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Demi Vollering vollendet im WM-Strassenrennen ihre Auferstehung, Marlen Reusser erhält undankbaren Lohn

Дата публикации: 27-09-2026 16:33:43

Die 29-jährige Niederländerin Vollering gewinnt nach der Tour de France auch das WM-Rennen, die Zeitfahr-Weltmeisterin Reusser wird nach einer Aufholjagd Vierte.

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Demi Vollering vollendet im WM-Strassenrennen ihre Auferstehung, Marlen Reusser erhält undankbaren Lohn

Die 29-jährige Niederländerin Vollering gewinnt nach der Tour de France auch das WM-Rennen, die Zeitfahr-Weltmeisterin Reusser wird nach einer Aufholjagd Vierte.

27.09.2026, 18.33 Uhr

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Die Niederländerin Demi Vollering krönt ihr überragendes Jahr mit dem Sieg in einem spektakulären WM-Strassenrennen in Montreal.

Die Niederländerin Demi Vollering krönt ihr überragendes Jahr mit dem Sieg in einem spektakulären WM-Strassenrennen in Montreal.

Chris Auld / Imago

Noch vor einer Woche erweckte Demi Vollering den Eindruck, als ginge ihr nach einer langen, harten, aber auch erfolgreichen Saison die Kraft aus. Im WM-Zeitfahren in Montreal blieb sie chancenlos, verpasste das Podest als Achte deutlich. Der stärkste weibliche Radprofi der Gegenwart musste zusehen, wie seine Rivalin Marlen Reusser sich das Regenbogentrikot sicherte. Die Schweizerin verteidigte in Kanada ihren Titel. Vollering hingegen gab im Hinblick auf das Strassenrennen Rätsel auf.

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Sieben Tage später, am vergangenen Samstag, waren die Rollen umgekehrt verteilt. Vollering mobilisierte auf dem 180 Kilometer langen Parcours des längsten WM-Strassenrennens der Geschichte die letzten Kräfte und triumphierte in einem spektakulären Wettkampf. Reusser, 35 Jahre alt, wurde wie schon 2023 Vierte. Der Bernerin fehlten lediglich 4 Sekunden zur ersten Medaille in einem WM-Strassenrennen.

Wie erwartet machten die vier stärksten Radfahrerinnen des Jahres den Weltmeisterinnentitel unter sich aus. Nebst Vollering und Reusser prägten die Polin Kasia Niewiadoma-Phinney (Silber) sowie die Italienerin Elisa Longo Borghini (Bronze) wie schon an der Tour de France das Rennen. Das Quartett lieferte sich in Kanada einen spektakulären Kampf. Vollering attackierte 38 Kilometer vor dem Ziel als Erste. Sie habe sich die Strecke und die verschiedenen Szenarien «millionenfach» im Kopf vorgestellt, sagte sie. Sie verlor auf der Flucht jedoch viel Kraft und wurde wieder eingeholt.

Marlen Reusser am Strassenrennen an der WM in Montreal.

Marlen Reusser am Strassenrennen an der WM in Montreal.

Christopher Katsarov / AP

Ihre Attacke führte zwar nicht zur Vorentscheidung, kostete Reusser allerdings eine Medaille oder gar den Titel. Die Schweizerin war zum Zeitpunkt von Vollerings Tempoverschärfung schlecht positioniert und verpflegte sich gerade. «Es ist extrem ärgerlich. Ich habe den entscheidenden Moment verpasst», sagte Reusser. Bei der Verfolgung von Vollering verbrauchte sie danach zu viele Kräfte. «Ich wusste, dass die anderen auch nicht fahren, wenn ich nicht fahre. Es ist ein Teufelskreis.» Sie schaffte den Anschluss an die Spitze nie mehr richtig, obwohl sie Longo Borghini beinahe im Schlusssprint noch stellte.

Sogar ein Jahr Pause stand bei Vollering im Raum

Vollering hingegen sicherte sich in Kanada erstmals in ihrer Karriere das Regenbogentrikot, nachdem sie 2023 und 2025 WM-Zweite geworden war. Dank der Parforceleistung in Montreal verwandelte die 29-jährige Niederländerin ihr ohnehin schon starkes Jahr in die wohl stärkste Saison einer Einzelathletin in der Geschichte des Frauen-Radsports. Sie sagte: «Dieser WM-Titel ist der vielleicht schönste Sieg in meiner Karriere. Für mich geht ein Traum in Erfüllung.»

Am Anfang der Erfüllung dieses Traums standen bei Vollering allerdings Zweifel und eine grosse Müdigkeit. Am Ende der Saison 2025 hinterfragte sie vieles, an der Tour de France war sie Zweite geworden, an den WM enttäuschende Siebente. Vor ein paar Wochen sagte sie gegenüber «The Athletic» über dieses Jahr: «2025 habe ich es übertrieben, ich habe meinen Körper und meine Psyche über das Limit hinaus gepusht. Ich hatte den Radsport satt, habe die Rennen und Trainings nicht mehr genossen.» Sogar ein Jahr Pause sei im Raum gestanden.

Vollering nahm nach der Tour de France 2025 zunächst eine Auszeit, reiste mit ihrem Camper in die Berge. Dort fühle sie sich besonders wohl. Das Rennvelo liess sie daheim, nahm nur ein Gravel-Bike mit. «Ich bin ohne Ziel und Erwartungen gefahren. Ganz nach Lust und Laune», sagte sie. «Ich liebe es, in der Natur zu sein, die Gegend zu entdecken, wie ich es als Kind getan habe.» Während dieser Reise in die Berge habe sie die Liebe zum Velofahren wieder entdeckt. Vollering triumphierte nach ihrer Rückkehr im Oktober an den Europameisterschaften 2025 und sagte: «Dieser Titel hat mich gerettet.»

Vollering gewinnt dank den Rennen, die sie ausgelassen hat

Von einem Jahr Pause war fortan keine Rede mehr. Vollering, die in der Zentralschweiz wohnt, startete stark ins laufende Jahr. Und machte sogleich deutlich, dass die Probleme und Zweifel der Vergangenheit angehören. Sie triumphierte im Frühjahr an der Flandern-Rundfahrt und bei Lüttich–Bastogne–Lüttich, sie hat nun vier Monumente gewonnen in ihrer Karriere. Es folgte der erste Sieg am Giro d’Italia, Vollering wurde dadurch nach Annemiek van Vleuten zur erst zweiten Frau, die alle drei Grand Tours für sich entschieden hat.

Das Husarenstück gelang ihr aber im August bei der Tour de France Femmes. Sie gewann die wichtigste Rundfahrt im Kalender zum zweiten Mal nach 2023. Obwohl sie am Mont Ventoux distanziert wurde und in ihrer Equipe FDJ ein Magen-Darm-Virus kursierte. Der Teamchef Stephen Delcourt sagte im Ziel der Tour in Nizza über Vollering: «Es ist, als hätte sie vierzehn Beinpaare.»

Delcourt versuchte den Erfolg danach auch weniger metaphorisch zu erklären. Ihre Equipe dosiert Vollerings Renneinsätze vorsichtig. Nach den Frühjahres-Classiques und dem Giro d’Italia liess die Niederländerin kurzfristig die Tour de Suisse aus, das Forfait erklärte sie erst am Tag des Startes. Grund war keine Verletzung, sondern mehr Zeit für die Regeneration. Delcourt sagte: «Demi siegt auch wegen der Rennen, die sie ausgelassen hat.»

In Montreal hat Vollering diese Energiereserven genutzt, um eine Lücke im Palmarès zu schliessen. Nun fehlt ihr von den grossen Triumphen nur noch der Olympiasieg. Im Ziel des WM-Strassenrennens sagte Vollering auch mit Blick auf die schwierige vergangene Saison: «Ich bin ein Jahr älter und klüger geworden. Ich weiss jetzt noch besser, wie ich mit dem Druck umgehen muss.» Und schob nach, dass sie sich vor dem Rennen gesagt habe, dass die Welt sich weiterdrehe. Auch wenn es schiefgehen sollte.

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Die Schweizerin holt sich an den Rad-WM in Montreal Gold vor der Britin Zoe Bäckstedt. Das bittere Ende der Tour de France scheint weit weg. Nun will Reusser noch zwei weitere Medaillen gewinnen.

Marlen Reusser und Noemi Rüegg wollen am Samstag um Medaillen mitfahren. Die Helferinnen stehen für den «polycycliden» Ansatz von Swiss Cycling. Ginia Caluori startete kürzlich an den Mountainbike-WM, Jasmin Liechti tut dies bald an den Bahn-WM.

Lückenloses Tracking der Athletinnen und Athleten kann schwere Unfälle vermeiden. Darin sind sich der Weltverband, Teams und Fahrer einig. Weniger Konsens besteht in der Frage, welches System eingeführt werden soll.

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