Mit "Marvel's Wolverine" legen die Macher von "Spider-Man" eine exzellente Comic-Adaption vor. Das Action-Adventure ist ganz anders als die starken Spiele mit dem Spinnenmann, wie sich im Test herausstellt – aber mindestens genauso gut.

Im wuchtigen Getümmel lässt der Held seine Klingen sprechen – das Action-Feuerwerk ist in "Marvel's Wolverine" teils extrem intensiv.
Foto: Sony Interactive Entertainment
Mit "Marvel's Wolverine" legen die Macher von "Spider-Man" eine exzellente Comic-Adaption vor. Das Action-Adventure ist ganz anders als die starken Spiele mit dem Spinnenmann, wie sich im Test herausstellt – aber mindestens genauso gut.
Testnote
1,2
sehr gut
Mit "Marvel's Wolverine" entlässt Insomniac Games die Spieler abermals in ein cineastisch inszeniertes Action-Adventure. Dieses ist jedoch ganz anders als die drei famosen Open-World-Abenteuer mit Spider-Man. Es verläuft erheblich linearer, vermeidet damit unnötigen Füllstoff und legt den Fokus auf das Wesentliche. Allein das kraftvolle und dynamische Kampfsystem wäre bereits Grund genug, den exklusiv für die PS5 erscheinenden Titel zu erwerben. Hinzu kommt eine erstklassige audiovisuelle Umsetzung mit sehr guter deutscher Sprachausgabe sowie eine durchweg hochatmosphärische Adaption der Comic-Vorlage, die insbesondere mit einer herausragenden Charakterisierung des Helden, seiner Verbündeten und seiner obersten Gegenspieler glänzt. Aufgrund der auf Wunsch reduzierbaren, aber auch dann noch äußerst expliziten Gewaltdarstellung ist das Spiel nur für erwachsene Gamer geeignet. Diese sollten sich das Action-Fest allerdings nicht entgehen lassen!
Pro
Kontra
In den vergangenen Jahren hat das Entwicklerstudio Insomniac Games drei hervorragende
Videospielemit Spider-Man in der Hauptrolle veröffentlicht. Nun widmen sich die Kalifornier in "Marvel's Wolverine" einem weiteren Superhelden. Im Gegensatz zum New Yorker Spinnenmann schlägt Wolverine seine Feinde nicht nur k. o., sondern zerlegt sie als dauerwütender Einzelgänger auch gerne mal im wörtlichen Sinne in ihre Einzelteile.
Abgesehen davon ist das exklusiv für die PlayStation 5 erscheinende
Action-
Adventuremit Wolverine ein völlig anderes Spiel geworden. Der Test zeigt, weshalb es trotz – oder vielleicht sogar wegen – seines deutlich lineareren Ansatzes und seines blutig-brutalen Kampfsystems selbst dem famosen "
Marvel's Spider-Man 2" auf Augenhöhe begegnet.
Mit "Marvel's Wolverine" entlässt Insomniac Games die Spieler abermals in ein cineastisch inszeniertes Action-Adventure. Dieses ist jedoch ganz anders als die drei famosen Open-World-Abenteuer mit Spider-Man. Es verläuft erheblich linearer, vermeidet damit unnötigen Füllstoff und legt den Fokus auf das Wesentliche. Allein das kraftvolle und dynamische Kampfsystem wäre bereits Grund genug, den exklusiv für die PS5 erscheinenden Titel zu erwerben. Hinzu kommt eine erstklassige audiovisuelle Umsetzung mit sehr guter deutscher Sprachausgabe sowie eine durchweg hochatmosphärische Adaption der Comic-Vorlage, die insbesondere mit einer herausragenden Charakterisierung des Helden, seiner Verbündeten und seiner obersten Gegenspieler glänzt. Aufgrund der auf Wunsch reduzierbaren, aber auch dann noch äußerst expliziten Gewaltdarstellung ist das Spiel nur für erwachsene Gamer geeignet. Diese sollten sich das Action-Fest allerdings nicht entgehen lassen!

Die Story des Spiels lebt nicht zuletzt von den exzellenten Figuren des Marvel-Universums – allen voran Wolverine, aber auch Nebenfiguren wie Walter Langkowski alias Sasquatch.
Foto: Sony Interactive Entertainment
In "Marvel's Wolverine" erzählen die Entwickler eine komplett neue Geschichte, die die Essenz des stoischen Comic-Helden jedoch hervorragend einfängt. Der auch als Logan bekannte Mutant möchte lieber für sich bleiben und seine traumatische Vergangenheit am liebsten in Whisky ertränken. Der ständig wütende Einzelgänger hat allerdings auch zutiefst menschliche Seiten und ist äußerst loyal. Genau deshalb kehrt er zu Beginn des Spiels zum hier etwas anders zusammengesetzten Team X zurück, dessen Anführer und Logans einstiger Retter Nathaniel Essex vom schurkischen Industriellen Bolivar Trask entführt wurde. Bei der gemeinsamen Rettungsaktion mit anderen bekannten Marvel-Charakteren wie dem hünenhaften Sabertooth und der Gestaltwandlerin Mystique deckt Wolverine die Pläne Trasks auf, die alle Mutanten auf der Erde in Gefahr bringen. So begibt er sich auf eine Reise, die ihn schließlich ins fiktive südostasiatische Madripoor, in die verschneite Wildnis Kanadas und bis in die japanische Metropole Tokio führt.

Wolverine kann Gegner aus mittlerer Distanz auf Knopfdruck anspringen, was dem dynamischen Kampfsystem besonders viel Wucht verleiht.
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Die Handlung selbst hat durchaus auch ihre konstruiert wirkenden Elemente und die eine oder andere Wendung zu viel. Der durchgehend dichten Atmosphäre schadet das allerdings letztlich nicht. Das liegt unter anderem an der hochwertigen Grafik und der cineastischen Inszenierung mit höchst spektakulären Zwischensequenzen auf Hollywood-Niveau. Vor allem aber punktet das Spiel damit, dass Logan und alle übrigen bekannten Helden und Schurken des Marvel-Universums – wie Omega Red oder die psychokinetisch begabte Verbündete Jean Grey – exzellent charakterisiert werden und dabei echten Tiefgang beweisen. Ganz besonders natürlich Logan selbst, bei dem die Spieler Stück für Stück spannende Details über dessen Vergangenheit und Ursprung aufdecken.

In der linearen Story folgt ein Highlight auf das nächste. Dazu zählen auch Bossfights, zum Beispiel gegen diesen riesigen Roboter.
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Ungeachtet der atmosphärischen Stärken ist das Gameplay dennoch klar der Star des Spiels. Dieses bietet mit interaktiven Zwischensequenzen, etwa im Rahmen einer rasanten Verfolgungsjagd, Plattformer-Elementen im Zuge eines ziemlich fluffigen Parkour-Systems, einer nützlichen (aber rein optionalen) Stealth-Mechanik sowie Third-Person-Kämpfen eine große Vielfalt. Letzteres sticht dabei naheliegenderweise deutlich heraus, auch weil die Spieler darin den Großteil der mit rund 15 Stunden erfreulich langen Solokampagne verbringen werden. Im Prinzip handelt es sich um ein Hack-and-Slay-System, bei dem man mit Wolverines Klingen Hiebe austeilt, aktiv per Knopfdruck ausweicht oder feindliche Attacken im richtigen Moment durch einen Block pariert. Bei später auftauchenden Feindtypen müssen gleich mehrere solcher Paraden in einer passenden Sequenz ausgeführt werden. Der Held beherrscht natürlich auch seinen legendären Hechtsprung, mit dem er über mittlere Distanz angreift und den Gegnern direkt die Handklingen zu spüren gibt.

Die Skills bieten mehr Möglichkeiten in der Offensive und taktische Optionen. So erlaubt etwa eine Fähigkeit das Entwaffnen von Gegnern.
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Die unbändige Kraft von Wolverine ist dabei stets spürbar und wirkt sehr dynamisch. Das wuchtige Kampfsystem beinhaltet jedoch auch taktische Komponenten. So verfügt Wolverine beispielsweise von Beginn an über eine Wutleiste, die nach und nach mit Angriffen aufgeladen wird. Auf der untersten Stufe ermöglicht sie die "zweite Chance", bei der der Wüterich seine übermenschlichen Selbstheilungskräfte bündelt und sich damit auf der Stelle selbst wiederbelebt. Auch der mehr oder weniger zwingend freigeschaltete heilende Schlag ist wichtig. Wird ein Gegner im Kampf betäubt, kann sich Wolverine mit einem Angriff selbst heilen. Das ist besonders in den zahlreichen Bosskämpfen gegen bekannte Schurken oder auch riesige Roboter wichtig, da kassierte Treffer selbst einen Wolverine relativ schnell ausknocken können.

Wolverine trifft auf vielfältige Gegner. Die Attacken dieser "Ninjas" erfordern ein ganz anderes Parier-Timing als die anderer Widersacher.
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Im Rahmen des Fähigkeitensystems schalten die Spieler kontinuierlich weitere Angriffskombos und Spezialfähigkeiten frei. Damit können sie bewaffnete Gegner ausschalten, einen Wirbelangriff ausführen oder die Selbstheilfähigkeit von Wolverine verstärken, um nicht so schnell zu Boden zu gehen. Das macht selbst nach dem x-ten Kampf noch mächtig Spaß, gerade auch, weil bis zum Schluss immer wieder neue Gegnertypen hinzukommen, die ganz anders fordern. Aber auch, weil der Held im Rahmen der ziemlich linear freischaltbaren Fähigkeiten vom ersten bis zum letzten Akt der Handlung immer wieder Neues dazulernt.

Das Spiel führt zu Schauplätzen rund um die Welt. Einer der wichtigsten und größten ist Japan mit Tokio oder einem alten Tempel, wie er hier zu sehen ist.
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Einziger potenzieller Nachteil der Kämpfe ist, dass die Kamera stets sehr nah am Geschehen ist. Dadurch ist man zwar selbst unmittelbarer in der Action, aber trotz der insgesamt gut visualisierten Hilfsanzeigen bekommt man nicht immer optimal mit, welche Angriffe außerhalb des sichtbaren Bereichs drohen. Das ist dank der hohen Anpassbarkeit aber kein Problem. Von Beginn an dürfen die Spieler zwischen gleich fünf Schwierigkeitsgraden wählen. Ein besonders flexibles System namens "Anpassungen" erlaubt die Aktivierung verschiedenster Vorteile, die etwa das Timing bei Paraden erleichtern oder die Wiederaufladung der Spezialfähigkeiten beschleunigen.

Auch berühmte Schurken sind zahlreich vertreten. Bereits zu Beginn des Spiels treffen Sie auf den russischen Bösewicht Wladimir, Verzeihung, Omega Red.
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Wie eingangs bereits erwähnt, setzt Insomniac Games in "Marvel's Wolverine" auf ein wesentlich lineareres Konzept als in "Spider-Man 2". Es gibt keine Open World und auch kein großes Angebot an Nebenaufgaben oder Freizeitbeschäftigungen. Dies ist allerdings lediglich als Beschreibung und nicht als Kritik zu verstehen. Das andersartige Konzept sorgt nämlich dafür, dass es in "Marvel's Wolverine" gar nicht erst zu Leerlauf kommen kann. Für Atempausen zwischen der ganzen Action sorgt das Spiel stattdessen gezielt durch ruhigere Passagen, in denen die Erkundung oder Dialoge mit anderen Charakteren im Vordergrund stehen. Dennoch können sich Spieler einer Reihe prinzipiell optionaler Aufgaben widmen, die spielerische Vorteile bringen.

Auch in der Standardversion können im Spiel zig verschiedene Kostüme freigeschaltet werden. Je mehr man sammelt, desto höher ist die maximale Lebensenergie von Wolverine.
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In den Levels, die in fester Reihenfolge betreten werden, sind etwa Materialkisten platziert, die zumindest zur Hälfte nicht auf dem direkten Weg liegen, sondern in leicht versteckten Nebenarmen. Damit können einige wirklich cool aussehende alternative Kostüme für Wolverine freigeschaltet werden. Diese sind allerdings nur kosmetischer Natur. Mit der Freischaltung einer bestimmten Anzahl davon wird allerdings auch die maximale Lebensenergie erhöht. Das ist notfalls verzichtbar, aber durchaus nützlich. Zudem können in den Levels versteckte Whisky-Flaschen gesammelt werden. Diese geben, genauso wie die sogenannten Albtraumtüren, Hintergrundinfos preis und schalten vor allem Punkte für die zuvor erwähnten Perk-artigen Anpassungen frei. Die Albtraumtüren lohnen sich aber nicht nur deshalb. Dahinter stecken nämlich zusätzliche Herausforderungen mit Parkour- und Kampfchallenges. Diese sind durchaus eine harte Nuss, müssen aber nicht gleich mit einem optimalen Ergebnis abgeschlossen werden.
Das ist auch nach dem Abschluss des Spiels möglich, etwa im New-Game-Plus-Modus, nachdem die Spieler alle Grundfähigkeiten und Verbesserungen für Wolverine freigeschaltet haben. Auch nach dem Abschluss der Kampagne ist aber nicht nur deshalb längst noch nicht Schluss.
Release: "Marvel's Wolverine" erscheint am 15. September 2026 exklusiv für die PlayStation 5. Das Spiel hat eine Altersfreigabe ab 18 Jahren und kostet zwischen 70 und 80 Euro.
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