Wie groß die Auswahl an Berufen ist, die Schulabgänger wählen können, soll das ARD-Format »Job Challenge« demonstrieren. Das geht offenbar nicht mehr ohne Gamifikation – alles nur ein Spiel. Gelockt wird die Jugend mit der Aussicht auf ein stattliches Bruttogehalt.
Foto: Unai Huizi/imagebroker/imago

Jeden Tag, den ganzen Tag? Ein Arbeiter bereitet Autolack im einfachen Plastikmessbecher vor (Symbolbild)
Wie groß die Auswahl an Berufen ist, die Schulabgänger wählen können, soll das ARD-Format »Job Challenge« demonstrieren. In einer aktuellen Folge darf der 16jährige Schüler Janik sich der »echten Herausforderung« eines Oberflächenbeschichters stellen. Es gilt, innerhalb einer Viertelstunde drei Triangeln mit gefährlichen Chemikalien zu behandeln. Der »Endboss« nimmt das Arbeitsergebnis ab und vergibt Verbalnoten. In einer anderen Folge darf der Schüler Lorenz im Chemielabor einen Autolack zusammenrühren, genau nach Rezept. Die »Jokerfragen« legen offen, worum es wirklich geht: Die Kandidaten müssen erraten, wie hoch das durchschnittliche Bruttogehalt ist. Das Format verrät außerdem, welches Bild bei den Programmverantwortlichen von der Jugend herrscht: Es muss eine »Challenge« sein, wie auf Tik Tok. Es muss ein Countdown laufen, sonst ist es nicht spannend. Bunte Grafiken müssen den Punktestand abbilden, weil das hier ja nur ein Spiel ist. So bleibt die Realität moderner Industriearbeit in kapitalistischen Betrieben ausgeblendet. (mb)
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