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«Wir sind die Opfer von Terrorismus»: Der iranische Präsident inszeniert sich bei der Uno als Friedensfürst

Дата публикации: 23-09-2026 18:02:03

Sein Land habe sich nie etwas zuschulden kommen lassen, sagt Masud Pezeshkian. Man werde nicht in die Knie gehen. Dass er sich überhaupt zu den Vereinten Nationen nach New York traute, ist bemerkenswert.

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«Wir sind die Opfer von Terrorismus»: Der iranische Präsident inszeniert sich bei der Uno als Friedensfürst

Sein Land habe sich nie etwas zuschulden kommen lassen, sagt Masud Pezeshkian. Man werde nicht in die Knie gehen. Dass er sich überhaupt zu den Vereinten Nationen nach New York traute, ist bemerkenswert.

23.09.2026, 20.02 Uhr

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Pezeshkian präsentierte Bildmaterial, das die Niederträchtigkeit des amerikanisch-israelischen Krieges veranschaulichen sollte.

Pezeshkian präsentierte Bildmaterial, das die Niederträchtigkeit des amerikanisch-israelischen Krieges veranschaulichen sollte.

Kyle Mazza / Imago

Der iranische Präsident Masud Pezeshkian hat sich vor der Uno-Generalversammlung als Hüter des Friedens und der Gerechtigkeit geriert. Sein Land habe noch nie einen Krieg begonnen, sagte er. Nie sei man der Aggressor gewesen, immer habe man sich für Verhandlungslösungen offen gezeigt. Dennoch bezeichne der amerikanische Präsident ihn und die Seinigen als Terroristen. Das Gegenteil sei richtig. «Wir sind die Opfer von Terrorismus.»

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Um den Gedanken zu veranschaulichen, zeigte er zunächst ein Foto von Ayatollah Ali Khamenei, der bei einem Luftangriff in den ersten Stunden des amerikanisch-israelischen Krieges ausgeschaltet worden war. «Unser hochgeschätzter Oberster Führer wurde ermordet», sagte er. «Ohne jede juristische Grundlage oder Vernunft.» Dann folgten Fotos von Kindern, Schulen, Turnhallen.

Pezeshkians Ausführungen bezogen sich offensichtlich auf jene Mädchenschule in Minab im Süden Irans, die Ende Februar versehentlich von einem amerikanischen Marschflugkörper getroffen worden war. Der iranische Präsident unterstellte indes Absicht. «Gezielt» sei das Gebäude angegriffen worden, sagte er. Kinder, Frauen, auch Wissenschafter seien zu Märtyrern gemacht worden.

Atemlose Anschuldigungen

Pezeshkian produzierte sich in seiner Rede einerseits als Friedensfürst. Nachdem Donald Trump der Islamischen Republik am Vortag mit der Auslöschung gedroht hatte, wählte er andererseits aber auch markige Worte. Wiederholt unterstellte er dem Kriegsgegner die niedersten Motive. Sein knapp zwanzigminütiger Vortrag erschöpfte sich in einer atemlosen Aneinanderreihung von Anschuldigungen gegen die USA und Israel, wobei Pezeshkian übergangslos von der Situation in Iran zum angeblichen Genozid im Gazastreifen sprang. «Israel tötet, aber Iran wird mit Sanktionen belegt», beklagte er. Eine Tragödie sei das, eigentlich zum Lachen.

Gleichzeitig gab der Präsident vor, für ein geeintes iranisches Volk zu sprechen. Seit vielen Monaten hätten die Menschen in seinem Land Tag und Nacht gegen die USA und Israel protestiert. In Wahrheit waren wohl Zehntausende auf den Strassen Teherans massakriert worden, als sie Anfang Jahr gegen die Machthaber in Iran demonstrierten. Und unablässig werden Menschen, die dem Regime die Gefolgschaft verweigern, hingerichtet.

Nun gilt in den USA die Redefreiheit auch für Masud Pezeshkian. Etwas anders verhält es sich mit der Bewegungsfreiheit: Dem iranischen Präsidenten und seiner Delegation ist es während ihres Aufenthalts in New York kaum gestattet, sich die Füsse zu vertreten. Vom Flughafen John F. Kennedy mussten sich die Iraner direkt in ihr Hilton-Hotel begeben, das sich unmittelbar gegenüber den Vereinten Nationen befindet. Ohne Sondererlaubnis des amerikanischen Aussenministeriums sei es den Besuchern untersagt, etwa im Central Park zu spazieren oder auf der Fifth Avenue zu shoppen, schreibt das «Wall Street Journal».

Doch ist es überhaupt bemerkenswert, dass die Iraner die Reise angetreten haben. Zwar sind die USA völkerrechtlich verpflichtet, Vertretern aller Uno-Mitgliedstaaten die Anwesenheit in New York zu gewähren. Aber es ist das erste Mal, dass der Regierungschef eines Landes, mit dem sich Washington in einer direkten militärischen Auseinandersetzung befindet, vor der Uno-Generalversammlung spricht.

Neue diplomatische Bemühungen

Angesichts der Unberechenbarkeit Trumps wird Pezeshkian auch der Gedanke gekommen sein, dass ihn der amerikanische Präsident festsetzen könnte. Aber er wollte es sich wohl nicht nehmen lassen, vor der Uno-Generalversammlung ein Signal der Unbeugsamkeit auszusenden. «Wir werden niemals einknicken, wir werden nie in die Knie gehen», sagte er in seiner Rede.

Handkehrum sieht Trump in dem früheren Herzchirurgen, der vor zwei Jahren als selbsterklärter Reformer zum neuen Regierungschef gewählt worden ist, offenbar ein Gegenüber, mit dem eine Verhandlungslösung gefunden werden kann. Offenbar hat ihn der Secret Service, der protokollarisch mit der Eskortierung der Staatsgäste betraut ist, in Wagenkolonnen von SUV durch Manhattan gefahren. Denn hinter den Kulissen kam laut der «New York Times» wieder Bewegung in die diplomatischen Bemühungen.

So soll sich der iranische Aussenminister Abbas Araghchi über katarische Vermittler mit den amerikanischen Sonderbeauftragten Steve Witkoff und Jared Kushner getroffen haben. Gleichzeitig berichtete die «New York Times», dass der Oberste Führer, Ayatollah Mojtaba Khamenei, der Uno-Delegation freie Hand bei den Verhandlungen gegeben habe. Zu einem Treffen von Donald Trump und Masud Pezeshkian, das am Mittwoch im Raum stand, kam es zunächst aber nicht.

Die amerikanische Delegation boykottierte den Auftritt von Masud Pezeshkian.

Die amerikanische Delegation boykottierte den Auftritt von Masud Pezeshkian.

Mike Segar / Reuters

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