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Ein Stück französisches Lebensgefühl: warum Menschen für Brigitte Bardots Kleider Tausende Euro zahlen

Дата публикации: 22-09-2026 13:03:10

Das Auktionshaus Millon hat in Paris über 280 persönliche Gegenstände von Brigitte Bardot versteigert. Der Erlös zeigt, wie beliebt die französische Filmschauspielerin bis heute ist.

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Ein Stück französisches Lebensgefühl: warum Menschen für Brigitte Bardots Kleider Tausende Euro zahlen

Das Auktionshaus Millon hat in Paris über 280 persönliche Gegenstände von Brigitte Bardot versteigert. Der Erlös zeigt, wie beliebt die französische Filmschauspielerin bis heute ist.

22.09.2026, 15.03 Uhr

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Die roten Stiefel von Brigitte Bardot wurden für 2500 Euro verkauft.

Die roten Stiefel von Brigitte Bardot wurden für 2500 Euro verkauft.

Eliot Blondet / Abaca / Imago

Kleider im Schrank, Geschirr in der Küche, Bücher im Regal. Mehrere tausend Gegenstände soll ein durchschnittlicher Europäer besitzen. Es sind Dinge, die ein Mensch über Jahrzehnte gekauft, getragen und aufbewahrt hat. Sie erzählen, was er mochte, wie er lebte und woran er hing. Stirbt der Mensch, stehen die Hinterbliebenen vor einer Aufgabe: Was tun mit all dem Kram?

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Oft landen die alten Kleider oder Möbel im Müll. Manchmal auch auf dem Gebrauchtwarenmarkt. Was sie einbringen, hängt von ihrem Zustand, ihrer Qualität und ihrem Nutzen ab. In seltenen Fällen zählt noch etwas anderes: wer die Besitzerin der Dinge war. Anschaulich zeigte sich das am Montag bei einer Auktion im Pariser Hôtel Drouot. Das Auktionshaus Millon versteigerte 280 persönliche Gegenstände der 2025 verstorbenen Schauspielerin Brigitte Bardot.

Die Objekte stammen aus Bardots Pariser Wohnung und ihrem Anwesen in Saint-Tropez im Südosten Frankreichs. Es sind Gegenstände aus ihrem Alltag: rote Lederstiefel, ein Eau de Toilette, eine Kette mit einem Kruzifix oder eine «Olivetti Lettera»-Schreibmaschine.

In den ersten sechs Tagen vor der Auktion besuchten 15 000 Menschen die ausgestellten Stücke. Die anschliessende Auktion dauerte knapp neun Stunden.

Ein Strohhut, der auf 30 Euro geschätzt wurde, brachte 3000 Euro ein. Und das, obwohl man ein ähnliches Exemplar an jedem Strand für wenige Franken kaufen könnte. Was bringt Menschen dazu, Tausende Euro für einen alltäglichen Gegenstand auszugeben, nur weil er einer berühmten Person gehört hatte?

15 000 Menschen besuchten das Auktionshaus, um die persönlichen Gegenstände der Schauspielerin zu besichtigen.

15 000 Menschen besuchten das Auktionshaus, um die persönlichen Gegenstände der Schauspielerin zu besichtigen.

Eliot Blondet / Abaca / Imago

Ikone der Filmindustrie

Bardots Aufstieg zum Weltstar begann in den 1950er Jahren. Mit Filmen wie «Et Dieu . . . créa la femme» (1956) gelang ihr der Durchbruch. Es war eine Zeit, in der die Pop-Kultur weniger fragmentiert war als heute. Es gab keine sozialen Netzwerke, und die Medien konzentrierten sich auf wenige Stars. Bardot war einer von ihnen.

Sie avancierte zur Projektionsfläche eines neuen Frankreich, das sich von der prüden Nachkriegsmoral löste. Ihre suggestive Körpersprache und ihre laszive Art verkörperten einen Lebensstil, nach dem sich viele sehnten: das Leben an der Côte d’Azur, Sonne, Sex und Freiheit.

Bardot und der Deutsche Gunter Sachs bildeten in den 1960er Jahren eines der schillerndsten Paare des internationalen Jetsets. Mitte der 1970er Jahre zog sich Bardot aus dem Filmgeschäft zurück und widmete sich dem Tierschutz. Ihren Status als internationaler Star verlor sie dennoch nicht.

Noch heute gibt es in Südfrankreich ganze «Themenhotels», die mit Bardot werben. Als sie im Dezember 2025 mit 91 Jahren starb, kondolierten Menschen aus aller Welt. Der französische Präsident Emmanuel Macron schrieb: «Brigitte Bardot verkörperte ein Leben in Freiheit. Französische Existenz, universelle Ausstrahlung.»

Nebst Kleidern und Möbeln hat das Auktionshaus auch Gemälde von Bardot verkauft.

Nebst Kleidern und Möbeln hat das Auktionshaus auch Gemälde von Bardot verkauft.

Eliot Blondet / Abaca / Imago

Blick durch Bardots Brille

Bardot verkörperte Wünsche und Sehnsüchte. Sie stand für ein Leben, das viele gern selbst geführt hätten. Wer heute ein Kleidungsstück von Bardot erwirbt, wird zwar nicht selbst zur Stilikone. Er kann sich ihr und ihrem Lebensgefühl aber ein Stück näher fühlen.

Forscher nennen das den «Promi-Ansteckungs-Effekt»: Laut ihm haben Menschen das Gefühl, dass etwas von einem berühmten Menschen in den Dingen weiterlebt, die er berührt oder benutzt hat. Deshalb erzielen gerade Kleider und andere persönliche Gegenstände von Prominenten oft hohe Preise.

Ein bekanntes Beispiel ist das Kleid, das Marilyn Monroe 1962 bei ihrem Auftritt an der Geburtstagsfeier von Präsident Kennedy trug. Das Auktionshaus Julien’s Auctions verkaufte im Jahr 2016 das Kleid für 4,8 Millionen Dollar. Auch bei Bardot stiessen Kleidungsstücke auf ein besonders hohes Interesse, wenn auch zu deutlich niedrigeren Preisen: Ein mit Blumen verziertes Nachthemd erzielte 2000 Euro, eine Sonnenbrille 3500 Euro.

Die Verkaufszahlen zeigen auch, wie gross die Faszination für Bardot bis heute ist. Insgesamt erzielte das Auktionshaus knapp eine Million Euro – fast das Zwanzigfache des Schätzpreises. Der Erlös geht an ihren Sohn Nicolas-Jacques Charrier und eine Tierschutzorganisation.

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Die französische Ikone ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Sie beendete ihre Karriere als noch nicht ganz Vierzigjährige und geriet anschliessend vor allem mit politischen Äusserungen in Verruf. Doch Brigitte Bardot hat Filmgeschichte geschrieben.

Eines der berühmtesten Stücke aus dem Garderobenschrank von Marilyn Monroe ist am Donnerstagabend in Los Angeles für 4,8 Millionen Dollar versteigert worden. Das ist doppelt so viel wie im Vorfeld erwartet worden war.

Niemand konnte so gleichgültig, perfekt gelangweilt und trotzig in Kunstbänden blättern wie Brigitte Bardot («Le mépris», 1963). Sie stiess als Sexsymbol das brave Bürgertum vor den Kopf. Danach sorgte sie als Tierschützerin und Sympathisantin der Rechten für Aufruhr. Ein Leben in Bildern.

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