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Australiens Drohnen-Überwachung: Sicherer vor Haien?

Дата публикации: 09-10-2026 05:30:54

New South Wales investiert 21 Millionen Euro in Drohnen zur Hai-Überwachung an 96 Stränden. Im ersten Monat registrierten Piloten 600 Haie – noch ist unklar, inwieweit Angriffe reduziert werden.

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Australien: Auf Hai-Patrouille mit Drohnen – und Menschen

New South Wales hat das größte und teuerste Hai-Überwachungsprogramm der Welt gestartet: Drohnen beobachten nun fast 100 Strände und Buchten. Wird das Baden und Surfen damit sicherer?

09.10.2026

8 Minuten

Eine Drohne fliegt über einem Strand, es ist der Town Beach von Port Macquarie, wo gerade eine Pilotin eine Drohne mit Kamera zu einem Überwachungsflug losgeschickt hat.

Vor dem Surfclub von Crescent Head sitzt Archie unter einem Sonnenschirm und konzentriert sich auf sein Steuerungspult. Sekunden später sirrt es leise in der Luft, vier kleine Flügel rotieren um ein schwarzrotgelbes Flugobjekt und die 'DJI Matrice 4' setzt elegant auf ihrem mit H markierten Landeplatz auf. Einer von sechs 25-Minuten-Flügen, die der Drohnenpilot mit seinem Gerät an dem beliebten Surfspot an der Küste von New South Wales seit Sonnenaufgang schon absolviert hat, ist zu Ende. „Irgendwas Spannendes gesehen da draußen?“, will ein Longboarder im Vorbeigehen wissen. Viele Einheimische nehmen die Hai-Überwachung aus der Luft schon fast selbstverständlich. „Die letzten zwei Stunden nicht“, beruhigt Archie den Surfer mit dem langen Surfbrett und stellt sein Unmanned Aerial Vehicle (UAV) – so der offizielle Name der Drohne mit Lautsprecher und Kamera – auf die Ladestation. Am Vortag allerdings hatte er gleich mehrere große Fische auf dem Schirm. Sie waren auf dem Weg ins offene Meer, kein Grund für Panik. Aber ein Eintrag im Protokoll und ein 'Ping’ auf der SharkSmart-App.

Ein Drohnenpilot hält eine Drohne, die einen Lautsprecher hat, die Lautsprecher an  können Schwimmer und Surfer draußen im Meer vor Gefahren warnen.

Lautsprecher an den Drohnen können Schwimmer und Surfer vor Gefahren warnen.

Allen Mythen zum Trotz: Hai-Angriffe sind keine häufige Todesursache an Australiens Küsten. Seit Anfang 2024 wurden auf dem gesamten Kontinent sechs Begegnungen mit Haien registriert, die für Menschen tödlich endeten: Fünf Schwimmer und Surfer starben im Jahr 2025 und ein badender Junge Anfang 2026 in Sydneys Nielsen Park. Allein in den vergangenen zwölf Monaten starben derweil 312 Menschen durch Ertrinken in Australiens Flüssen, Pools und dem Meer, vollends ohne Hai-Beteiligung. Die Statistik tödlicher Haiangriffe zeigt fast die gleiche Ziffer: 313 sind es – allerdings summiert in den 235 Jahren seit Beginn der Zählung im Jahr 1791.

Tatsache ist aber auch: Es werden mehr Haie vor den Küsten beobachtet. Die Gründe dafür sind mannigfach und reichen von besserer Technologie (mehr„Augen in der Luft“ sehen schlicht mehr) über höhere Wassertemperaturen bis zu La Niña-Folgen. Und es gibt auch mehr Vorfälle. Die Zahl der Todesfälle durch Haibisse ist von durchschnittlich 1,7 pro Jahr in den 1950er Jahren auf bisher 3,8 in diesem Jahrzehnt gestiegen – wenngleich damals im Vergleich zu heute weit weniger Menschen im Wasser waren. Im Januar 2026, mitten in den australischen Sommerferien, kam es in nur 48 Stunden zu vier Angriffen, drei davon in der Nähe von Sydney. Dann griff Mitte Juni 2026 ein Weißer Hai eine 34-jährige Schwimmerin an Sydneys beliebtem Coogee Beach an und verletzte sie schwer. Kurz darauf stockte New South Wales sein Drohnen-Überwachungsprogramm an den Küsten mit 34 Millionen Australischen Dollar auf – umgerechnet gut 21 Millionen Euro. Seit Anfang Juli wird das Meer nun an 26 Sydney-Stränden und weiteren 70 Buchten an der Küste aus der Luft überwacht – 365 Tage im Jahr, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, mit Drohenkameras, die technisch immer versierter werden. Laut Chris Minns, Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten australischen Bundeslandes, ist es das „teuerste und umfassendste Programm seiner Art weltweit.“

Am Surfstrand von Crescent Head kontrolliert ein UAV-Pilot die Landung einer Drohne nach einem Beobachtungsflug.

Am Surfstrand von Crescent Head kontrolliert ein UAV-Pilot die Landung einer Drohne nach einem Beobachtungsflug.

Ein Hai in einer Luftaufnahmen ist das Symbol der SharkSmart-App, die sich Badende aufs Handy laden können, sie meldet Hai-Sichtungen von getaggten Haien ebenso wie von den Drohnen.

Die SharkSmart-App, die sich Badende aufs Handy laden können, meldet Hai-Sichtungen von getaggten Haien ebenso wie von den Drohnen.

Eine Drohne des Lebensretterdienstes startet über einem Strand an der Ostküste im australischen New South Wales zu einem routinemäßigen Patrouillenflug.

An der Ostküste von New South Wales startet eine Drohne zum routinemäßigen Patrouillenflug.

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