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Künstliche Intelligenz: Gen Z zwischen KI-Nutzung und Sorgen

Дата публикации: 11-03-2026 06:05:00

„Es ist kompliziert“ – so lässt sich der Beziehungsstatus junger Erwachsener mit ChatGPT und Co. beschreiben. Eine US-Studie zeigt: Sie lassen sich KI nicht verbieten. Doch anders als gedacht, sieht nur eine Minderheit sie als Therapeut.

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An der Jugend sieht man, wohin die Gesellschaft steuert. Einst waren junge Erwachsene die Early Adopter von Mobiltelefonen , sozialen Medien  und dem Internet . Heute sind diese Technologien allgegenwärtig. Deshalb ist es interessant zu sehen, wie die Generation Z (Gen Z) heute künstliche Intelligenz (KI) nutzt. Wie stehen sie dazu? Welche vielversprechenden Anwendungsfälle haben sie entdeckt? Und was bedeutet das für Arbeitgeber?

Die Gewohnheiten, Einstellungen und Ideen der jungen Generation sind auch bei KI Vorboten davon, wie sich Arbeit in Zukunft entwickelt – und wie wir uns fühlen werden, wenn wir in der Zukunft angekommen sind.

Deshalb haben wir im Oktober 2025 in Zusammenarbeit mit Gallup und der Walton Family Foundation eine repräsentative Stichprobe von knapp 2500 Erwachsenen aus den USA im Alter von 18 bis 28 Jahren befragt. Unser Ziel war es, umfassendere, präzisere und unvoreingenommene Erkenntnisse zu gewinnen als jede bisherige Studie.

Die von uns gesammelten Daten zeigen deutlich andere Muster als jene, die in Onlineforen und von Technologieunternehmen suggeriert werden. Sam Altman beispielsweise, CEO von OpenAI, behauptete kürzlich, dass „ältere Menschen ChatGPT als Ersatz für Google nutzen”, Menschen in ihren 20ern und 30ern hingegen „wie einen Lebensberater“. Unsere Daten jedoch zeigen etwas anderes: Jungen Usern ist Produktivität wichtiger als soziale Anwendungen.

Zudem stellten wir fest, dass bei der Generation Z eine tiefe Ambivalenz gegenüber KI besteht. So fanden wir in den offenen Kommentaren der Befragten Vorschläge, wie Arbeitgeber die Integration von KI am Arbeitsplatz angehen sollten.

Die Studienergebnisse

Unsere Umfrage zeigt: Die Beziehung der Generation Z zu KI ist eher pragmatisch als persönlich. Während Schlagzeilen suggerieren, dass junge Menschen Chatbots als Vertraute und Begleiter betrachten, erzählen die Daten eine andere Geschichte.

Chatbots gehören für die Mehrheit zum Alltag

74 Prozent der jungen Erwachsenen in den USA haben im vorangegangenen Monat mindestens einmal einen KI-Chatbot genutzt. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 58 Prozent, die in einer Pew-Umfrage vom Februar 2025  angaben, ChatGPT „irgendwann einmal“ genutzt zu haben. Unsere Schätzungen basieren allerdings auf einer aktuelleren Studie (Juli 2025) des NORC an der University of Chicago. Aus ihr geht hervor , dass 74 Prozent der jungen Erwachsenen KI „zumindest manchmal” zur Informationssuche nutzen.

KI wird eher für die Arbeit als für Privates genutzt

65 Prozent gaben an, im vorangegangenen Monat einen KI-Chatbot anstelle einer Google-Suche genutzt zu haben. 52 Prozent nutzten KI als „Hilfe für [ihre] Arbeit” und 46 Prozent, um ihnen „beim Schreiben zu helfen” (was sich möglicherweise mit der Nutzung für die Arbeit überschneidet).

32 Prozent der jungen Erwachsenen gaben an, KI für ihr Privatleben zu nutzen, etwa mit „Ratschlägen zu Beziehungen oder Lebensentscheidungen“. 23 Prozent behandelten Chatbots „wie einen Freund“, und 10 Prozent sagten, dass sie einen KI-Chatbot „als Partnerin oder Partner nutzten“.

Dieses Muster widerspricht aktuellen Berichten darüber, dass „Gesellschaft“ und „Therapie“ zu den führenden Anwendungsbereichen generativer KI gehörten. Es stimmt jedoch mit den objektiven Protokollen von Claude und ChatGPT überein, die von Anthropic  beziehungsweise OpenAI  veröffentlicht wurden. Beide Anbieter berichteten, dass Chats mit der KI über die Arbeit häufiger sind als jene über private Ratschläge oder Gesellschaft.

Verbote halten die Generation Z nicht ab

16 Prozent der jungen Erwachsenen in unserer Umfrage erklärten, dass sie KI bereits für Aufgaben genutzt hätten, bei denen ihnen dies ausdrücklich untersagt worden war. Unabhängig davon, ob Arbeitgeber die Nutzung von KI verbieten sollten, zeigen unsere Ergebnisse, dass viele junge Arbeitnehmer KI ohnehin verwenden. Die relevante Frage ist also, ob sie dies vor ihren Arbeitgebern verheimlichen werden.

Worüber macht sich die Generation Z Sorgen?

Unsere Umfrage zeigt, dass die Beziehung der Generation Z zur KI angespannt ist. Obwohl junge Menschen KI intensiv nutzen, haben sie Bedenken über deren langfristige Auswirkungen auf menschliche Fähigkeiten . Denn sie beobachten, dass sie selbst und ihre Altersgenossen immer mehr kognitive Aufgaben an die KI abgaben. Möglicherweise fragen sie sich dann, ob die Bequemlichkeit von heute dazu führt, dass Menschen morgen viele Dinge weniger gut können.

KI macht uns bequemer und dümmer

So äußerten 79 Prozent der jungen Erwachsenen die Sorge, dass KI Menschen bequemer macht; 62 Prozent befürchteten, dass sie uns weniger intelligent macht.

Gab es eine offene Antwortmöglichkeit, dann gingen die jungen Erwachsenen in unserer Umfrage näher auf diese Bedenken ein. Dabei stachen drei Hauptsorgen hervor: Bemerkenswert ist, dass sich nur 15 Prozent der Befragten Sorgen über Halluzinationen und Fehlinformationen durch KI machten. Zitat: „KI liegt oft falsch oder ist irreführend, präsentiert Informationen jedoch sehr selbstbewusst.“ Die Ängste der Generation Z in Bezug auf generative KI sind durchaus berechtigt, wie separate empirische Untersuchungen zeigen.

KI verhindert Learning by doing

68 Prozent der Erwachsenen der Generation Z haben Bedenken, kognitive Aufgaben an KI auszulagern. Sie fürchten, bestimmte Fähigkeiten nicht mehr zu lernen, für die sie sich früher sehr angestrengt hätten. Zwei Zitate: „Bots erledigen die Arbeit für Menschen, sodass wir nichts lernen müssen.“ – „Der Geist ist ein Muskel wie jeder andere. Wenn man es nicht benutzt […], verkümmert es unglaublich schnell. Jeder Einsatz von KI, mit dem man das Denken auslagert […], ist so schädlich wie eine Packung Zigaretten oder eine Dosis Heroin.“

In diesem Zusammenhang kam eine viel beachtete Studie  des MIT Media Lab zu dem Schluss, dass der Einsatz von KI zu einer „Kognitivschuld“ führe. Obwohl die Stichprobe klein war (nur 54 Studenten wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, um entweder mit KI, mit Google oder ohne Hilfe einen Aufsatz zu schreiben), waren die Ergebnisse dramatisch: Beim Schreiben mit KI zeigten EEG-Scans im Vergleich zu anderen Bedingungen eine verminderte Gehirnaktivität. Und die Mehrheit der Studierenden, die KI verwendet hatten, waren später nicht in der Lage, auch nur einen wörtlichen Satz aus ihrem Schreibergebnis zu zitieren.

KI verhindert kritisches Denken

65 Prozent der Befragten gaben an, dass KI sie davon abhalte, sich intensiv und kritisch mit Ideen und Informationen auseinanderzusetzen. Zitate: „[KI] fördert sofortige Befriedigung, nicht echtes Verständnis.“ – „Chatbots ermöglichen Ihnen, Informationen zu erhalten, aber nicht zu verarbeiten.“

Ein neues Experiment  unter Leitung der Marketingprofessorin Shiri Melumad von der Wharton School bestätigt diese Befürchtung. Dabei wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gebeten, das Thema Gartengestaltung zu recherchieren. Eine Hälfte durfte KI nutzen, die andere Hälfte Google. Es zeigte sich, dass die KI-User weniger Zeit für die Recherche aufwendeten und weniger fundierte Empfehlungen lieferten.

KI verhindert soziales Lernen

Und schließlich befürchteten 61 Prozent der Befragten, dass KI Menschen am Lernen von anderen Menschen hindere, zum Beispiel von Kolleginnen oder Mentoren. Sie schrieben: „KI ersetzt Gespräche mit echten Menschen“ und: „Man lernt weniger, wenn man sich mit KI isoliert.“

Es ist kein Geheimnis, dass parallel zur Zunahme der Bildschirmzeit die persönlichen sozialen Kontakte in den letzten zehn Jahren stark zurückgegangen  sind, insbesondere bei jungen Erwachsenen und Jugendlichen . Dass KI mittlerweile als Co-Pilot, Coach und sogar Berater verstanden wird, könnte diese Trends noch verstärken. Auch wir befürchten – wie viele Befragte in unserer Umfrage – eine dystopische Arbeitswelt, in der Menschen immer mehr Stunden „allein zusammen“ verbringen.

Zusammenfassend: Die Generation Z befürchtet, dass KI ein sich ständig verbessernder Ersatz für menschliche Arbeit, menschliches Denken und zwischenmenschliche Interaktion ist, und Untersuchungen zeigen, dass diese Bedenken durchaus berechtigt sind.

Es gibt auch Grund für Optimismus

Zieht KI-Einsatz unvermeidlich einen Verlust an Skills nach sich? Nein, das glauben wir nicht. Einige Befragte in unserer Stichprobe nannten verschiedene Ideen, wie sich KI zum Aufbau von Qualifikationen nutzen lässt. Zwar waren sie in der Minderheit, aber ihre Vorschläge stimmten mit unseren eigenen Erfahrungen überein. Hier drei der genannten Vorteile und einige Zitate:

  • Neue Sichtweisen entwickeln. „Ich kann nun mehr Perspektiven außerhalb meines eigenen Umfelds erkennen.“ – „Ich sehe eine Perspektive, die nicht meine eigene ist und die nicht aus meiner Bubble stammt. Aber sie ermöglicht mir […] Erfahrungen, die ich sonst nicht gemacht hätte.“

  • Komplexe Probleme in einfachere Komponenten zerlegen. „Wenn man KI dazu nutzt, einem Schritt für Schritt etwas beizubringen, kann sie einem helfen.“ – „[KI] kann unser Wissen erweitern: Sie hilft uns, Dinge zu verstehen, indem sie sie weiter aufschlüsselt.“

  • Zeit für komplexere und sinnvollere Arbeit freisetzen. „KI kann dich leistungsfähiger machen und ermöglicht dir, an ‚intelligenten‘ Dingen zu arbeiten, während sie sich um die mühsamen Aufgaben kümmert.“ – „Ich nutze KI in der Regel, um meine Verwaltungsarbeit zu beschleunigen, damit ich mehr Zeit für analytische Arbeiten habe.“

Zusätzlich zu diesen Anwendungsfällen haben wir in unserer eigenen Forschung einen unerwarteten Vorteil von KI entdeckt, wenn wir mit ihr Aufgaben erledigen. Denn manchmal bekommt sie Dinge besser hin als der Mensch – und so, als ob wir einem fähigeren Kollegen über die Schulter schauen, finden wir Inspiration in ihrem Beispiel.

Wie groß das Potenzial von KI ist, die Lernumgebung zu verbessern, haben wir kürzlich in einem Zufallsexperiment  erfahren. Dabei absolvierten Teilnehmende ein Tutorial zu evidenzbasierten Prinzipien für professionelles Schreiben und übten anschließend, Bewerbungsanschreiben mit oder ohne KI-Tool zu formulieren. Was die Generation Z befürchtet hatte, trat hier ein: Die Arbeit mit KI führte dazu, dass sich die Teilnehmenden weniger anstrengten. Die Schreibaufgabe nahm weniger Zeit in Anspruch, die Probanden mussten weniger tippen, und alles fühlte sich einfacher an. Als sie jedoch einen Tag später ohne KI getestet wurden, hatten die Teilnehmer, die mit KI üben durften, ihre Schreibfähigkeiten stärker verbessert als diejenigen, die ohne KI geübt hatten. Wie kam es dazu? Unsere Folgeexperimente deuten darauf hin, dass KI durch ihr gutes Beispiel lehren kann. Weil sie den Teilnehmenden ein mustergültiges Anschreiben gezeigt hatte, konnten sie ihr eigenes Schreiben anhand des konkreten Beispiels nachbauen.

Kurz gesagt: Die Generation Z und unsere eigenen Forschungsergebnisse zeigen uns, dass KI das Potenzial hat, die Gesamtqualität der Lernumgebung zu verbessern. Unbestreitbar hängt unser Lernerfolg davon ab, wie viele Stunden wir dem Lernen widmen. Doch er wird auch davon bestimmt, wie schnell wir lernen. Anders ausgedrückt: Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Zeit bestimmt unseren Fortschritt. Daher stammt auch der oft Stephen Covey zugeschriebene Spruch: „Manche Leute behaupten, sie hätten 20 Jahre Erfahrung. In Wirklichkeit haben sie ein Jahr Erfahrung, das sich 20 Mal wiederholt.“

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Die Trends, die wir in unserer Gallup-Umfrage unter jungen Erwachsenen dokumentieren, führen zu drei praktischen Empfehlungen für Arbeitgeber:

  • Akzeptieren Sie die Ambivalenz der KI. Die Befürchtung ist durchaus berechtigt, dass menschliche User mit zunehmender Intelligenz und Effizienz der KI dümmer und bequemer werden.

  • Verbieten Sie KI nicht. Es ist unrealistisch, Arbeitnehmern die Nutzung von Plattformen wie ChatGPT oder Claude zu verbieten. Viele junge Beschäftigte nutzen KI auch dann, wenn es ihnen ausdrücklich untersagt wurde.

  • Nehmen Sie Beschäftigten die Angst vor dem Unbekannten. In unserer Umfrage machten sich Menschen, die KI häufiger nutzten, weniger Sorgen über deren Auswirkungen auf Motivation und Intelligenz. Warum? Es könnte sein, dass Technikskeptiker seltener mit KI experimentieren. Vielleicht verringert es aber auch die Angst, wenn jemand selbst Aha-Momente mit der KI erlebt.

  • Zeigen Sie, wie KI menschliche Skills verbessert. Suchen Sie insbesondere nach Beispielen, in denen KI die Qualität der Lernumgebung verbessert hat. Und berücksichtigen Sie, dass das Auslagern nerviger Aufgaben an KI Zeit für das freisetzt, was KI niemals ersetzen kann: authentische zwischenmenschliche Kontakte.

Fazit

Nelson Mandela erinnerte die Welt gern daran, dass „die Zukunft unserer Jugend gehört“. Das war schon immer wahr – und ist heute aktueller denn je. Während Führungskräfte sich bemühen, ihren Platz in der schönen neuen KI-Welt zu finden, sollten sie der Generation Z aufmerksam zuhören und in manchen Fällen ihrem Beispiel folgen. © HBP 2026

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Классификация: Наука. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 9. Тональность: 0. Информативность: 11.92. Источник: www.manager-magazin.de.