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BioNTech-Gründer starten Arife – wem gehört künftig die mRNA-Zukunft?

Дата публикации: 24-09-2026 10:34:00

Uğur Şahin und Özlem Türeci gründen erneut in Mainz. Ein alter Weggefährte steht schon an der Spitze. Über Personal und mRNA-Rechte wird noch verhandelt.

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Stand: 24.09.2026, 12:34 Uhr

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Uğur Şahin und Özlem Türeci gründen erneut in Mainz. Ein alter Weggefährte steht schon an der Spitze. Über Personal und mRNA-Rechte wird noch verhandelt.

Monatelang blieb von der neuen Firma der BioNTech-Gründer vor allem ein Versprechen: Uğur Şahin und Özlem Türeci wollten noch einmal von vorn anfangen. Aber unter welchem Namen? Mit wem? Und mit welcher Forschung? Jetzt wird das Vorhaben greifbar. Das Unternehmen heißt Arife, sitzt in Mainz und hat mit Michael Maximilian Kring einen Vorstand, der BioNTech von innen kennt. Die entscheidende Frage bleibt offen: Welche mRNA-Technologien und Rechte nimmt die neue Firma mit?

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Markt und Mittelstand.

Das Handelsblatt hat die Registereinträge ausgewertet und über die weiteren Pläne berichtet. Eine BioNTech-Sprecherin bestätigte laut dpa den Namen Arife und den Sitz in Mainz.

Die BioNTech-Mitgründer Uğur Şahin und Özlem Türeci

Die BioNTech-Mitgründer Uğur Şahin und Özlem Türeci gründen mit Arife ein neues Unternehmen. © picture allianceArife heißt „Die Wissende“ – über ihre Finanzierung weiß man wenig

Arife ist ein weiblicher Vorname türkischer Herkunft und bedeutet „Die Wissende“. Das Ehepaar Şahin und Türeci hat seine neue Gesellschaft als SE, also als europäische Aktiengesellschaft, angelegt – dieselbe Rechtsform wie BioNTech. Im Unternehmensregister ist ein Grundkapital von 120.000 Euro verzeichnet.

Diese Zahl beschreibt das eingetragene Kapital, nicht das Budget für die geplante Forschung. Wie viel Geld Arife tatsächlich zur Verfügung stehen wird und welche Investoren einsteigen könnten, ist öffentlich noch nicht geklärt. Der eingetragene Geschäftszweck lässt viel Raum: Er umfasst die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung pharmazeutischer Produkte. Der bisherige Schwerpunkt der Wissenschaftler liegt der Erforschung innovativer mRNA-Therapien. 

Ein früherer BioNTech-Finanzchef ist bereits an Bord

Als Vorstand steht Michael Maximilian Kring im Register. Er war von 2009 bis 2014 Finanzchef bei BioNTech und ist derzeit Finanzchef des Biotech-Unternehmens Cellbricks Therapeutics. Nach Informationen des Handelsblatts soll er auch bei Arife die Finanzen verantworten.

Şahin und Türeci arbeiten noch bei BioNTech. Sie wollen spätestens Ende 2026 in die Führung ihrer neuen Firma wechseln, wenn ihre bisherigen Verträge auslaufen. Das erklärt, weshalb der Registereintrag noch nicht zeigt, wie die spätere Unternehmensspitze aussehen wird. Für die Nachfolge von Şahin bei BioNTech ist Guido Oelkers vorgesehen; er soll spätestens am 1. Februar 2027 den Vorstandsvorsitz übernehmen.

Mainz bleibt der Ort. Wer mitwechselt, ist offen

Der Hauptsitz von Arife liegt in Mainz. Als Geschäftsadresse nennt das Register den Philipp-von-Zabern-Platz 1. Für den deutschen Biotech-Standort ist damit zumindest die Standortfrage beantwortet: Die Gründer bauen ihr nächstes Unternehmen nicht im Ausland auf.

Wie groß es wird, ist auch noch nicht öffentlich bekannt. Nach Informationen des Handelsblatts aus dem Kreis von Beteiligten planen die Gründer eine Belegschaft im niedrigen dreistelligen Bereich. Şahin wolle auch Vertraute von BioNTech gewinnen; über mögliche Wechsel werde verhandelt. Die Gründer beantworteten Fragen der Zeitung dazu nicht. Das sind Planungen, keine bestätigten Einstellungen.

Der eigentliche Wert steckt in den mRNA-Rechten

Für BioNTech und seine Aktionäre zählt weniger der Name der Neugründung als die Frage, was Arife für seine Forschung nutzen darf. BioNTech hatte im März angekündigt, bestimmte Rechte und mRNA-Technologien in die neue Gesellschaft einzubringen. Als Gegenleistung waren eine Minderheitsbeteiligung sowie mögliche Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren vorgesehen. BioNTech selbst will sich stärker auf weiter entwickelte Produktkandidaten konzentrieren.

Bemerkenswert ist der Zeitplan: BioNTech hatte im März angekündigt, eine bindende Vereinbarung bis Ende des ersten Halbjahres 2026 anzustreben. Ende September sind zentrale Konditionen offenbar weiterhin offen. Welche Rechte Arife konkret erhält und wie sie bewertet werden, wird damit zur entscheidenden Frage. Die Patente für die betreffenden Wirkstoffkandidaten liegen dem Bericht zufolge bislang bei BioNTech. Genau hier verläuft die wirtschaftliche Trennlinie zwischen beiden Unternehmen: Aus Forschung kann ein neues Geschäft werden. Zu welchen Konditionen BioNTech daran teilhat, muss sich erst zeigen.

Şahin und Türeci bleiben nach ihren bisherigen Ankündigungen zudem Anteilseigner von BioNTech. Das Ehepaar verlässt also die operative Führung, aber nicht vollständig das Unternehmen, das es groß gemacht hat. Arife hat jetzt einen Namen, einen Sitz und einen Vorstand. Was die Neugründung wert sein könnte, entscheidet sich an den Verträgen.

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Arife – das neue Unternehmen der BioNTech-Gründer
  • Gründer: Uğur Şahin und Özlem Türeci
  • Sitz: Mainz
  • Rechtsform: SE
  • Grundkapital: 120.000 Euro
  • Fokus: mRNA-Technologien der nächsten Generation
  • Vorstand: Michael Maximilian Kring
  • BioNTech-Verbindung: geplante Übertragung bestimmter mRNA-Rechte und Technologien
  • Gegenleistung: Minderheitsbeteiligung, mögliche Lizenz- und Meilensteinzahlungen
  • Managementwechsel: Şahin und Türeci wollen bis Ende 2026 wechseln

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