Reisen die Zürcher Fans am Samstag mit Familien und Ausflüglern ins Wallis? Und bleiben dann nach dem Spiel gegen Sion vor der Heimreise stecken? Das sind die neusten Entwicklungen im Extrazug-Knatsch.
Wie weiter im Knatsch um die Extrazüge für Fussball-Fans? Die Stimmung vor dem Super-League-Spiel Sion-FCZ vom Samstag bleibt angespannt. Eigentlich sollte die Partie um 20.30 Uhr angepfiffen werden – live auf SRF übertragen. Doch gemäss mehreren Quellen von «Schweiz heute» scheint es nicht ausgeschlossen, dass noch einmal Bewegung in die Sache kommt.
Ein Bild aus dem letzten Jahr: Im November 2025 duellieren sich Sion und der FCZ im Stadion Tourbillon. Kann das Spiel am Samstag stattfinden?Bild: Keystone
Im Raum stehen zwei Varianten. Erstens: das Spiel wird vorverschoben. Dies, damit die rund 1500 erwarteten FCZ-Fans nach dem Spiel mittels einer «normalen» Zugverbindung doch noch zurück nach Zürich kommen. Und nicht in Sion in der Innenstadt oder am Bahnhof übernachten. Zweitens: Das Spiel wird terminlich nach hinten verlegt. In der Hoffnung, dass es eine Lösung gibt, bei der die SBB einen Extrazug anbieten können.
Die Zeit drängt. Doch vielleicht ringen sich unter Federführung der Swiss Football League die beteiligten Parteien zu einer Lösung durch. Eine wichtige Position nehmen die TV-Partner ein. Sowohl SRF, das Sion-Zürich live überträgt, wie auch «Blue», das neben dem Abendspiel auch Luzern-GC und YB-Servette überträgt (Spielbeginn 18.00 Uhr) müssten einverstanden sein.
«Eskalation»? SBB gibt sich zurückhaltendEine der offenen Fragen ist zudem: Wie reagiert die SBB, nachdem ihr der FC Zürich am späten Dienstagabend eine «kommunikative Eskalationsstrategie» vorgeworfen hat? Hauptvorwurf der Zürcher: Die SBB schiebt Bauarbeiten vor, um das Fehlen eines Extrazuges zu erklären – dabei sei hätten die Bundesbahnen gemäss neuer Praxis ohnehin keine Fanzug zurück bereitgestellt, weil gemäss Fahrplan kein «Regelzug» mehr fährt.
«Schweiz heute» hat der SBB einen Katalog mit Fragen vorgelegt. Unter anderem mit diesen Fragen:
Die SBB beantwortet keine einzige Frage. Eine Antwort gibt es nur summarisch. Das Ziel ist klar: Unter allen Umständen eine weitere Eskalation verhindern. Die SBB schreibt unter anderem: «Die Sicherheit von Reisenden, Mitarbeitenden und dem Bahnbetrieb hat oberste Priorität. Die SBB bekennt sich weiterhin zu Fanzügen, wo diese sicher und betrieblich verantwortbar durchgeführt werden können, und steht dazu in engem Austausch mit Clubs, Liga, Behörden und weiteren Partnern.»
Walliser Sicherheitsminister: «Es braucht einen runden Tisch»Derweil äussert sich Stéphane Ganzer, der Sicherheitsminister des Kantons Wallis, gegenüber dem «Walliser Bote» dezidiert über die Vorgänge: «Wir bedauern den Entscheid der SBB ausserordentlich. Für die Sicherheitsbehörden ist das keineswegs eine gute Lösung. Das Spiel ist von uns als Hochrisikospiel eingestuft. Dass die Fans nach dem Match keine reguläre Möglichkeit mehr haben, per Zug direkt nach Zürich zurückzukehren, schafft eine neue und schwierige Ausgangslage. Das bereitet uns erhebliche Sorgen. Die Kantonspolizei hat deshalb bereits Verstärkung aus den Nachbarkantonen angefordert, um das Sicherheitsdispositiv aufzustocken.»
Sicherheitsminister Stéphane Ganzer an einer Medienkonferenz.Bild: Keystone
Sicherheitsminister Ganzer blickt gegenüber dem «Walliser Bote» auch bereits in die Zukunft. Er erklärt: «Es braucht umgehend einen Runden Tisch zwischen den Klubs, den Kantonen, der Swiss Football League und der SBB. Es kann nicht sein, dass die Verantwortung einfach auf die Sicherheitskräfte der Standortkantone abgewälzt wird. Das Problem betrifft nicht nur das Wallis, sondern potenziell alle Schweizer Städte mit Super-League-Standorten. Wir müssen gemeinsam eine Lösung finden. Ich bin bereit für diese Diskussionen. Ich bin bereit, Druck aufzubauen.»
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