Vor acht Jahren gründeten drei Wissenschaftler die Raketenfirma, nun zieht einer davon weiter. Fleischmann will mit einem neuen Start-up Technologien entwickeln, mit denen Satelliten Daten direkt im All auswerten können, statt sie erst zur Erde zu schicken.
Nur gut zwei Wochen nach dem erfolgreichen Start seiner Rakete verliert das Weltraum-Start-up Isar Aerospace seinen Technikchef. Mitgründer Josef Fleischmann (35) legt die Aufgabe als CTO nieder, um in dem von ihm neu gegründeten Unternehmen Bavaria Instruments andere Weltraumtechnologien zu entwickeln. Seine Beteiligung an Isar Aerospace behält er nach Angaben einer Sprecherin. Nachfolger als CTO wird Can Araz (33).
„Bei Isar Aerospace haben wir gezeigt, dass erstklassige Ingenieurskunst auch in Europa in echte Produktionskapazitäten übersetzt werden kann. Jetzt geht es darum, weitere kritische Technologien in Produkte, Geschäftsmodelle und Ergebnisse zu übersetzen“, sagte Fleischmann. „Mit Bavaria Instruments setze ich diese Mission fort.“
Wie aus einer Pressemitteilung von Isar Aerospace hervorgeht, entwickelt das neue Unternehmen Bavaria Instruments Technologien, mit denen Satelliten Daten künftig direkt im Weltraum verarbeiten können. Dadurch sollen etwa Erdbeobachtungen nahezu in Echtzeit möglich werden. Außerdem arbeitet das Unternehmen an Raumfahrzeugen, die im Orbit autonom handeln und miteinander kommunizieren können.
Für seinen Nachfolger findet Fleischmann lobende Worte: Araz habe „von Anfang an zum Aufbau unserer Technologie beigetragen. Er vereint fundiertes technisches Fachwissen mit einem einzigartigen Verständnis unserer Systeme und ist hervorragend geeignet, unsere Technologie- und Entwicklungsorganisation in die nächste Phase zu führen.“
Isar-Aerospace-Chef Daniel Metzler (34) betonte, Josefs Tatendrang und seine Machermentalität seien entscheidend für den Aufbau des Unternehmens gewesen. Zugleich sagte er, Araz sei die ideale Führungskraft, um die Entwicklungsabteilung durch die nächste Wachstumsphase zu führen. Metzler fügte hinzu: „Unser gemeinsames Ziel, das Raumfahrt-Ökosystem zu stärken, bleibt bestehen.“
Isar Aerospace wurde 2018 von Metzler, Fleischmann und dem dritten Mitgründer Markus Brandl gegründet. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und testet alle seine Trägerraketen weitgehend selbst und will damit einen flexiblen und kostengünstigen Zugang zum All schaffen. Ziel ist es, Europas Raumfahrt unabhängiger und wettbewerbsfähiger zu machen und Satelliten zuverlässig in den Orbit zu bringen.