsbetriebe eine Extrazeile auf ihren digitalen Anzeigen hinzugefügt. Dort können Fahrgäste nun lesen: „Bitte achtet aufeinander und trinkt ausreichend Wasser.“
Auf der U-Bahn-Anzeige bittet die BVG darum, auf Mitmenschen zu achten und ausreichend Wasser zu trinken.
© Olaf Wagner
An einer Station des Deutschen Wetterdienstes in Saarbrücken wurden am Freitagnachmittag vorläufig 40 Grad gemessen. Damit wäre der deutschlandweite Rekord für Juni von 2019 gebrochen. Da es noch heißer werden soll, ist auch der Allzeit-Rekord in Reichweite.
Was tun, wenn man morgens in Berlin gleich nach dem Duschen wieder durchgeschwitzt ist und das Radio knapp 40 Grad ansagt? Was tun, wenn da dieses kurzärmlige Hemd vom Bügel lächelt? Anziehen oder nicht? Unser Kolumnist weiß inzwischen, wie ein Freizeithemd zum Freiheitshemd wird. In Kreuzberg wurde ihm das Geheimnis der perfekten Knöpfung verraten.
Bei bis zu 40 Grad wird auch das Autofahren in Berlin zur Belastungsprobe. Auf dem Berliner Ring (A10) ist die Fahrbahn an mehreren Stellen durch Hitze aufgeplatzt, im geparkten Wagen klettern die Temperaturen nach ADAC-Messungen auf bis zu 59,1 Grad. Kinder und Tiere dürfen deshalb niemals allein im Auto bleiben.
Hohe Temperaturen auch bei Deutschlands Nachbarn: Bis zu 40 Grad werden in Teilen der Benelux-Länder erwartet, Pflegeheime und Behörden reagieren. Auch die Schweiz meldet eine außergewöhnliche Juni-Hitze.
Am bislang heißesten Wochenende des Sommers rechnen die Berliner Bäder-Betriebe mit bis zu 100.000 Besuchern in den 14 Freibädern und im Strandbad Wannsee. Um die Bademeister im Freien zu unterstützen, wird Personal aus zwei Hallenbädern abgezogen – das Stadtbad Tiergarten und die Schwimmhalle Allendeviertel bleiben deshalb geschlossen. Drei weitere Hallenbäder sind geöffnet. Im Sommer 2025 zählten die Bäder rund 1,4 Millionen Gäste, im Vorjahr waren es wegen besseren Wetters 1,9 Millionen.
Wegen der erwarteten Temperaturen von bis zu 41 Grad lockern die Berliner Philharmoniker für ihr Saisonabschlusskonzert in der Waldbühne am Samstag die Kleiderordnung. Die Musiker treten mit leichterer Konzertkleidung auf, außerdem stehen backstage Getränke und Kühlpacks bereit.
Auch für die Instrumente ist die Hitze eine Herausforderung, allerdings verfügt das Orchester über viel Erfahrung mit Freiluftkonzerten unter hohen Temperaturen. Zum ausverkauften Konzert werden rund 22.000 Besucher erwartet, die bis zu einem Liter alkoholfreie Getränke sowie Sonnenschutz mitbringen dürfen. Die Philharmoniker empfehlen darüber hinaus Sonnenhut und Mückenspray für den Konzertbesuch.
Hohe Temperaturen und anhaltende Trockenheit lassen die Waldbrandgefahr in der Sächsischen Schweiz stark steigen. Das Landratsamt reagiert mit weitreichenden Verboten – auch im Nationalpark. Im gesamten Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gelten ab sofort ein Übernachtungs- und ein Feuerverbot in Wäldern. Grund sei die extrem hohe Waldbrandgefahr infolge der langanhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen, teilte das zuständige Landratsamt mit. Ausdrücklich betroffen ist demnach auch die gesamte Nationalparkregion.
Untersagt ist nach Angaben der Behörde zudem das Verlassen der Waldwege. Verstöße gegen die Allgemeinverfügung können mit Bußgeldern von bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Die Regelung gilt nach Mitteilung des Landratsamtes so lange, bis sich die Wetterlage ändert, die Waldbrandgefahr zurückgeht und die Sperrung offiziell widerrufen wird.
Die Berliner Feuerwehr stellt sich angesichts des heißen Wochenendes auf deutlich mehr Einsätze ein, vor allem wegen Kreislaufproblemen und Unfällen an Badegewässern. Ein Sprecher verwies darauf, dass viele Vorfälle auch auf Alkoholkonsum bei Hitze zurückzuführen seien. Ungewöhnlich sei, dass diese typischen Sommer-Einsätze bereits im Juni anfielen. Auch die Einsatzkräfte selbst würden besonders geschützt und zum regelmäßigen Trinken angehalten – vor allem bei Einsätzen in schwerer Schutzkleidung.
Die ersten Schulen in Berlin beenden vorzeitig den Unterricht. Viele Schüler haben deswegen am Nachmittag hitzefrei. Ob und wann es Hitzefrei für Schüler gibt, entscheiden in Berlin und Brandenburg die jeweiligen Schulleitungen.
In die Berliner Rettungsstellen sind hitzebedingt auch Kinder eingeliefert worden. Vereinzelt behandelten die Teams in den Vivantes-Kinderrettungsstellen auch junge Patientinnen und Patienten, wie eine Vivantes-Sprecherin mitteilte. Die betroffenen Kinder hätten vor allem starke Kopfschmerzen, Fieberkrämpfe oder einen klassischen Hitzschlag. In sehr wenigen Einzelfällen habe es auch eine Hirnhautentzündung gegeben.
Die Stadtverwaltung Potsdam hat die Bürger wegen der anhaltenden Hitze aufgerufen, achtsam mit obdachlosen Menschen umzugehen. „Wer eine obdachlose und nicht ansprechbare Person antrifft, sollte nicht zögern, die Rettungsdienste zu benachrichtigen“, teilte die Stadt mit. Obdachlose hätten die Möglichkeit, sich in der Suppenküche der Volkssolidarität abzukühlen. Dort stünden eine Dusche zur Verfügung, zudem könne Wäsche gewaschen und die Wasserflasche aufgefüllt werden, hieß es in der Mitteilung.
Darüber hinaus seien Straßensozialarbeiter im Stadtgebiet im Einsatz. Sie verteilten Wasserflaschen und stellten nach Angaben der Stadt auch Sonnencreme sowie Kopfbedeckungen bereit.
Nachdem der Großbrand auf einem ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatz bei Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) in der Nacht an einigen Stellen gestoppt werden konnte, ist das Feuer jetzt erneut aufgeflammt. Der Wind habe auf Süd gedreht und drücke das Feuer jetzt Richtung Norden. Entlang einer ICE-Strecke, die im Norden liegt, werde jetzt eine Schutzbarriere errichtet, um die Strecke zu schützen, so ein Sprecher der Feuerwehr.
Berlin erwartet schweißtreibende Temperaturen von mehr als 40 Grad. Zwei bis drei Liter sollten täglich getrunken werden. Die WHO empfiehlt dieses Mix-Getränk.
Aufgrund der Hitze finden mehrere Veranstaltungen am Wochenende nicht statt. Dazu gehört das Bücherfest am Bebelplatz, das Samstag und Sonntag hätte stattfinden sollen. Die geplante Gartenführung „Geheimnisse des Schlossgartens Charlottenburg“ mit Rudolf G. Scharmann entfällt. Auch das Clean Up im Ottopark-Kiez und im Westfälischen Viertel findet nicht statt.
Abgesagt wird zudem die Hellersdorfer Mini-WM. Verschoben wird das in Hennigsdorf geplante Zirkus- und Jahrmarktabenteuer im Gemeinschaftszentrum Conradsberg. Auch die Mitmachmesse „Build & Create“ auf dem Campus der Technischen Hochschule Brandenburg fällt aus.
Der Tag der offenen Tür im Skulpturenpark in Lübbenau wird nach Angaben der Veranstalter auf den 27. September verschoben.
Am Freitag soll es bis zu 37 Grad heiß werden, mit den höchsten Werten im Süden Brandenburgs. Für fast ganz Deutschland gilt eine Hitzewarnung (extrem) des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Am Samstag wird es noch heißer, bei Temperaturen von 40 Grad. Am Abend kann es zu Schauern und Gewittern kommen. Auch Unwetter durch Starkregen, Hagel und Sturm sind möglich.
Alle Beschäftigten des BG-Unfallkrankenhauses Berlin (UKB) erhalten demnächst ein Kühltuch. Einmal mit Wasser getränkt und ausgewrungen, verhilft es über Stunden zu angenehmer Frische. „Das ist ein Mehrwert vor allem in Bereichen wie dem Transportdienst oder der Bettenstation, wo es sehr heiß ist“, sagt Ulrike Krohl. Sie ist Klimamanagerin und am bevorstehenden Wochenende besonders gefordert.
Schon jetzt füllen sich die Rettungsstellen in der Hauptstadt mit Menschen, die das extreme Wetter krank werden ließ. Vor allem Herz-Kreislauf-Probleme, führen dazu, dass das Aufkommen an Patienten steigt. Auch am UKB.
Bei bis zu 40 Grad am Wochenende kleben viele Berliner jetzt Alufolie ans Fenster – doch Fachleute warnen: Ohne Hinterlüftung kann das Glas dabei im schlimmsten Fall springen. Auch der Klassiker, den Rollladen komplett herunterzulassen, geht nach hinten los und heizt die Wohnung sogar zusätzlich auf. Warum beide Tricks schaden und was wirklich kühlt, lesen Sie hier.
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