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Zoo-logisch: Wie Geparden sich verwandeln, Geckos sich vor dem Austrocknen schützen und mehr …

Дата публикации: 30-09-2026 12:00:42

Die Tier-Reporter empfehlen in ihren News eine sehenswerte Filmdoku über das Birding und ein Kinderbuch zu Krabbeltieren. Außerdem Forschung zur Epigenetik von Geparden und den Hafthärchen von Geckos sowie ein eindrucksvoller Wettbewerb in Vogelstimmenimitation.

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Die Tier-Reporter empfehlen in ihren News eine sehenswerte Filmdoku über das Birding und ein Kinderbuch zu Krabbeltieren. Außerdem Forschung zur Epigenetik von Geparden und den Hafthärchen von Geckos sowie ein eindrucksvoller Wettbewerb in Vogelstimmenimitation.

30.09.2026

5 Minuten

Eine schlanke, große gefleckte Raubkatze auf einer ausgetrockneten Steppenwiese.

Zoo-logisch – die News-Rubrik der Tier-Reporter. Heute mit folgenden Themen:

Erforscht: Epigenetischer Wandel bei Geparden | Entdeckt: Austrocknungsschutz für Geckos | Empfohlen: Kinodoku begleitet Birder und ein Kinderbuch erklärt Kriech- und Krabbeltierchen | Erfreulich: Wettbewerb der Vogelstimmenimitierenden

Erforscht: Wenn Geparden sich verändern

Junge männliche Geparden streifen als sogenannte „Floater“ umher. Ein Revier erobern sie erst später im gefährlichen Kampf. Daraufhin ändern sich ihr Körperbau und ihr Verhalten. Sie legen deutlich an Gewicht zu, werden aggressiver und sesshaft.

Ein Team um Alexandra Weyrich vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin analysierte jetzt die zellbiologischen Veränderungen bei zehn namibischen Geparden während dieser Wandlung. Die Forschenden nahmen von jedem der Tiere zwei Blutproben – einmal, als es noch herumstreunte und ein zweites Mal, nachdem es ein territoriales Männchen geworden war.

Im Zuge der Wandlung hatte sich die Epigenetik im Zellkern verändert, also kleine biochemische Anhängsel an und neben der DNA. Dadurch wurden auch solche Gene anders reguliert, die bei der Entwicklung von Körperbau, Kopfform und Nervensystem beteiligt sind. Diese Gene „hängen mit genau den Merkmalen zusammen, die sich auch äußerlich verändern“, sagt Weyrich laut einer Pressemitteilung.

Ein bullig wirkender Gepard mit typisch geflecktem Fell starrt wie eingefroren in die Ferne.

Nach oft tödlich endendem Kampf werden Geparden zu territorialen Männchen. Dann sind sie kräftiger und aggressiver.

Auch wenn unklar bleibt, ob die epigenetischen Veränderungen die Wandlung der Geparden ausgelöst haben oder nur deren Folge sind, so belegt die Studie eindrucksvoll das große Veränderungspotenzial der gefährdeten Tierart. Das wiederum weckt Hoffnung, dass sich Geparden an zukünftige menschengemachte Bedrohungen anpassen können.

Das zugrundeliegende Phänomen der phänotypischen Plastizität ist jedenfalls von vielen Organismen bekannt – etwa von Wasserflöhen oder Stechpalmen. Es auch bei Geparden beobachtet zu haben, ist für Weyrich eine gute Nachricht: „Möglicherweise hilft Individuen diese epigenetische Flexibilität, um unterschiedliche Phänotypen auszubilden, was unter schnell veränderten Umweltbedingungen wichtig ist.“

Entdeckt: Schützen Härchen Geckos vor dem Austrocknen?

Geckos stellen nicht selten die Schwerkraft auf den Kopf. Ihre beeindruckende Fähigkeit, mit Hilfe feinster Hafthärchen an ihren Zehen senkrechte Wände hochzuhuschen und kopfüber an Decken zu hängen, ist gut untersucht. Doch nun zeigt sich, dass diese nanometergroßen Härchen offenbar noch eine andere lebenswichtige Funktion für die flinken Reptilien haben.

Vor allem bei Geckoarten, die in trockenen und halbtrockenen Regionen leben, bedecken die Nanohärchen die gesamte Haut. Forschende der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel sind überzeugt, dass die Härchen dabei helfen, die Feuchtigkeit an der Haut zu halten und somit die Eigenschaft besitzen, in trockenen und heißen Lebensräumen Wasser zu sparen.

Die detailgetreue Modellierung der Geckohaut im Computer zeigt, dass die Härchen Luft in ihren Zwischenräumen festhalten und so den Wasserverlust verringern. Ob dieser Effekt tatsächlich auf der Haut lebender Geckos auftritt, müssen allerdings Experimente noch belegen. Dafür will das Kieler Team in einem nächsten Schritt künstlich hergestellte oder von Geckos abgestreifte Haut eingehend untersuchen.

Ein hellblaues Reptil mit roten Punkten, das durch eine Scheibe von unnen fotografiert wurde.

Ein Tokay-Gecko haftet an einer Glasscheibe. Nanohärchen helfen dabei.

schwarz-weiß-Aufnahmen mit extremer Vergrößerung zeigen winzige, haarförmige Strukturen in großer Menge nebeneinander.

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen zeigen die winzigen Härchen, sogenannten Setulae, auf der Reptilienhaut.
Empfohlen: Kinofilm „Watching People Watching Birds“

Die zum Festivalstart an dieser Stelle schonmal empfohlene Doku „Watching People Watching Birds“ von Ulrike Franke und Michael Loeken flattert ab diesen Donnerstag deutschlandweit in die Kinos. Sie begleitet den berühmten US-Autor Jonathan Franzen und weniger berühmte, aber genauso passionierte „Birder“. Und sie macht dies so nah und sympathisch, dass man nach dem Kinobesuch völlig anders in den Himmel schaut – und auf einmal überall Vogelstimmen hört.

Im Gespräch mit Tier-Reporterin Katja Trippel erzählt das Filmemachenden-Paar, wie die Idee am Autobahnkreuz Duisburg-Kaiserberg entstand, und was sie während des Drehs von den unterschiedlichen Vogelfreundïnnen über die Natur und das Leben gelernt haben.

Den Trailer zum Film sowie Termine in Ihrer Stadt, evtl. sogar mit Kinogesprächen, finden Sie hier.

Foto zeigt Birder im Ruhrgiet - vor Industriekulisse.

Birding vor Industriekulisse im Ruhrgebiet
Empfohlen: Kriech- und Krabbeltierchen im Kinderbuch

Worin bin ich gut? Das fragen sich Tiere für gewöhnlich nicht, aber in Kinderbüchern tun sie es eben doch. Und dort kann das sehr schön sein. Zum Beispiel in Simona Smatanas „Kompostfranzi“, in dem sich der Regenwurm Franzi all die Tiere anschaut, die im heimischen Garten eifrig ihre Aufgaben erledigen. Und er selbst ist noch auf der Suche nach seiner Aufgabe.

Der kleine Regenwurm hat keinen Saugrüssel, und anders als dem Bienchen gelingt ihm das Fliegen nicht. Netze spinnen wie die Spinne klappt so ohne Beinchen auch nicht. Und ein Mistkügelchen zu rollen ist auch nicht sein Ding. Doch während Franzi all den anderen Tieren begegnet, gräbt er die Erde um – und findet en passant seine Aufgabe.

Auf Franzis Reise durch den Garten lernen Kinder die Aufgaben von eher unbeliebten Krabbel- und Kriechtierchen kennen – und erfahren ganz nebenbei, wie ein Kompost funktioniert. „Kompostfranzi“ von Simona Smatana mit wunderbar liebe- und humorvollen Illustrationen ist beim österreichischen Verlag leykam: erschienen.

Ein Buchcover mit der Zeichnung diverser Insekten und Würmer auf und in einem Komposthaufen.

Empfehlenswertes Kinderbuch: Kompostfranzi von Simona Smatana.
Erfreulich: Vogelstimmen-Wettbewerb in Polen kürt Siegerin

Wer singt, pfeift, zwitschert oder trillert in unserem östlichen Nachbarland am überzeugendsten ­– ganz ohne Technik, nur mit der eigenen Stimme? Diese Frage klärten gerade die dritten Polnischen Meisterschaften im Vogelstimmen-Imitieren in Warschau. 20 Finalistïnnen traten live vor Publikum und Jury an, um spontan verschiedene Vogelarten nachzuahmen. Dieses Video zeigt ein paar Highlights. Absurderweise sind die Übersetzungen der menschlichen Stimmen darin ganz grottig KI-generiert.

Siegerin wurde Irena Rosiewicz, unter anderem für ihre Interpretation des Zaunkönigs. Platz zwei ging an Marcin Mazurek (Graureiher), Platz drei an Zofia Mielcarek (Seeadler). Veranstaltet hat den Wettbewerb die polnische Vogelschutzorganisation OTOP gemeinsam mit dem Verein Krajobraz (Landschaft). Das Ziel, neben dem Spaß: Spenden sammeln für die Bürgerinitiative, die das mittlere Weichseltal zum UNESCO-Weltnaturerbe küren lassen will. Die Weichsel sei der letzte große Fluss Europas, der noch seinen ursprünglich-wilden Charakter bewahrt habe – Lebensraum für über 230 Vogelarten sowie Biber, Otter, Elche und sogar Wölfe.

Tiere brauchen Schutz, guter Schutz braucht Wissen.

So lautet das Motto der Tier-Reporter, einem Recherchekollektiv der Riffreporter.

Wie leben die anderen Tiere auf diesem Planeten? Was haben wir Menschen mit ihnen gemein? Können sie mit uns zusammenleben? Das fragen die erfahrenen Journalistïnnen des Teams, allesamt Expertïnnen für Zoologie in ihren Reports und Reportagen – und in diesen regelmäßig erscheinenden News.

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