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Finance Briefing: Carsten-Maschmeyer-Fintech Pliant, Wiesn und die 500 reichsten Deutschen

Дата публикации: 30-09-2026 11:09:00

Die Liste mit den reichsten Deutschen, exklusive Zahlen und Details über die Amerikapläne des Maschmeyer-Fintechs Pliant und „liquid networking“ auf der Wiesn: das und vieles mehr in unserem wöchentlichen Newsletter „Finance Briefing“.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

ich bin immer noch ein wenig heiser von den vergangenen Tagen. Die habe ich nämlich auf der Digitalkonferenz Bits & Pretzels in München verbracht. Zusammen mit den Gründern Malte Rau (38; Pliant), Max Schertel (38; Finmid) und Jonathan Sanders (Light) saß ich dort auf einem Panel zur Lage der Fintech-Szene. Ein Take-away davon: Der Blick geht zunehmend in die USA. Malte könnte sich sogar vorstellen, seine nächste Firma dort zu gründen. Die Businessvorteile der USA gegenüber dem Gründerstandort Deutschland würden schlicht schwerer wiegen als die politischen Risiken. Aber erst mal steht jetzt die US-Expansion seines Kreditkarten-Start-ups Pliant an.

Womit wir bei den Themen der Woche sind:

  • Exklusiv: Die 500 reichsten Deutschen (und die zehn reichsten Fintech-Gründer)

  • Analyse: So läuft’s bei der Berliner Fintech-Hoffnung Pliant

  • Köpfe: Seriengründerin Jessica Holzbach Ursinus hat einen neuen Nebenjob

Topstory: Die 500 reichsten Deutschen
Supermärkte, Autos und Schokolade: Auf der neuen Top-500-Liste finden sich alte Bekannte wie Lidl-Gründer Dieter Schwarz (r.) oder die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt (M.), aber auch Mittelständler wie die Ritter-Sport-Erben Moritz Ritter (oben links) und Tim Hoppe

Supermärkte, Autos und Schokolade: Auf der neuen Top-500-Liste finden sich alte Bekannte wie Lidl-Gründer Dieter Schwarz (r.) oder die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt (M.), aber auch Mittelständler wie die Ritter-Sport-Erben Moritz Ritter (oben links) und Tim Hoppe

Illustrationen: Julien Pacaud / manager magazin; Fotos [M]: dpa (2), Alfred Ritter GmbH & Co. KG / pa / obs, Adobe Stock, Unsplash, Dirk Bruniecki / laif, BMW; Typografie: István Szugyiczky / Début Art / manager magazin

Vermögensverwalter und Family-Offices schauen erfahrungsgemäß sehr genau hin (und alle anderen auch), denn heute erscheint unser Ranking „Die 500 reichsten Deutschen“ . Die exklusive Auswertung des manager magazins zeigt, wie sich die größten Vermögen des Landes entwickelt haben, und liefert – versprochen – auch dieses Jahr wieder reichlich Gesprächsstoff. Wer steigt auf, wer wird ärmer? Eins kann ich schon mal verraten: Neben altbekannten Unternehmerfamilien, Industriellen und einer neuen Nummer eins  haben es auch zehn Gründer von drei namhaften Fintechs auf die Liste geschafft. Durch die Bewertungen ihrer Firmen sind sie – jedenfalls auf dem Papier – plötzlich reicher als viele Industriedynastien. Alle Namen, die zugehörigen Vermögen und deren Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr gibt es hier. 

Analyse: Das Amerika-Playbook des Berliner Fintechs Pliant
Hoffnung auf Amerika: Pliant-Mitgründer und -CEO Malte Rau, hier im Gespräch mit mir bei der Techkonferenz Bits & Pretzels

Hoffnung auf Amerika: Pliant-Mitgründer und -CEO Malte Rau, hier im Gespräch mit mir bei der Techkonferenz Bits & Pretzels

Foto: Bert Willer

Malte Rau (35) arbeitet gerade auf ein Ziel hin, das schon viele deutsche Start-ups (inklusive N26) anvisiert haben: big in America zu sein. Mit seiner Kreditkartenfirma Pliant rollt er seit 2020 den Markt für Geschäftszahlungen neu auf, unter anderem mit Geld von Carsten Maschmeyers (67) Fonds Alstin Capital, PayPal und Motive Ventures. Vergangenes Jahr folgte dann der Sprung über den Teich. Für den US-Markteintritt zog Rau mit seiner Familie sogar ein halbes Jahr nach New York City, wie er mir erzählt hat. Die All-in-Mentalität scheint sich auszuzahlen. Laut dem aktuellen Geschäftsbericht, den mein Kollege Caspar Schlenk vorab auswerten konnte, hat Pliant seinen Umsatz im vergangenen Jahr verdoppelt. Schon Ende 2026 könnte das meiste Geschäft aus dem US-Markt kommen. Was die Zahlen genau verraten und was sich auf Investorenseite anbahnt, lest ihr hier. 

Köpfe: Jessica Holzbach Ursinus ++ Jules di Mambro ++ Dominik Hennen ++ David Vélez Osorno ++
Neuerdings Multiaufsichtsrätin: Fintech-Seriengründerin Jessica Holzbach Ursinus

Neuerdings Multiaufsichtsrätin: Fintech-Seriengründerin Jessica Holzbach Ursinus

Foto: Christian Goksu / 0TO9
  • Jessica Holzbach Ursinus (36), Mitgründerin von Penta und Pile sowie Deutschlandchefin des schwedischen Fintech-Builders 0TO9, zieht in den Aufsichtsrat der Kölner SozialBank ein. Holzbach wird damit zur Multiaufsichtsrätin. Seit 2023 kontrolliert sie nämlich schon die Fürstlich Castell’sche Bank.

  • Jules di Mambro kann sich über schöne Aussichten freuen: Der UK-Chef des Zinsportals Raisin ist diese Woche mit seinem Team in ein Büro in den oberen Stockwerken des ikonischen Londoner Wolkenkratzers „The Gherkin“ bezogen (übersetzt: die Gewürzgurke). Der Umzug passt zu den hochgesteckten Ambitionen: Raisin investiert derzeit kräftig in den britischen Markt, unter anderem mit einer landesweiten Kampagne.

  • Dominik Hennen (45), zuständig für das deutsche Privatkundengeschäft der Deutschen Bank, hat am Montag die Pläne für ein Altersvorsorgedepot vorgestellt. Damit nimmt der Wettlauf um das staatlich geförderte Wertpapiersparen weiter Fahrt auf. Viele Anbieter hoffen auf ein lukratives Geschäft. Erst vergangene Woche hatte der Frankfurter Onlinebroker FlatexDegiro sein Preismodell präsentiert.

  • David Vélez Osorno (44), Gründer und CEO der brasilianischen Neobank Nubank, liebäugelt offenbar mit einer Expansion nach Europa. Laut Sky News  führt Nubank Übernahmegespräche mit der Londoner Digitalbank Monzo. Deren Bewertung soll bei umgerechnet 9,3 bis 11,6 Milliarden Euro liegen.

Zahl der Woche: 49

Apple Pay wächst in Deutschland derzeit so schnell wie keine andere Wallet. Nach Erhebungen des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI bieten 49 Prozent der 1000 größten Onlineshops in Deutschland die Zahloption an – ein Plus von 11,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Apple Pay festigt damit seine Position als Nummer zwei hinter PayPal, das in seinem „goldenen Markt“ Deutschland (wie wir neulich in einer Analyse geschrieben  haben) von 96,3 Prozent angeboten wird. Im kommenden Jahr könnte sich die Aufholjagd weiter fortsetzen: Der neue Apple-Chef John Ternus (51) hat Services immerhin zur Top-Priorität erklärt.

Margin Call: Mit der Schlafmaske auf die Wiesn
Botworking: Internetunternehmerin Céline Flores Willers kam mit robotischer Begleitung zur Bits & Pretzels

Botworking: Internetunternehmerin Céline Flores Willers kam mit robotischer Begleitung zur Bits & Pretzels

Wer die Digitalkonferenz Bits & Pretzels in München schon einmal besucht hat, weiß: Die besten Gespräche finden am Bierkarussell statt (siehe Foto). Ich drehe trotzdem gern noch eine Runde über die Stände. Die Werbeaktionen sind nämlich ein hervorragender Indikator für den Vitalzustand der Unternehmen. Gibt es nur noch leere Jutebeutel für Messebesucher? Oder nicht mal Kugelschreiber? Dann sieht’s düster aus. Wird dagegen ein 45.000 Euro teurer Roboter als Attraktion aufgefahren? Dann scheint die Kasse jedenfalls noch nicht ganz leer zu sein. Folgt man dieser Messeökonomie, läuft es bei der französischen Neobank Qonto offenbar ordentlich. Deutschlandchef Malte Dous (47) hat einen Boxautomaten angemietet. Quasi für alle Gründerinnen und Gründer, die mal Dampf ablassen möchten. Neben dem Boxen war dieses Jahr auch Wellness angesagt: Start-ups verteilten Saunahüte, Schlafmasken und Matcha-Schokolade als Werbeartikel an die Kundschaft. Aber vielleicht ist das genau der Zeitgeist. Achtsamer Austausch. Wer auf der Wiesn ernsthaft „liquid networking“ betreibt, braucht danach schließlich auch Erholung.

Das war es für diese Woche. Wenn Ihr Anregungen oder Recherchehinweise habt, meldet euch gern unter financebriefing@manager-magazin.de . Und empfehlt uns gern Freunden und Freundinnen weiter – sie können den Newsletter hier abonnieren.

Viele Grüße
Eure Hannah Schwär

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