Schlechter Handyempfang, Lärm am Bolzplatz und die Zukunft des ehemaligen Heideladens: Beim Quartiersspaziergang auf der Oberkochener Heide bringen rund 120 Bürger ihre Anliegen ein.
Stand: 01.09.2026, 17:00 Uhr

Schlechter Handyempfang, Lärm am Bolzplatz und die Zukunft des ehemaligen Heideladens: Beim Quartiersspaziergang auf der Oberkochener Heide bringen rund 120 Bürger ihre Anliegen ein.
Oberkochen. Der von Bürgermeister Marcel Winter initiierte Quartiersspaziergang im Stadtteil Heide ist auf große Resonanz gestoßen. Rund 120 Bürgerinnen und Bürger nahmen am Montag teil und nutzten die Gelegenheit, Wünsche und Probleme direkt anzusprechen.
Winter bezeichnete den Rundgang beim Treffpunkt am ehemaligen Heideladen als wichtigen Beitrag zur Bürgerbeteiligung.
Mehr Schatten und weniger versiegelte FlächenErste Station war der Platz beim Spielplatz in der Nähe des Kindergartens. Stadtbaumeister Johannes Thalheimer erklärte, dass die Entsiegelung von Flächen im Konzept der Stadt Oberkochen eine wichtige Rolle spiele.
Auch zusätzliche Bäume sollen künftig für mehr Schatten auf öffentlichen Plätzen sorgen. Allerdings sei dies ein langfristiger Prozess.
Der Kindergarten auf der Heide ist für viele Bewohner seit Jahrzehnten ein wichtiger Mittelpunkt des Quartiers. Bereits zum 30-jährigen Bestehen wurde er als „Kleinod auf der Heide“ und Ort der Begegnung beschrieben.
Mehrere Teilnehmer des Rundgangs betonten deshalb erneut, wie wichtig die Einrichtung für Kinder und Eltern sei.
Kindergarten bekommt PhotovoltaikanlageAuch die Beleuchtung von Straßen und Wegen war Thema. Wolfgang Weiss von Geo Data erklärte, Oberkochen habe bereits ein innovatives und energiesparendes Beleuchtungskonzept umgesetzt. Bürgermeister Winter verwies zugleich auf die Verkehrssicherungspflicht der Stadt.
Holger Röhrer, Geschäftsführer der GEO, kündigte zudem an, dass der Kindergarten auf der Heide mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden soll.
Auf dem Platz beim Kinderspielplatz könnten außerdem Elektro-Ladestationen entstehen.
Streitpunkt Skateranlage
Mehr Diskussionsbedarf gab es beim Skaterplatz. Der Gemeinderat hatte bereits beschlossen, eine Weiterentwicklung der Anlage zu planen. Eine endgültige Entscheidung über den Standort ist allerdings noch nicht gefallen.
Zuletzt hatte die Stadt eine Zwischenlösung auf der Heide vorgestellt. Hintergrund ist, dass der frühere Skaterbereich im Schwör wegen des Sportzentrums weichen musste und alternative Standorte schwierig zu finden sind. Für die Anlage auf der Heide liegt bereits eine konkrete Planung vor.
Beim Spaziergang forderte Michael Wenk ein Gesamtkonzept für Oberkochen.
Mehrere Anwohner des Bolzplatzes machten zudem auf Lärmprobleme aufmerksam. Jugendliche würden dort teilweise bis spät in die Nacht feiern. Eine Erweiterung der Skateranlage könne dieses Problem aus ihrer Sicht noch verschärfen.
Konflikte um Treffpunkte für Jugendliche sind auf der Heide nicht neu. Bereits beim Bauwagentreff im Stadtteil hatte es Beschwerden von Anwohnern gegeben.
Wird der Heideladen zum sozialen Treffpunkt?Amelie Peters brachte die Zukunft des ehemaligen Heideladens zur Sprache. Sie schlug vor, dort einen sozialen Treffpunkt einzurichten.
Peters erklärte, sie könne sich vorstellen, sich persönlich zu engagieren und ein entsprechendes Projekt hauptamtlich voranzutreiben.
Winter machte deutlich, dass eine hauptamtliche Stelle vom Gemeinderat beschlossen werden müsse.
„Einfach mal machen, das Geld ist doch da“, kommentierte Arne Riedel.
Der Wunsch nach zusätzlichen Treffpunkten passt auch zu den Ergebnissen der jüngsten Zukunftswerkstatt für Jugendliche in Oberkochen. Dort wurden unter anderem mehr Sportangebote, Aufenthaltsorte und bessere Verbindungen auf die Heide gefordert.
Neuer Mobilfunkmast für die Heide geplantBeim abschließenden Zusammensein in der Club-Gaststätte an der Minigolfanlage kam ein Problem zur Sprache, das Bewohner der Heide schon länger beschäftigt: der schlechte Mobilfunkempfang.
Die Stadt will nach Angaben von Bürgermeister Winter gemeinsam mit dem Zentrum für Digitale Entwicklung einen neuen Mobilfunkmast errichten. Dieser soll den 4G- und 5G-Empfang auf der Heide verbessern.
Das Problem ist seit Jahren bekannt. Bereits 2023 berichteten Bewohner von großen Funklöchern auf der Oberkochener Heide. Als Ursache wurde unter anderem die topografische Lage des Stadtteils genannt.
Winter zeigte sich optimistisch, dass der neue Mast für eine deutliche Verbesserung sorgen wird. Einen genauen Standort nannte er allerdings noch nicht.
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