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Resilienz: Wie lässt sich das Kippen von Demokratien verhindern?

Дата публикации: 06-08-2026 16:00:00

Krisen, Populismus, Autoritarismus und mehr – Demokratien weltweit sind derzeit herausgefordert, auch die deutsche. Was macht Demokratien widerstandsfähig? Der Politikwissenschaftler Aurel Croissant über die Resilienz demokratischer Systeme.

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Krisen, Populismus, Autoritarismus und mehr – Demokratien weltweit sind derzeit herausgefordert, auch die deutsche. Was macht Demokratien widerstandsfähig? Der Politikwissenschaftler Aurel Croissant über die Resilienz demokratischer Systeme.

Nach dem Ende der Sowjetunion herrschte die Annahme vor, dass die freiheitliche Demokratie sich weltweit durchsetzen würde – zumindest in der sogenannten westlichen Welt. "Heute, 35 Jahre später, erscheint diese Annahme zweifelhafter als jemals zuvor", stellt Aurel Corissant zu Beginn seines Vortrags fest.

Demokratien sterben meist langsam

Demokratiebarometer, etwa die des schwedischen Varieties-of-Democracy-Projekts oder des deutschen Bertelsmann-Transformationsindex, zeigen für die letzten 15 Jahre einen Rückgang im globalen Demokratieniveau, so der Politikwissenschaftler – und das auch in großen, gefestigten westlichen Demokratien: Beispiel USA.

"Demokratische Erosion verläuft in der Regel schleichend, legalistisch – also im Rahmen des Rechts – und institutionell vermittelt."

Aurel Croissant, Politikwissenschaftler

Die Forschung zeigt: Die meisten Demokratien werden nicht plötzlich abgeschafft, sondern langsam zersetzt – von Menschen, die demokratisch gewählt wurden. Innerhalb des rechtlichen Rahmens. Innerhalb oder auch über bestehende Institutionen hinweg.

"Gefährdungen der demokratischen Ordnung werden häufig erst spät erkannt – und mitunter zu spät."

Aurel Croissant, Politikwissenschaftler

Aurel Croissant räumt ein, dass nicht jede Krise das Ende einer Demokratie bedeuten muss, warnt aber gleichzeitig: "Für bislang stabile, resiliente Demokratien wie die Bundesrepublik Deutschland sollte es eine Warnung sein, Erosionsprozesse frühzeitig zu erkennen und ihnen proaktiv entgegenzuwirken."

Wie resilient ist die deutsche Demokratie?

In seinem Vortrag beantwortet Aurel Croissant vier Fragen:

  1. Was bedeutet demokratische Resilienz?
  2. Warum geraten Demokratien unter Druck?
  3. Warum gelingt manchen Demokratien die Konflikt- oder Krisenbewältigung besser als anderen?
  4. Und: Wie resilient ist die bundesdeutsche Demokratie im internationalen Vergleich?
Aurel Croissant, lehr vergleichende Politikwissenschaft an der,Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Institut für Politische Wissenschaft

© Universität Heidelberg

Aurel Croissant, Professor für Politikwissenschaft an der Uni Heidelberg

Aurel Croissant ist Professor für Politikwissenschaft an der Uni Heidelberg. Zu seinen Forschungsinteressen zählen unter anderem vergleichende Demokratisierung und Autoritarismus. Aktuell forscht er schwerpunktmäßig unter anderem zur Theorie und Messung demokratischer Resilienz.

Seinen Vortrag "Resilienz demokratischer Systeme – Deutschland im internationalen Vergleich" hat er am 15. Juni 2026 an der Uni Heidelberg im Rahmen der Ruperto Carola Ringvorlesung gehalten. "Wehrhafte Demokratie - Resilienz, Sicherheit, Verteidigung" war das Thema im Sommersemester 2026.

Info: Unser Bild oben zeigt den Parthenontempel der Akropolis in Athen. Die attische Demokratie im antiken Athen des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. gilt als "Wiege der Demokratie", denn erstmals war hier das Volk der Souverän – durch direkte Mitsprache aller berechtigten Bürger in einer Volksversammlung.

Quellen aus der Folge:

Aurel Croissant, Lars Lott (2025): Democratic Resilience in the Twenty-First Century: Search for an Analytical Framework and Explorative Analysis. Political Studies, Volume 74, Issue 3.Aurel Croissant, Luca Tomini (eds.) (2024). The Routledge Handbook of Autocratization. New York and London: RoutledgeNord, Marina, David Altman, Tiago Fernandes, Ana Good God, and Staffan I. Lindberg (2026): Democracy Report 2026 - Unraveling The Democratic Era? University of Gothenburg. V-Dem Institute.Bertelsmann Stiftung (2026). Transformationsindex der Bertelsmann Stiftung (BTI)Sika, N., & Szent-Iványi, B. (2026). There and back again: democratization, autocratization and democratic resilience. Democratization, 33(3), 451-471.Merkel, W. (2026). What is democratic resilience? Democratization, 33(3), 472-493.

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