Spanien diskutiert erschüttert über den Fall von Maricarmen, einer 87-Jährigen in Madrid, die bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz am Mittwoch (23.9.) gezwungen wurde, ihre Wohnung zu verlassen, in der sie 70 Jahre lang gelebt hatte. Das Eigentümerunternehmen, das die Wohnung vor acht Jahren erworben hatte, wollte die Miete mehr als verfünffachen und hatte alle Verhandlungen über einen Verbleib der behinderten Dame ausgeschlagen.
Spanien diskutiert erschüttert über den Fall von Maricarmen, einer 87-Jährigen in Madrid, die bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz am Mittwoch (23.9.) gezwungen wurde, ihre Wohnung zu verlassen, in der sie 70 Jahre lang gelebt hatte. Das Eigentümerunternehmen, das die Wohnung vor acht Jahren erworben hatte, wollte die Miete mehr als verfünffachen und hatte alle Verhandlungen über einen Verbleib der behinderten Dame ausgeschlagen.
Doch auch auf Mallorca ereignen sich solche Fälle, wie nur einen Tag später im Rathaus Palma deutlich wurde. Dort erschien am Donnerstagmorgen Pilar López, um den Abgeordneten im Stadtrat ihre Geschichte zu erzählen.
Seit einem Arbeitsunfall kann sie nicht mehr arbeitenDie 65-Jährige erhält monatlich 480 Euro und lebte im Juli und August in ihrem Auto, nachdem sie aus ihrer Mietwohnung in der Straße Joan Crespí zwangsgeräumt worden war. „In den beiden Monaten habe ich im Auto geschlafen, mich mit einer Schüssel und einem Wasserkanister gewaschen und mich miserabel ernährt“, berichtete sie unter Tränen vor den Stadträten.
López, die von der Wohnungsinitiative Plataforma de Afectados por la Hipoteca (PAH) Mallorca unterstützt wird, erklärte zudem, dass sie gesundheitliche Probleme habe und auf medizinische Betreuung und Hilfsmittel angewiesen sei. Seit einem Arbeitsunfall ist sie arbeitsunfähig. Ihr monatliches Einkommen reicht nicht aus, um in der Stadt eine Wohnung zu finden.
Zwangsgeräumt für FerienunterkünfteIhre Wohnung, in der sie bis zum Sommer lebte, sei von einem Investmentfonds erworben worden. Die neuen Eigentümer hätten die Wohnungen renovieren und anschließend als Ferienunterkünfte vermieten wollen. Zunächst seien ihr 60.000 Euro für einen freiwilligen Auszug angeboten worden. Wenige Tage vor der geplanten Räumung sei dieses Angebot jedoch auf 10.000 Euro reduziert worden.
Nach dem Verlust ihrer Wohnung wurde ihr vorgeschlagen, kommunale Notunterkünfte zu nutzen. Ihre gesundheitliche Situation habe dies aber erschwert. „Ich bin krank, brauche medizinische Betreuung und kann mich nicht jeder Situation aussetzen“, sagte sie. „Man sagte mir, ich solle in eine städtische Unterkunft gehen, aber dort sind viele Drogenabhängige."
Mehrfach im KrankenhausIn diesen Monaten nutzte sie verschiedene Hilfsangebote und schlief schließlich in ihrem Auto. Während dieser Zeit musste sie mehrfach ins Krankenhaus eingeliefert werden. Außerdem berichtete sie, dass Polizeibeamte sie auf der Straße wiederholt aufgefordert hätten, sich auszuweisen.
„Ich bin doch nicht illegal, ich bin Spanierin – warum muss ich mich ausweisen?“, fragte sie. Derzeit lebt López in einem Hostal in Es Secar de la Real. Es handelt sich um eine vorübergehende Lösung, während sie weiter nach einer festen Unterkunft sucht.
Kritik von der WohnungsinitiativeLópez kam gemeinsam mit Àngela Pons, Sprecherin der PAH Mallorca, zur Plenarsitzung. Pons richtete scharfe Kritik an die kommunale Wohnungspolitik und an den Umgang des Rathauses mit Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen. Sie warf der Stadtregierung vor, sich mit Debatten wie jener über Ceuta zu beschäftigen, während Menschen in Palma mit gravierenden Wohnungsproblemen keine ausreichenden Lösungen erhielten.
Als Beispiele nannte sie Pilar sowie die rund 200 Menschen, die in prekären Unterkünften auf der Finca Son Bordoy leben. „Die Einzigen, die ihre Arbeit nicht machen, sind Sie, denn Sie haben den 200 Menschen, die in Son Bordoy in unwürdigen Wohnverhältnissen leben, keine Alternative angeboten“, sagte Pons.
Was ist mit den Bewohnern des alten Gefängnisses?Sie kritisierte zudem, dass einige dieser Familien Schwierigkeiten hätten, sich offiziell anzumelden. Das könne ihnen den Zugang zu grundlegenden öffentlichen Leistungen erschweren.
Die Aktivistin erklärte, das Wohnungsproblem treibe Bewohner von Mallorca weg. Sie verwies auf Menschen aus ihrem beruflichen Umfeld, die nach eigenen Angaben aufs spanische Festland gezogen seien, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten konnten.
Zum Schluss fragte Pons auch, was aus den Menschen geworden sei, die vor ihrer Räumung im Umfeld des ehemaligen Gefängnisses gelebt hatten. Sie forderte die Stadt dazu auf, auch jene Menschen weiterzuverfolgen, die außerhalb der üblichen Hilfssysteme leben. „Hat es Sie überhaupt interessiert, wo diese Menschen geblieben sind?"
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