Nur zehn Prozent der Befragten im „Deutschlandtrend“ sind mit Kanzler Merz zufrieden – der schlechteste Wert seit Beginn dieser Erhebung 1997. Die AfD bleibt vorn.
Stand: 01.10.2026, 21:23 Uhr
Nur zehn Prozent der Befragten im „Deutschlandtrend“ sind mit Kanzler Merz zufrieden – der schlechteste Wert seit Beginn dieser Erhebung 1997. Die AfD bleibt vorn.
Berlin – Die Stimmung gegenüber Bundeskanzler Friedrich Merz sinkt weiter: Im aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ äußert sich nur noch jeder Zehnte zufrieden oder sehr zufrieden mit der Arbeit des CDU‑Politikers. Das ist der niedrigste Wert, den ein Kanzler in der Geschichte des „Deutschlandtrends“ seit 1997 erreicht hat, wie der WDR mitteilte.

Fast neun von zehn Befragten (88 Prozent) sind dagegen weniger oder gar nicht zufrieden. Noch Anfang September hatte Merz bei zumindest 13 Prozent Zustimmung gelegen. Für den „Deutschlandtrend“ befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch insgesamt 1.303 Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland. Die Umfrage gilt als repräsentativ.
AfD bleibt stärkste Kraft, Union verliertAuch für die Union fällt das Ergebnis ernüchternd aus: Bei einer Bundestagswahl am Sonntag kämen CDU und CSU zusammen auf 20 Prozent – ein Prozentpunkt weniger als Anfang September. Die AfD liegt unverändert bei 27 Prozent und bleibt damit stärkste Kraft. Die Grünen kämen auf 16 Prozent, knapp vor der SPD mit 13 Prozent. Die Linke erreichte elf Prozent, während die FDP mit vier Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würde.
Zur Erhebung der DatenAls Grundgesamtheit werden für den „Deutschlandtrend“ alle Wahlberechtigten in der Bundesrepublik berücksichtigt. Erhoben werden die Daten durch zufallsbasierte Online- und Telefonbefragungen. In diesem Fall beläuft sich der Erhebungszeitraum auf den 28. bis 30. September. Konkret befragt wurden 1.303 Menschen (777 Telefoninterviews, 526 Online-Interviews).
Gewichtet wird nach soziodemografischen Merkmalen und der Rückerinnerung in Bezug aufs Wahlverhalten. Zur Schwankungsbreite heißt es, dass sich diese auf zwei Prozentpunkte bei einem Anteilswert von zehn Prozent beläuft, drei Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent. Durchgeführt wurde die Umfrage von infratest dimap.
Pistorius mit deutlich besseren WertenGanz anders sieht es bei Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) aus: Mit ihm sind 50 Prozent der Befragten sehr zufrieden oder zufrieden – fünfmal so viele wie beim Kanzler. Außenminister Johann Wadephul (CDU) kommt auf eine Zufriedenheit von 34 Prozent, Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) auf 27 Prozent.
Mit Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) ist nur jeder Fünfte zufrieden, mit Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) etwa jeder Sechste. (Quellen: WDR, ARD-„Deutschlandtrend“, dpa) (han)
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