Im Jahr 2001 gab es die Dotwins – Pappscheiben, die man auf seinen Fernseher klebte, um an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Wir werfen einen Blick auf die Dotwins und schildern, warum diese kaum zurückkehren werden.
Kennen Sie noch Dotwins? Bei ihnen lautete das Motto: "Bring mich zum Licht".
Foto: Manuel Breva/GettyImages, ProSieben
Im Jahr 2001 gab es die Dotwins – Pappscheiben, die man auf seinen Fernseher klebte, um an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Wir werfen einen Blick auf die Dotwins und schildern, warum diese kaum zurückkehren werden.
Früher war die Welt in so manchen Belangen eine andere. So etwa 2001: In dem Jahr gab es sogenannte Dotwins. Das waren runde Pappscheiben von dem Fernsehsender "ProSieben", die man auf seinen Fernseher klebte.
Man ließ so einen Dotwin an seinem Fernseher prangen, während dort auf ProSieben eine hierfür designierte Sendung (inklusive Werbung) lief, worüber das TV-Gerät den Dotwin mit einer lichtempfindlichen Folie quasi auflud. Man konnte so einen Dotwin im Anschluss daran einschicken, um an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Dabei gab man so einige Daten von sich an.
Es fanden sich diverse Anbieter, die Dotwins – mit eigenem Logo oder Branding – herausgaben, unter anderem "McDonalds", die Tankstelle "Shell", die Telekom und die BILD-Zeitung.

Kaum noch bekannt: Dotwins – im Bild zu sehen ist ein McDonalds-Exemplar.
Foto: Daniel Brockpähler / Dotwin von McDonald's / CC BY-SA 3.0
Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Dotwins noch einmal eingeführt werden: Ein Grund dafür ist, dass das lineare Fernsehen, in das sich Dotwins 2001 einbetteten, rückläufig ist.
Darüber hinaus wurden früher über Dotwins (Stichwort: Gewinnspiel) massenhaft Daten von Menschen gesammelt, was heute schwierig oder gar nicht mit der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) zu vereinbaren ist.
Hinzu kommt, dass sich Dotwins je nach Fernseher-Technik nicht mehr unbedingt "aufladen" lassen – es koexistieren heute eine ganze Reihe von TV-Technologien, unter anderem LCD und OLED (Liquid Crystal Display und Organic Light Emitting Diode). Dieser Punkt ist vor allem eine Spekulation.
Damals zirkulierte online ein Hoax – ein älterer Begriff für etwas, was man heute "Fake-News" nennen würde –, demzufolge Dotwins einen Spionage-Chip enthalten würden, der sie zu Wanzen macht, der Anwender ausfilzen würde. An einer solchen Falschmeldung ist zwar nichts dran, die damit einhergehende teilweise beschädigte Reputation von Dotwins trägt aber auch nicht gerade dazu bei, dass diese ein Comeback erleben dürften.
Mancher findet, wenn er bei sich zu Hause aufräumt, noch Dotwins. Sonderlich beliebt sind sie vermutlich nicht. Nur die wenigsten Menschen dürften sie sammeln oder sie gerne über einen längeren Zeitraum – zum Beispiel von damals bis heute – behalten. Dotwins waren konzeptionell keine Sammlerobjekte, sondern Einwegware: Man musste so einen einsenden, um über ihn an einem Gewinnspiel teilzunehmen.
2002 kamen Dotwins bislang ein letztes Mal zurück, bei dem Fernsehsender "Sat1" – zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan. Seitdem ist es still um sie geworden. Und sie ruhen vermutlich ohne eine Neueinführung oder Medientrubel in Frieden (und teilweise wohl auch noch, vergessen, in so manchem Keller oder auf so manchem Dachboden).
An Dotwins Interessierte können diese kleinen Pappobjekte online noch auf Kleinanzeigen-Plattformen erstehen, teilweise sogar originalverpackt. Früher gab es sogar eine Musik-CD, die die Dotwins namentlich aufgriff: "Dotwin Party Hits".
Ein persönliches Statement zum Schluss: Der Artikel-Autor mochte Dotwins früher wegen ihrer Optik sehr gerne (und gewinnt ihnen visuell noch immer etwas ab) und sammelte sie. Der Moment, etwa bei der Telekom in einer Filiale ohne einen Kauf einen oder mehrere Dotwins aus einem Krug zu nehmen und diese(n) sodann dem eigenen Repertoire hinzuzufügen, war – retrospektiv und nostalgisch-angehaucht betrachtet – einfach nur großartig. Gesammelte Dotwins wurden nicht zwecks einer Gewinnspiel-Teilnahme eingeschickt, sondern gebunkert. Bis sie irgendwann durch einen unglücklichen Umstand in den Müll wanderten. Für andere waren und sind Dotwins Abfall, für den Artikel-Autor sind sie wiederum subjektiv Gold. Würden Dotwins noch einmal eingeführt werden, würde sich der Artikel-Autor diese sicherlich zulegen und besser auf sie Acht geben. Gebrauchte Dotwins kommen für ihn eher nicht infrage, allenfalls dann, wenn sie noch originalverpackt wären.
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