Bei den Deutschen Waldtagen laden auch in Bonn die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, das Haus der Natur und die Stadtförsterei zum Erkunden des Waldes mit professioneller Begleitung ein. Neben Ständen, Vorträgen und Waldpädagogik für Kinder testete der SDW seinen digitalen Waldlehrpfad.
Bonn · Bei den Deutschen Waldtagen laden auch in Bonn die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, das Haus der Natur und die Stadtförsterei zum Erkunden des Waldes mit professioneller Begleitung ein. Neben Ständen, Vorträgen und Waldpädagogik für Kinder testete der SDW seinen digitalen Waldlehrpfad.
21.09.2026 , 10:03 Uhr
Die Septembersonne scheint durch die Blätter und wirft Schatten auf den Waldboden. Beim Tag des Waldes ist es anfangs noch recht ruhig in der Waldau, doch gegen späteren Nachmittag kommen immer mehr Besucher. Für Kinder gibt es Mitmachangebote wie einen Basteltisch, einen neuen Forstschlepper zum Reinsetzen und sechs Stationen, um den Wald besser kennenzulernen. Vor allem junge Familien und ältere Menschen haben den Weg in den Wald gefunden.
Auch Cynthia Lavit ist mit ihrer Tochter Makeda im Wald. Das Kindergartenkind hockt im Laub. In der Hand hat sie ein Vergrößerungsglas. Darin krabbelt ein Mistkäfer, den Makeda beobachtet. Die Fünfjährige hat heute schon etwas gelernt: „Der Mistkäfer rollt den Kot von Tieren“, sagt sie. „Und so räumt er im Wald auf“, ergänzt die Waldpädagogin Laura Hake. Sie leitet insgesamt sechs Stationen an, bei denen Kinder den Wald erkunden und über ihn lernen können.
Malte und Ruth Benndorf sitzen mit ihren Kindern am Basteltisch. Ava und Levi bemalen Holzscheiben mit Wachsmalstiften. Davor haben sie schon den Forstschlepper betrachtet, der sonst große Holzstämme aus dem Wald transportiert. Ava ist sogar reingeklettert und durfte am Lenkrad sitzen. Dabei hatte sie beinahe Höhenangst, erzählt ihre Mutter. Den Benndorfs ist der Wald ein Anliegen. „Wir sind sehr naturverbunden und gerne draußen“, sagt Malte Benndorf. „Der Wald ist unsere Lunge und wichtig für die Artenvielfalt und Lebenserhaltung von Insekten bis hin zu größeren Tieren.“
Ruth Benndorf sagt, sie versuchen, auch ihren Garten so zu gestalten, dass sich Insekten wie Bienen oder Hummeln dort wohlfühlen. Parallel zu den anderen Aktionen gibt es im Haus der Natur eine Ausstellung dazu mit dem Verein NaturGarten. Der Verein setzt sich für naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung ein. Dort finden sich viele Informationen, wie Gartenbesitzer ihre Grünanlage als lebendigen Garten für Insekten, Vögel und andere Tiere gestalten können.
Beim digitalen Lehrpfad können Waldbesucher mehr über den Wald lernen. Den installiert die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bald fest in der Waldau. Ulrike Schuth stellt den Pfad vor. Sie arbeitet bei der SDW als Referentin für Bildung.
Um den Inhalt der Stationen abzurufen, brauchen Nutzer die App Actionbound. An den insgesamt fünf Stationen muss ein QR-Code gescannt werden, der zu den Aufgaben, Quiz und Erlebnissen führt. Ob der Wald als Ort nicht eigentlich auch als handyfreie Zone geschätzt wird, gerade für Kinder? Darauf antwortet Schuth, dass die Kinder das Handy gar nicht brauchen, um den Pfad zu erleben. Pro Gruppe reiche eine Person als Koordinator, der vorliest und die App steuert, sagt Schuth.
An jeder Station ist ein Sinn erlebbar für Waldbesucher: Fühlen, Hören, Riechen, Schmecken, Sehen. „Der Wald bietet eine große Möglichkeit, um die Sinne zu nutzen“, sagt Schuth. Als verbindendes Element zwischen den Stationen dienen vier Maskottchen. Das sind der Specht, Fuchs, Ameise und Eichelhäher. Sie tauchen als Illustrationen in der App auf.
An der Station „Hören“ erfahren Nutzer erst etwas über den Hörsinn als solchen. Dann folgen Quizfragen: „Können Eichhörnchen Dialekt sprechen?“ und „Um wie viel Grad dreht sich das Ohr des Fuchses?“. In der Gruppe darf dann diskutiert werden und die Teilnehmer einigen sich gemeinsam auf eine Antwort.
Neben der Quiz-Funktion gibt es auch Forschungsaufgaben, bei denen der Wald erkundet wird. Beim „Erlebnisauftrag“ kann praktisch etwas ausprobiert werden, sagt Christoph Rullmann, Geschäftsführer des SDW. „Der digitale Waldlehrpfad hat mehr Erlebnisfaktor. Die Besucher können selbst etwas machen und den Wald auch ohne Pädagogen erleben“, sagt er. Das sei interaktiver als die typischen Informationstafeln im Wald. Bald können dann auch Bonnerinnen und Bonner den Pfad testen. Auch nächstes Jahr sollen die Deutschen Waldtage wieder in der Waldau stattfinden, sagt Pressesprecherin Alexandra Bieneck.
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