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Porsche, Piëch, Volkswagen, BMW, Specialized: Der Newsletter „manage:mobility“

Дата публикации: 01-10-2026 05:07:00

Volkswagens Eigentümerfamilie denkt um, BMW treibt die Krise um und der Gründer des Fahrradherstellers Specialized lenkt um – das und mehr erfahren Sie in der neuen Ausgabe von „manage:mobility“.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

in den vergangenen Jahren hatten Susanne Klatten (64) und Stefan Quandt (60) einen Platz auf dem Treppchen unserer Liste der 500 reichsten Deutschen  abonniert. Jetzt sind die BMW-Erben mit 33,3 Milliarden Euro geschätztem Vermögen zwar immer noch superreich; die schwierige Lage beim Münchner Autobauer hat aber dazu beigetragen, dass die Reichtümer der Familie einerseits gesunken sind und sie andererseits in diesem Jahr mit Platz vier in der Auflistung nicht auf dem Podest stehen.

Viel heftiger schlägt die Krise beim zweitreichsten deutschen Autoclan ein: Für die Porsches und Piëchs reicht es mit 12,4 Milliarden Euro Familienvermögen aktuell „nur“ noch zu Platz 17 unter den reichsten Deutschen. Höchste Zeit, dass sich bei Volkswagens Hauptgesellschaftern etwas dreht. Und tatsächlich: Anzeichen dafür gibt es. Mehr dazu erfahren Sie in einem unserer Themen der Woche:

  • Wie die Porsches den Generationswechsel vorbereiten

  • Welche Elf BMW aus der Krise fahren soll

  • Wieso der Specialized-Gründer mit 76 Jahren als Chef zurückkehrt

Thema der Woche: Wie die Porsches den Generationswechsel vorbereiten
Lauter Sorgenfälle: Wolfgang Porsche wacht über Porsche und Volkswagen

Lauter Sorgenfälle: Wolfgang Porsche wacht über Porsche und Volkswagen

Foto: Illustration: Julien Pacaud / manager magazin; Fotos [M]: Reuters / picture alliance, AFP, Volkswagen of America, IMAGO

Der eine 83, der andere 84: Seit vielen Jahren reißen Wolfgang Porsche (83) und Hans-Michel Piëch (84) als Mitglieder des Aufsichtsratspräsidiums von Volkswagen die eigenen Altersregeln. Aus Governance-Sicht ist das Treiben von „Michi“ und „WoPo“ ein No-Go. Und auch ansonsten fällt die Bilanz der Oberhäupter der Familien Porsche und Piëch in der jüngeren Vergangenheit nicht erfolgreich aus, ihr Vermögen schmolz zuletzt immer schneller dahin. Bei den Nachkommen, so heißt es, sei die Nervosität nun so gestiegen, dass Bewegung in die Autodynastie zu kommen scheint. Michael Freitag berichtet: Im Aufsichtsrat der Familienholding Porsche SE zeichnet sich ein Generationswechsel ab .

Köpfe: Felix Mogge ++ Daniela Cavallo ++ Britta Seeger
Plädiert für Radikalität: Roland-Berger-Partner Felix Mogge

Plädiert für Radikalität: Roland-Berger-Partner Felix Mogge

Foto: Roland Berger
  • Eines immerhin ist laut Felix Mogge (48) ausgeschlossen: Vor dem Untergang stehe die deutsche Autoindustrie „sicher nicht“, sagt der Senior Partner der Beratung Roland Berger. Das „Aber“ folgt auf dem Fuß. „Wenn wir den Schaden begrenzen wollen, braucht es endlich radikale Maßnahmen“, meint der Autoexperte. Nicht, weil die hiesige Industrie wie gern behauptet technisch abgehängt sei. Vielmehr steckt sie in der Kostenfalle. „Chinesische Autos sind im Durchschnitt bei gleicher Technik bis zu 30 Prozent günstiger“, mahnt Mogge. Allein in Deutschland gebe es fünf Autowerke zu viel. Es gibt aber auch Schimmer der Hoffnung bei Mercedes, BMW, ZF oder VW; welche das sind, erfahren Sie hier .

  • Bei Volkswagen darf man sich nach einem nicht nur bei den Temperaturen hitzigen Sommer auch auf einen heißen Herbst einstellen. Der Vorstand hat jetzt einen Großteil der Tarifverträge gekündigt, darunter den wichtigen Manteltarifvertrag. Die Vereinbarungen müssten an den hohen Kostendruck angepasst werden. Bei den Arbeitnehmern lässt das mal wieder den Puls steigen, von einem „üblen Foul“ spricht man bei der IG Metall, Volkswagens Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo (51) sagte am Mittwoch, der Vorstand glaube wohl, „uns erpressen zu können“.

  • Keinen Tarifvertrag, aber zumindest eine Konzernbetriebsvereinbarung, hat gerade der Vorstand von Mercedes gekündigt. Personalvorständin Britta Seeger (57) will wieder mehr Präsenz anordnen. Stimmt der Betriebsrat zu, könnten aus ziemlich viel Freiheit ab dem 1. Januar 2027 bis zu vier Tage vor Ort werden.

Unternehmen: BMW ++ Bosch ++ Stellantis
Abfahrbereit: CEO Milan Nedeljković will BMW wieder an die Spitze führen

Abfahrbereit: CEO Milan Nedeljković will BMW wieder an die Spitze führen

Foto:

Daniel Kraus / BMW

  • Während Bundestrainer Jürgen Klopp (59) noch nach der richtigen Aufstellung sucht, um Fußball-Deutschland aus der Krise zu fahren, hat BMW-Chef Milan Nedeljković (57) seine Elf für den Turnaround schon gefunden. Zwei Gewinnwarnungen in der jüngeren Vergangenheit haben den Münchner Autobauer Kredit gekostet. Auch BMW muss sanieren, der neue Chef will aus zuletzt mickrigen 2,3 Prozent Marge im Autogeschäft mittelfristig wieder 8 bis 10 Prozent machen. Zehn Männern und einer Frau gewährt Nedeljković dafür vollen Durchgriff. Mein Kollege Franz Anko-Hubik verrät Ihnen, wer Milans Aufräumer sind .

  • Als Zwischenschritt in Richtung Zweistelligkeit peilt Nedeljković bis 2028 erst einmal 5 Prozent Rendite an. Nicht zum ersten Mal scheint BMW den Weg dorthin anders zu definieren als die anderen deutschen Autobauer. Während bei Mercedes und Volkswagen mit Werksschließungen hierzulande gedroht wird, ist bei den Bayern davon keine Rede. Gerade erst hat BMW für die Produktion des neuen 3er gut 2 Milliarden Euro ins Werk Dingolfing gesteckt. Mancher Fondsmanager hält den Kurs der Münchner für „äußerst riskant“ .

  • Aus 1800 mach 900: Diese Radikalkur steht dem Nürnberger Werk des Autozulieferers Bosch bis 2029 bevor. In Franken fertigt Bosch vor allem Komponenten für Verbrennungsmotoren.

  • Überhaupt nichts mehr baut Stellantis vorerst in den französischen Werken Sochaux, Rennes und Mulhouse. Statt Auftragsmangel hat die Opel-Mutter dort die Ladehemmung erfasst: Stellantis sind die Batterien für Elektroautos ausgegangen.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Newsletter haben, schreiben Sie uns gern an manage.mobility@manager-magazin.de . Ebenso natürlich, wenn Sie Hinweise oder Anregungen zu Recherchen haben. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Mehr Mobilität: Rückkehr eines Radpatriarchen
Eigentlich nie weg: Specialized-Gründer Mike Sinyard Ende 2011

Eigentlich nie weg: Specialized-Gründer Mike Sinyard Ende 2011

Foto: Tim de Waele / Corbis / Getty Images
  • Wir tauchen noch mal in die Welt der Patriarchen ein. Während die Porsches zumindest über das Kürzertreten nachzudenken scheinen, steigt mit Mike Sinyard (76) beim Fahrradhersteller Specialized der Gründer im hohen Rentneralter wieder in den Chefsattel. Der bisherige CEO, der hochdekorierte Fahrradmanager Armin Landgraf (59), verlässt die Marke nach zwei Jahren im Amt aus nicht näher genannten Gründen. Jetzt also wieder Sinyard. Kann das sinnvoll sein? Und wieso tut er sich das überhaupt an? Lutz Reiche hat sich auf Ursachenforschung begeben .

  • Eigentlich sollte die Boeing Max 10 nach Jahren der Verspätung kommende Woche ihre Zulassung erhalten. Jetzt verzögert sich die Freigabe wegen Problemen mit der Landesoftware erneut. Max steht in dem Fall wohl für maximal frustrierend.

  • Gut drei Jahre nach dem Gezerre um den Einstieg von Cosco im Hamburger Hafen alarmiert die chinesische Staatsreederei erneut die deutsche Politik. Cosco will den Logistiker Zippel schlucken, bei der Bundesregierung löst das offenbar Würgereflexe aus: Sie könnte einem Deal aus Sorge vor strategischen Abhängigkeiten den Riegel vorschieben.

Zahl der Woche: 3

Mit der PowerCo wollte Volkswagen ein europäisches Batteriebollwerk gegen die asiatische Akkuübermacht schaffen. Inzwischen scheint man in Wolfsburg erkannt zu haben: Allein ist man zu schwach und zu langsam. Zumindest die Hoffnung auf eine Zellfertigung, die auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist, will der Konzern aber nicht aufgeben. Volkswagen vertieft deshalb die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Batteriehersteller Gotion High Tech und exportiert dafür den Joint-Venture-Ansatz gleich dreifach: In Valencia, im slowakischen Šurany und nahe der marokkanischen Hauptstadt Rabat werden VW und Gotion künftig gemeinsam Batteriezellen fertigen, in Marokko sogar auch das für die Akkus so wichtige Kathodenmaterial .

Deepdrive: Ab in die Akademie

KI, Spardruck, wirtschaftliche und politische Unsicherheit – Zeiten wie diese brauchen Führungskräfte, die nicht nur reagieren, sondern gestalten. Mit einem neuen Aboangebot möchten wir Sie dabei unterstützen: Die manager+ academy ergänzt unseren digitalen Journalismus um Masterclasses mit Topexpertinnen und Topexperten zu Leadership- und KI-Themen und regelmäßigem Sparring auf Augenhöhe mit anderen Führungskräften. Zum Start schon ab 50 Euro im Monat.

Geisterfahrer der Woche
Poröse Zeiten: Volkswagen startet wegen rostiger Schrauben einen riesigen Rückruf

Poröse Zeiten: Volkswagen startet wegen rostiger Schrauben einen riesigen Rückruf

Foto: Hendrik Schmidt/ dpa

An Softwareprobleme hat man sich bei Volkswagen inzwischen gewöhnt. Jetzt streikt auch noch die Hardware, konkret die Schrauben, noch konkreter die „WHT 013461“. Rund vier Millionen Autos müssen wegen Rostgefahr und dadurch drohendem Lenkungsausfall in die Werkstatt. Dort liegt die WHT 013461 einem SPIEGEL-Bericht zufolge aber aller Voraussicht nach nicht oft genug auf Lager. Ersatzweise können VW-Mechaniker deshalb auch die Schraube N10552402 anziehen. Betroffene Kunden müssen dann aber noch mal in die Werkstatt, sobald die Originalschraube dort wieder verfügbar ist. WHT? Wohl eher WTH („What the hell“).

Ich hoffe, Sie kommen nicht allzu rostig durch die Woche.

Ihr Christoph Seyerlein

­Haben Sie Wünsche, Anregungen, Informationen, um die wir uns journalistisch kümmern sollten? Sie erreichen meine Kolleginnen und Kollegen im Team Mobility und mich unter manage.mobility@manager-magazin.de .

Unseren Newsletter „manage:mobility“ finden Sie auch hier auf unserer Website.

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