Viele sind sich der Risiken, die kostenlose Internetzugänge bieten, nicht bewusst. Dabei laufen Anfragen unverschlüsselt, sodass theoretisch jede Person mitlesen kann. Diese Einstellungsoption bietet Schutz.
Viele sind sich der Risiken, die kostenlose Internetzugänge bieten, nicht bewusst. Dabei laufen Anfragen unverschlüsselt, sodass theoretisch jede Person mitlesen kann. Diese Einstellungsoption bietet Schutz.
Von Noëlle Bölling
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Öffentliche WLAN-Netzwerke sind nicht so sicher, wie viele glauben. (Foto: Marti Rossello / Shutterstock)
Wenn der eigene mobile Hotspot nicht ausreicht, können öffentliche WLAN-Netzwerke eine praktische Alternative sein, um E-Mails zu bearbeiten oder sich beim Warten auf den Flieger die Zeit zu vertreiben. Es gibt allerdings einen Haken: Diese öffentlichen Netzwerke sind nämlich oft nicht ausreichend abgesichert. Genau hierfür bietet Android die integrierte „Privates DNS”-Funktion, die einen entscheidenden Teil der Verbindung verschlüsselt.
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Eigentlich gehen Menschen in Deutschland eher sorgsam mit ihren Daten um. Bei öffentlichen WLAN-Netzwerken scheint diese Vorsicht aber oft zu enden. Laut einer Umfrage des eSIM-Anbieters Saily nutzen 71 Prozent der Deutschen auf Reisen öffentliches WLAN. Gemeinsam mit dem Vereinigten Königreich liegt Deutschland damit im Vergleich an der Spitze. Reisende aus Spanien oder den USA zeigten sich zurückhaltender. Das Problem: In solchen Netzwerken können andere potenziell mitlesen, welche Seiten Nutzer:innen aufrufen, oder sie unbemerkt auf gefälschte Anmeldeseiten umleiten.
Wenn jemand auf einen Link tippt oder eine App öffnet, muss das Smartphone zunächst herausfinden, wo sich die Website oder der Dienst befindet. Diese Aufgabe übernimmt das Domain Name System (DNS), das Internet- in IP-Adressen übersetzt. Da DNS zu den ältesten Bestandteilen des Internets gehört, wurde es allerdings nicht mit Blick auf den Datenschutz entwickelt. Anfragen laufen unverschlüsselt, sodass theoretisch jede Person mitlesen kann. Im Heimnetz ist das meist nur der Internetanbieter, in öffentlichen Netzen gilt das potenziell für deutlich mehr Personen – und nicht alle davon haben gute Absichten.
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Private DNS kann dieses Problem lösen. Google hat die Funktion mit Android 9 Pie eingeführt. Seitdem ist sie fester Bestandteil jeder Version. Android nutzt dafür DNS-over-TLS – dabei werden Abfragen mit derselben Verschlüsselung geschützt wie HTTPS-Websites. Das Smartphone baut eine sichere Verbindung zu einem vertrauenswürdigen Resolver auf, prüft dessen Identität und sendet Abfragen darüber. Andere können den DNS-Verkehr so nicht mehr mitlesen. Private DNS hat allerdings seine Grenzen: Es verbirgt weder die IP-Adresse noch ersetzt es ein VPN. Dafür schließt es eine häufig ausgenutzte Lücke auf Betriebssystemebene – und zwar ohne, dass zusätzliche Software benötigt wird.
Die Einrichtung dauert weniger als eine Minute und erfordert keine Installation. Auf Pixel-Geräten öffnen Nutzer:innen die Einstellungen, tippen auf „Netzwerk & Internet” und suchen die „Private DNS”-Funktion, die je nach Gerät auch unter „Erweitert” zu finden sein kann. Bei Samsung gibt es die Option unter „Einstellungen”, „Verbindungen” und „Weitere Verbindungseinstellungen”. Dort stehen drei Optionen: Die Option „Automatisch” verschlüsselt nur, wenn der Netzwerk-DNS-Server dies unterstützt – andernfalls greift dein Smartphone unbemerkt auf unverschlüsseltes DNS zurück. Für echten Schutz wählen Nutzer:innen die Option „Hostname des Anbieters” und geben einen Hostnamen anstelle einer IP-Adresse ein. Dadurch nutzt das Smartphone in jedem Netzwerk einen bestimmten verschlüsselten Resolver. Eine beliebte kostenlose Option ist zum Beispiel „dns.google”.
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Manche öffentlichen Netzwerke, etwa in Hotels oder Unternehmen, blockieren den für DNS-over-TLS nötigen Port. Android warnt dann, dass der Server nicht erreichbar ist, und Seiten laden nicht. Ein vorübergehender Wechsel zu „Automatisch” ist möglich, erfordert aber besondere Vorsicht in diesem Netzwerk. Letztlich kann auch Private DNS ein öffentliches WLAN nicht rundum sicher machen. Die Android-Funktion schließt aber eine beliebte Angriffslücke von Cyberkriminellen. In Kombination mit einem VPN und verantwortungsvollem Verhalten lässt sich ein Android-Smartphone dadurch deutlich schwerer ausspionieren.
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