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DFB-Erkenntnisse: Klopps Stärken sofort sichtbar, zwei Positionssorgen bleiben

Дата публикации: 25-09-2026 10:18:00

Selbst Jürgen Klopp kann keine Wunder vollbringen. Im ersten Spiel als Bundestrainer gibt es aber schon sichtbare Veränderungen im DFB-Team. Die Erkenntnisse.

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Selbst Jürgen Klopp kann keine Wunder vollbringen. Im ersten Spiel als Bundestrainer gibt es aber schon sichtbare Veränderungen im DFB-Team. Die Erkenntnisse.

„Das Schlimmste von allen negativen Szenarien wäre gewesen, wenn wir heute unser bestes Spiel in unserer gemeinsamen Zeit absolviert hätten.“

Grundsätzlich habe sich Spiel Nummer eins „meistens gut angefühlt“, Klopp führte „eine lange Liste an Dingen, die geklappt haben“. Auffällig waren aber auch Dinge, die noch nicht rund liefen. FOCUS online fasst es in fünf übergeordneten Erkenntnissen zusammen.

1. Die Klopp-Energie ist schon auf dem Rasen

In einem intensiven Spiel gegen einen unangenehmen Gegner, der ebenfalls nach einer schwachen WM mit einem neuen großen Trainernamen (Xavi) in einen Neustart geht, hielt die deutsche Mannschaft stark dagegen. Die Grundtugenden waren mehr als sichtbar.

„Wir haben Feuer, Intensität und Energie reingebracht. Es war gegen den Ball und mit dem Ball nicht alles perfekt, aber darum ging es nicht. Es ging darum, dass wir ein anderes Gesicht auf dem Platz zeigen wollen. Das war der erste Schritt.“

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2. DFB-Team hat plötzlich mehr PS

Der typische Klopp-Stil wurde in Amsterdam nur skizziert, nach erst zwei Trainingseinheiten in Herzogenaurach ist das auch keine Überraschung. Der Bundestrainer konnte bisher „nur an der Oberfläche kratzen“.

Speziell das für den Rock'n'Roll-Fußball charakteristische „Gegenpressing“ gab es gegen Holland nur situativ. Klopp: „Ich habe vieles gesehen. Gegenpressing-Situationen, ich würde gerne viel mehr sehen, aber es waren trotzdem welche dabei.“

Karim Adeyemi im Spiel gegen die Niederlande

Karim Adeyemi im Spiel gegen die Niederlande Getty

Um in solche Situationen zu kommen, braucht es Tempo. Und hier war der wohl größte Unterschied im Vergleich zu Vorgänger Julian Nagelsmann zu erkennen. Während Nagelsmann die Offensive meist ohne Flügelspiel aufzog, brachte Klopp in Karim Adeyemi und Kevin Schade zwei klassische Flügelspieler, die im Spiel sehr über ihre Geschwindigkeit kommen.

In den Umschaltmomenten gelangte die DFB-Elf so zügig ins letzte Angriffsdrittel, dort wurden die Konter allerdings zu selten sauber ausgespielt. Die Ansätze sind aber schon mal da.

3. Klopp entfesselt Kimmich und löst zwei Probleme

Die Versetzung von Joshua Kimmich ins Mittelfeld war eine logische Maßnahme, um zwei Probleme zu lösen. In der Schaltzentrale hat der Kapitän einen viel größeren Einfluss aufs deutsche Spiel.

Die Partie gegen die Niederlande war oft chaotisch und zerfahren, Kimmich allerdings behielt stets die Ruhe und Souveränität. Seine Passstärke gibt dem Team Sicherheit und Halt.

Debütant Philipp Treu (l.) machte ein gutes Spiel gegen Holland-Star Cody Gakpo

Debütant Philipp Treu (l.) machte ein gutes Spiel gegen Holland-Star Cody Gakpo Getty

Zeitgleich vertraut Klopp auf der rechten Außenverteidigerposition einem Spieler, der perfekt sein Anforderungsprofil erfüllt. Philipp Treu stand als Debütant gleich in der Startelf und überzeugte mit einer abgeklärten, tadellosen Leistung. Klopp fand es gar „außergewöhnlich“.

Hätte der Schiedsrichter die Partie nicht abgepfiffen, würde Treu selbst am Morgen noch die rechte Bahn beackern. Auf und ab. Der Freiburger hat das Feuer und die Energie, die es für den Klopp-Fußball braucht.

4. Mayday! Wir haben noch immer ein Sturmproblem 

Nagelsmann verzweifelte in seiner Amtszeit an schlichter Nicht-Existenz eines typischen deutschen Stürmers. Ob Kai Havertz, Deniz Undav oder Nick Woltemade – es gibt in Deutschland keinen klassischen Neuner auf Top-Niveau (Verzeihung, Niclas Füllkrug und Tim Kleindienst).

In Amsterdam war die Torausbeute ausbaufähig. Besonders Adeyemi erwischte vorm gegnerischen Kasten einen Albtraumabend inklusive Slapstick-Fehlschuss. So landeten mehr Bälle im Oberrang der Johan-Cruyff-Arena als im Netz.

Kai Havertz (M.) hat sich im Spiel gegen Holland verletzt

Kai Havertz (M.) hat sich im Spiel gegen Holland verletzt Getty

Und dann kommen auch noch die Verletzungen von Havertz und Jamal Musiala, dem schon vor Anpfiff der Oberschenkel zwickte, hinzu. Beide stehen für das Länderspiel am Sonntag in Augsburg gegen Griechenland auf der Kippe. Damit würde nur noch Ebnoutalib als einziger Angreifer verbleiben. Klopp erwägt daher, Woltemade und/oder Burkardt schon früher zum DFB-Team zu beordern.

5. Ter Stegen hat die Torwartdebatte noch nicht beendet

Xavi sah einen großartigen Marc-André ter Stegen, ohne den Deutschland an diesem Abend sicherlich keinen Punkt geholt hätte.

„Die Spanier. Sie haben immer recht, ja, Weltmeister und so weiter“, wollte sich Klopp mokieren. Und dennoch stimmte er bei der Torwart-Bewertung zu. „Wir haben schon mitbekommen, dass er die eine oder andere Hand oder den Fuß dran hatte. War eine sehr, sehr gute Leistung. Absolut top.“

Das Lob ist gerechtfertigt, es ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn vor seinen vielen Paraden (neun) gegen die niederländische Daueroffensive zeigte der Keeper in seiner neuen Heimat eine wackelige Leistung.

Marc-André ter Stegen hadert mit einem Fehler

Marc-André ter Stegen hadert mit einem Fehler Getty

Gleich zweimal spielte der Ajax-Keeper unbedrängt einen Ball genau in die Füße eines Oranje-Spielers und verursachte Chaos in der Hintermannschaft. Hier zeigt sich noch die fehlende Spielpraxis bei ter Stegen, der aus einer langen Leidenszeit kommt.

Bei Standards sah der 34-Jährige ebenfalls selten sicher aus. Die Holländer schlugen die vielen Eckbälle (zwölf) meist in einen vollbesetzten Fünfmeterraum – höchst unangenehm für jeden Torhüter. Im wilden Gedränge hatte ter Stegen sichtlich Probleme, sich zu behaupten.

So lief er nach dem Halbzeitpfiff mit hängenden Schultern und gesenktem Blick in Richtung Kabine. Schon nach seinem zweiten Fehlpass blendete die Regie einen frustrierten Keeper ein, der mit sich selbst zu hadern schien.

Klopp ernannte ter Stegen bei seiner Kader-Pressekonferenz zur neuen, alten Nummer eins – aber unter Vorbehalt. Die nächste Generation drängt, viele wechselhafte Leistungen darf sich der gebürtige Gladbacher nicht erlauben. Die Torwartdebatte wird vorerst weitergeführt.

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