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Strompreise: Warum alle Verbraucher von der Photovoltaik profitieren

Дата публикации: 08-10-2026 03:00:09

Eine Analyse zeigt, dass die Photovoltaik die Preise an der Strombörse stark senkt. Grund dafür ist, dass die Anlagen weit günstiger Strom produzieren können als Kohle- und Gaskraftwerke. Das kommt allen Verbrauchern zugute – auch ohne eigene Solaranlage.

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Eine Analyse zeigt, dass die Photovoltaik die Preise an der Strombörse stark senkt. Grund dafür ist, dass die Anlagen weit günstiger Strom produzieren können als Kohle- und Gaskraftwerke. Das kommt allen Verbrauchern zugute – auch ohne eigene Solaranlage.

08.10.2026

4 Minuten

Lange Reihe von Photovoltaik-Modulen in einem Solarpark unter blauem Himmel

Am 27. September gab es an der Strombörse wieder einmal Geschenke: Zwischen 10:45 und 16:00 Uhr bekamen die Stromhändler Geld dafür, dass sie Strom abnehmen. Grund dafür war der wolkenlose Himmel in weiten Teilen des Landes, der viele Photovoltaik-Anlagen zu Höchstleistungen trieb.

Solche Situationen kommen im Sommerhalbjahr mittlerweile häufig vor. Der Photovoltaik-Ausbau senkt die Börsenpreise, mitunter in den negativen Bereich – an sonnigen Tagen bereits ab früh morgens und auch noch am späten Nachmittag.

Doch wer genau hat etwas davon? Wie wirken sich die niedrigeren oder gar negativen Börsenpreise auf die Stromrechnung von Haushalten und Unternehmen aus? Dazu hat das Beratungsunternehmen Enervis jetzt eine Analyse vorgelegt.

Aus ihr geht hervor, dass die Photovoltaik den Börsenpreis für Strom 2025 im Jahresdurchschnitt um fast 21 Prozent gesenkt hat. Da die Versorger die Beschaffungskosten an die Kunden weitergeben, schlägt sich dies in den Stromrechnungen nieder: Ein Vier-Personen-Haushalt hat laut der Enervis-Analyse durch die Photovoltaik im letzten Jahr fast 100 Euro gespart, ein typischer mittelständischer Industriebetrieb einen niedrigen sechsstelligen Betrag.

Die Analyse hat der Bundesverband Solarwirtschaft in Auftrag gegeben, eine Interessenvertretung der Photovoltaik-Branche. Sie hat dennoch hohe Aussagekraft, weil die Berechnungen allein auf Marktdaten sowie einem allgemein anerkannten Strommarkt-Modell basieren.

Photovoltaik wird mit Steuermitteln gefördert

Nicht berücksichtigt ist in der Rechnung allerdings, dass die Photovoltaik an anderen Stellen im Stromsystem Kosten verursacht. So müssen vielerorts die Verteilnetze ausgebaut werden, um den eingespeisten Solarstrom abtransportieren zu können. Dazu kommen die Entschädigungen, die Anlagenbetreiber erhalten, wenn sie ihren Strom aufgrund von Netzengpässen zeitweilig nicht einspeisen können. Diese und weitere Kosten werden über die Netzentgelte auf die Verbraucher umgelegt.

Kosten entstehen zudem dadurch, dass die meisten Anlagenbetreiber für den eingespeisten Strom eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten. Diese Vergütung wird seit Anfang 2025 aus dem Bundeshaushalt finanziert, also mit Steuermitteln. Sie belieft sich allein für die Photovoltaik im vergangenen Jahr auf knapp elf Milliarden Euro.

Die Enervis-Experten weisen darauf hin, dass der wirtschaftliche Wert des erzeugten Solarstroms 2025 mit 15,7 Milliarden Euro etwa 40 Prozent über den EEG-Förderkosten lag. Da sich der wirtschaftliche Wert in niedrigeren Strompreisen niederschlägt, bedeutet dies in der Gesamtrechnung, dass die Photovoltaik trotz der steuerfinanzierten EEG-Förderung alle Verbraucher finanziell entlastet.

Speicher entlasten private und öffentliche Kassen

Preisdämpfend wirkt sich auch aus, dass in den letzten zwei Jahren sehr viele große Batteriespeicher installiert wurden. Viele von ihnen dienen dem Stromhandel: Sie werden geladen, wenn die Börsenpreise gerade niedrig oder gar negativ sind, und bei hohen Preisen entladen. Damit glätten sie die Preiskurve. Da jedoch die preisdämpfende Wirkung durch das Entladen größer ist als der Aufschlag durch das Laden, sinkt der Durchschnittspreis.

Wie wirkt es sich auf den Strompreis aus, wenn noch weit mehr Speicher installiert werden? Das hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE jetzt untersucht. Die Forscher haben simuliert, wie sich die Börsenpreise entwickeln, wenn zu den rund 20 Gigawatt Batteriespeicher-Leistung, die bereits in Betrieb sind, noch einmal die gleiche Menge hinzu kommt. Dabei haben die Wissenschaftler angenommen, dass sämtliche Speicher am Stromhandel teilnehmen, was real bislang nicht der Fall ist. Als Basisjahr dient 2025.

Die Simulation zeigt, dass mit den zusätzlichen Speichern die Zahl der Stunden mit sehr hohen Börsenpreisen (über 200 Euro pro Megawattstunde) von 169 auf 20 sinkt. Zwischen 18 und 20 Uhr, wenn der Stromverbrauch seinen Höhepunkt erreicht, fällt der Preis im Schnitt von 130 auf 108 Euro pro Megawattstunde. Die Verbraucher werden durch diese und weitere Effekte um 410 Millionen Euro entlastet.

Noch stärker wirkt sich jedoch aus, dass zusätzliche Speicher den sogenannten „Marktwert Solar“ steigern. Er drückt aus, welchen Wert der Solarstrom am Strommarkt hat. Von diesem Marktwert hängt ab, wieviel Steuergelder für die Photovoltaik-Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aufgewendet werden müssen. Die Simulation der Fraunhofer-Forscher zeigt, dass eine Verdoppelung der Speicherleistung den EEG-Förderbedarf um jährlich bis zu 1,2 Milliarden Euro senkt.

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