Die Europäische Union will die Konsumenten vor falschen Klimaversprechen schützen. Doch es braucht nicht noch mehr Bürokratie.

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Die Europäische Union will die Konsumenten vor falschen Klimaversprechen schützen. Doch es braucht nicht noch mehr Bürokratie.
02.10.2026, 05.25 Uhr
3 Leseminuten

Vuk Valcic / Imago
Um das Klima ist es ruhig geworden. Klimaaktivisten werfen keinen Kartoffelbrei mehr auf Kunstwerke, die Strassen sind frei von Klimaklebern, junge Menschen gehen auch freitags wieder zur Schule. Stattdessen hat Europa diesen Sommer über Klimaanlagen diskutiert und sich gefragt, wie es sich an die Erderwärmung anpassen kann. Mitten im Hitzesommer war es ein Eingeständnis, dass der Klimawandel nicht mehr zu stoppen ist.
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Fatalismus statt Aktivismus dominiert jetzt die Debatte. Die Menschen kaufen Fast Fashion, der Flugverkehr nimmt weiter zu, vegane Ersatzprodukte haben es im Kühlregal wieder schwerer. Ein grün angestrichener Lebensstil ist heute weniger angesagt als noch vor ein paar Jahren. Und mit ihm der Glaube, ein Sojaschnitzel hier und ein Paar Schuhe aus veganem Leder dort könnten die Welt verändern.
Die Regeln schwächen den KompensationshandelDas neue Greenwashing-Verbot der Europäischen Union wirkt da wie aus der Zeit gefallen. Die Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel wurde im Februar 2024 verabschiedet, jetzt, zweieinhalb Jahre später, sind die Regeln anzuwenden. Seit Ende September dürfen Unternehmen nicht mehr mit Nachhaltigkeit werben, wenn sie dafür keinen konkreten Nachweis vorlegen können.
Begriffe wie «klimaneutral» oder «umweltfreundlich» fallen darunter, Nachhaltigkeitslabels müssen auf klaren Zertifizierungsgrundlagen beruhen. Auch die Kompensation von CO2 wird kommunikativ von der EU eingeschränkt. Unternehmen dürfen ihre Produkte nun nicht mehr als «klimaschonend» bewerben, wenn dieser Umstand ausschliesslich auf Kompensation beruht. Etwa wenn Firmen Bäume pflanzen oder Zertifikate kaufen, um ihren CO2-Ausstoss rechnerisch auszugleichen. Damit ein Produkt als grün vermarktet werden kann, darf es selbst die Umwelt nicht belasten.
Das klingt erst einmal vernünftig. Das grüne Marketing der Unternehmen hat in der Vergangenheit tatsächlich zu einigen Stilblüten geführt. Die amerikanische Fluggesellschaft Delta wollte die erste klimaneutrale Airline der Welt werden. Austrian Airlines versprach, ihre Kunden CO2-neutral zur Biennale zu fliegen. Der deutsche Detailhändler Rewe warb mit klimaneutralen Pouletbrustfilets.
Alle drei Behauptungen sind in ihrer Absolutheit irreführend, aber sie enthalten einen wahren Kern: Kompensationen sind ein sinnvolles Mittel für den Klimaschutz, der Zertifikatehandel ist es sowieso. Weil er nach marktwirtschaftlichen Grundsätzen funktioniert, kann er effizient zu einer grünen Transformation der Wirtschaft beitragen. Ihn gilt es zu stärken und nicht unter den Verdacht des Greenwashings zu stellen.
Ein neuer Realismus macht sich breitDie EU-Richtlinie tritt zu einem Zeitpunkt in Kraft, da Unternehmen mit grünem Engagement nur noch eingeschränkt bei den Konsumenten punkten können. Bloss die Hälfte der Schweizer und der Deutschen glaubt, dass ihr Verhalten nachteilig für kommende Generationen sein könne. Das fand das Marktforschungsinstitut Ipsos heraus. Bloomberg wertete die Analystenkonferenzen von grossen Unternehmen weltweit aus. Die Erkenntnis: Der Klimawandel spielt eine geringere Rolle auf den Chefetagen. Zudem verlieren nachhaltige ESG-Kriterien für Investoren an Bedeutung.
Dem grünen Übereifer ist längst ein neuer Realismus entgegengetreten. Das heisst auch: Das Greenwashing-Verbot der EU kommt zu spät. Es ist ein kompliziertes Konstrukt, das zu mehr Bürokratie und Kosten führen wird. Jene Konsumenten, denen der Klimaschutz wirklich wichtig ist, könnten sich auch ohne EU-Bürokratie über glaubwürdige Labels informieren. Für die Unternehmen hingegen wird es sich noch weniger rechnen, sich nachhaltig zu engagieren – und darüber zu sprechen. Gerade das braucht es aber. Der Klimawandel ist bedrohlicher denn je.
3 Kommentare
Marc Anderson
02.10.2026
Spitzkohl oder Knollensellerie schmeckt wie ein Steak gebraten echt fantastisch, kommt natürlich auf die Gewürze an, Fermentiertes dazu auch, voll Umami. Wer frisst denn seit 1000 Jahren nur Fleisch und wer konnte in der Zeit zu kochen lernen ? Rote Bete funktionieren auch, hatte das mal im JAM Gent, so einen Koch muss man lange suchen.
Caroline Jemima Adler
02.10.2026
2 Empfehlungen
Herr Igel, Recht haben Sie: Mehr Bürokratie braucht niemand. Nur der Name fehlt: Nanny State. Cause and effect. Washington kippte im Februar 2026 das Endangerment Finding, Basis der US-Klimaregulierung. Europa reguliert weiter, es zahlen Industrie und Konsumenten. Sie, wir. Und ohne CO₂ wächst keine Pflanze. Physik, keine Ideologie. 2023 zitierte Tamedias Tribune de Genève, wieder hinter Paywall, Pascal Najadi, Gründer und mein Mentor: kein menschengemachter Klimawandel. Wikipedia führt es als Makel. Washington hat es 2026 politisch besiegelt. How cool is that. Priceless. Mit SI prüft das jeder in Sekunden. Signal over noise. Greta? Ihr Artikel: Freitags wieder Schule. Die UNO-Ikone segelt mit Gaza-Flottillen, von Hamas Terroristen gesteuert. Gaza-Frieden brachte nicht Greta, sondern Trump-Peace, Oktober 2025. Alice Weidel will Volksabstimmungen nach Schweizer Vorbild. Lesen Sie ihr Programm. Demokratie schreibt nicht vor, was man trägt, ob man elektrisch fährt, was Kinder vor der Pubertät lernen. Das entscheiden Eltern. Hands off the kids. UNO als Moralinstanz? Blauhelme missbrauchten Kinder in Haiti und Zentralafrika, von der UNO selbst dokumentiert. Protect the kids, period. Bevormundung im Samthandschuh: marxistischer Reflex, gelebt in von der Leyens Brüssel. Breton drohte Musk 2024 wegen eines Trump-Interviews, seit Dezember 2025 US-Einreiseverbot. First Amendment. Pascal, als ich im College war: «Jemima, always follow the bill, not the slogan. Stupidity is a choice.» Marker: «Trump at Davos: Power, Clarity, and Strategic Resolve», 19. Januar 2026. Gratis sign-up. In meiner Stimme: «DECLASSIFIED: Jemima's Requiem to Marxism and Political Islam», auf YouTube. Our Najadi Network Doctrine: SI checks all data before we print. No fantasies, facts. Time you know the truth. Unabhängiges privates Bureau. Nicht-NGO. Nicht-kommerziell. Shalom, Jemima Adler Public Affairs GeoStrat Agency LLC Washington, DC
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