Der Rat für die Künste Berlin kritisiert, dass laut dem am Mittwoch unterzeichneten Hauptstadtfinanzierungvertrag künftig weniger Bundesmittel für den Hauptstadtkulturfonds vorgesehen sind. Dagegen müssten die Mittel dringend aufgestockt werden, schreibt der Rat für die Künste in einer Stellungnahme am Donnerstag.
Inflation und Tarifanpassungen würden durch die Bundesmittel für den Hauptstadtkulturfonds nicht ausgeglichen, so der Rat für die Künste. Stattdessen müsse das Land Berlin künftig zwei Millionen Euro an Fördergeldern aus noch nicht genannten Etats selbst aufbringen.
Laut dem neuen Vertrag zwischen dem Bund und dem Land Berlin wird das Volumen von 15 Millionen Euro pro Jahr für den Hauptstadtkulturfonds zwar beibehalten. Zwei Millionen davon soll aber das Land Berlin für regelmäßige Festivals beisteuern, wie etwa Tanz im August oder Young Euro Classic. Der neue Hauptstadtfinanzierungsvertrag gilt von 2028 bis 2037 und sieht 2,9 Milliarden Euro für Kultureinrichtungen vor - das sind rund 350 Millionen Euro zusätzlich zur Summe des letzten Hauptstadtfinanzierungsvertrags. Gekürzt wird jedoch beim Hauptstadtkulturfonds, den der Bund in der nächsten Periode mit 13 Millionen Euro pro Jahr unterstützt.
Für Sicherheit und Kultur bekommt Berlin vom Bund insgesamt rund fünf Milliarden Euro, die für hauptstadtbedingte Ausgaben zur Verfügung stehen. Vertreter beider Seiten unterzeichneten am Dienstag einen neuen Hauptstadtfinanzierungsvertrag, der von 2028 bis 2037 gelten soll. Damit trage der Bund wesentlich dazu bei, die Entwicklung Berlins als sichere und attraktive Hauptstadt zu fördern, hieß es in einer Mitteilung der Bundesregierung.
Sendung: radioeins vom rbb, 17.09.2026, 20 Uhr
Audio: radioeins vom rbb, 17.09.2026, Kirsten Buchmann