Eine 82-Jährige sollte für mehr als 1000 Euro Toilettenpapier kaufen. Doch gegen solche unerlaubten Werbeanrufe können Sie sich wehren – mit einfachen Regeln.
Eine 82-Jährige sollte für mehr als 1000 Euro Toilettenpapier kaufen. Doch gegen solche unerlaubten Werbeanrufe können Sie sich wehren – mit einfachen Regeln.
Eigentlich wollte die 82-jährige Frau aus Plauen nur etwas Gutes tun. Am Telefon gab sich ein Mann als Mitarbeiter eines Duisburger Unternehmens aus, das Menschen mit Behinderungen beschäftigt, und bat die Rentnerin, mit dem Kauf von Toilettenpapier und Küchenrollen dieses soziale Anliegen zu unterstützen.
Zunächst lehnte sie ab, weil sie weder die geforderte Summe von über 1000 Euro aufbringen noch die große Warenmenge lagern konnte. Doch der Anrufer ließ nicht locker, appellierte laut ihren Schilderungen unter Tränen an ihr Mitgefühl und überredete sie schließlich, die Lieferung in vier Teilabschnitten anzunehmen. Bereits das erste Paket mit 48 Rollen Toilettenpapier und 40 Küchenrollen kostete fast 261 Euro und lag damit weit über dem üblichen Marktpreis. Erst mit Hilfe der Verbraucherzentrale Sachsen konnte die Seniorin den Vertrag widerrufen.
Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker forscht und berät als Direktor des cyberintelligence.institute international zu Cybersicherheit, digitaler Resilienz sowie IT-Recht in China und den USA. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.
So skurril diese Geschichte klingt, sie ist bei weitem kein Einzelfall. Allein im vergangenen Jahr gingen bei der Bundesnetzagentur knapp 40000 schriftliche Beschwerden über unerlaubte Werbeanrufe ein, sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Da viele Betroffene aus Scham oder Unwissenheit gar keine Beschwerde einreichen, dürfte die tatsächliche Zahl der Vorfälle deutlich höher liegen.
Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen, die am Telefon seltener auflegen und eher bereit sind, einem freundlichen Gesprächspartner zu vertrauen. Dass solche Anrufe trotz eines gesetzlichen Verbots ohne vorherige Einwilligung überhaupt stattfinden, liegt auch daran, dass viele Callcenter im Ausland sitzen und sich der deutschen Rechtslage entziehen, während hohe Provisionen die Verkäufer zu immer dreisteren Methoden anspornen.
ANZEIGE
ANZEIGE
Wer solche Anrufe durchschauen möchte, sollte die gängigen Methoden der Verkäufer kennen:
Häufig wird zunächst ein vermeintlich guter Zweck vorgeschoben, etwa die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, um beim Angerufenen ein schlechtes Gewissen zu erzeugen, sobald er ablehnt.
Gleichzeitig setzen die Anrufer auf emotionalen Druck, indem sie betont freundlich, bedürftig oder sogar den Tränen nahe wirken, wodurch ein Nein deutlich schwerer fällt.
Ein weiterer beliebter Trick besteht darin, zunächst nur eine kleine Bestellung vorzuschlagen, die sich dann Schritt für Schritt zu einer teuren Gesamtlieferung ausweitet, sodass sich die Betroffenen schon zu sehr verpflichtet fühlen, um noch abzusagen.
Manche Anrufer geben sich zudem als Mitarbeiter bekannter Institutionen aus, um Vertrauen zu erschleichen, während andere den Angerufenen schlicht keine Gelegenheit lassen, das Gespräch zu beenden, weil sie auf jeden Einwand sofort ein neues Argument folgen lassen.
Sollten Sie am Telefon doch einem Kauf zugestimmt haben, sind Sie dem Deal nicht schutzlos ausgeliefert. Für am Telefon geschlossene Verträge gilt in aller Regel ein gesetzliches Widerrufsrecht von vierzehn Tagen, das Sie am besten schriftlich und mit Sendungsnachweis gegenüber dem Unternehmen ausüben sollten.
Bewahren Sie dazu alle Unterlagen, Lieferscheine und eigene Notizen zum Gesprächsverlauf sorgfältig auf, denn sie dienen im Streitfall als Beweis.
Bei anhaltenden Mahnungen oder weiteren Lieferungen trotz erklärtem Widerruf lohnt sich der Gang zur Verbraucherzentrale, die eine Erstberatung anbietet und notfalls auch juristisch tätig wird.
Zusätzlich können Sie den unerlaubten Werbeanruf bei der Bundesnetzagentur melden, die solche Hinweise für ihre Verfahren gegen unseriöse Anbieter benötigt. So wird aus einem Berg Toilettenpapier im besten Fall nur eine lehrreiche, aber folgenlose Erfahrung.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Как избавиться от рекламных звонков? Собрали способы борьбы со спамом | 0 | 0 | 17-05-2021 |
| 2 | Verbraucherschutz: So wehren Sie sich gegen zu hohe Rechnungen vom Zahnarzt | 0 | 7 | 10-07-2026 |
| 3 | This iPhone Trick Can Eliminate Spam Calls for Good | 0 | 8.1 | 19-07-2026 |
| 4 | Никогда не отвечайте "да" на эти три вопроса, если вам звонит незнакомец | 0 | 7 | 06-07-2026 |
| 5 | Longevity und Anti-Aging: Kollagen die Falten damit weg? (Und was wirklich hilft) | 0 | 7 | 22-01-2026 |
| 6 | Zugreisen: Günstiger reisen ab 65: Mit diesen Bahn-Tricks sparen Senioren bares Geld | 0 | 13.57 | 05-08-2026 |
| 7 | Handyversicherungen: Smartphone-Schutzengel im Check | 0 | 14.55 | 12-08-2026 |
| 8 | Названы 6 увлекательных способов замедлить старение | 0 | 17.1 | 26-07-2026 |
| 9 | Как проверить законность рекламы в подъезде: памятка для жителей | 0 | 7.9 | 27-07-2026 |