10,79 Millionen Menschen sehen Jürgen Klopps ersten Sieg als Bundestrainer im ZDF. Noch interessanter: Bei der Niederlage gegen Griechenland waren es mehr.
10,79 Millionen TV-Zuschauer am Donnerstag im ZDF: Das 2:0 von Deutschland gegen Serbien erreichte laut AGF Videoforschung einen Marktanteil von 47,3 Prozent. Fast jeder zweite eingeschaltete Fernseher zeigte das Länderspiel.
Davor: 10,97 Millionen in der ARD bei der Niederlage gegen Griechenland sowie 10,63 Millionen bei RTL beim Klopp-Debüt in den Niederlanden.
Privatsender, Erstes, Zweites – das Ergebnis ist jedes Mal dasselbe. Das ist bemerkenswert, weil Länderspiel-Quoten sonst zuverlässig am Sender und am Gegner hängen. Hier hängen sie offenbar an etwas anderem.
Der eigentliche Test kommt trotzdem später, an einem nasskalten Novemberabend gegen einen Gegner ohne Glamour, wenn der neue Mann nicht mehr neu ist. Neugier schaltet ein. Treue muss man sich erspielen.
Aktuell lautet die Klopp-Bilanz: gut drei Millionen Zuschauer mehr als bei den Premieren seiner beiden DFB-Vorgänger Hansi Flick und Julian Nagelsmann. Das ist keine Schwankung, das ist ein anderes Stockwerk.
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Der Haken gehört dazu: Nagelsmann begann mit einem Testspiel gegen die USA, Flick mit einer WM-Qualifikationspartie in Liechtenstein. Klopp bekam die Niederlande in der Nations League. Wer Äpfel neben Birnen legt, sollte wenigstens dazusagen, dass es Obst ist.
Und dann ist da die Griechenland-Zahl. Die höchste Reichweite der drei Spiele fiel auf den Abend, an dem Deutschland verlor. Ein Sonntag, gewiss, der stärkste Fernsehtag der Woche.
Man kann das Klopp-Effekt nennen. Man kann es auch Neugier nennen, und Neugier hat ein Verfallsdatum. Von einer Nation, die „wieder“ Länderspiele schaut, lässt sich nach drei Partien ohnehin schwer sprechen – zweistellige Millionenwerte waren für Pflichtspiele der Nationalelf nie exotisch. Neu ist die Verlässlichkeit, unabhängig von Kanal und Ergebnis.
Am Sonntag überträgt RTL das Rückspiel in Griechenland.
Von Fritz Pecker
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