Neue Betrugsmasche bei PayPal und WhatsApp: Kriminelle kapern Freundes-Chats und bitten um Geld. Ein Betroffener verlor so mehr als 1000 Euro. Wer nur dem Chat vertraut, kann schnell in die Falle tappen.

Fiese Masche mit WhatsApp und PayPal: Betrüger schmuggeln Geldanfragen in echte Chats mit Freunden.
Foto: d3sign / Getty Images, WhatsApp, PayPal
Neue Betrugsmasche bei PayPal und WhatsApp: Kriminelle kapern Freundes-Chats und bitten um Geld. Ein Betroffener verlor so mehr als 1000 Euro. Wer nur dem Chat vertraut, kann schnell in die Falle tappen.
Wer eine Geldforderung über WhatsApp erhält, sollte künftig besonders vorsichtig sein. Kriminelle kapern offenbar
Accountsund nutzen bestehende Chatverläufe, um sich als Freunde oder Bekannte auszugeben. Ein Betroffener überwies auf diese Weise mehr als 1000 Euro an Betrüger, wie
Mimikamaberichtet.
Der WhatsApp-Nutzer erhielt eine Nachricht von einer vermeintlichen Freundin, die dringend Geld benötigte. Diese Nachricht kam im gewohnten Chat mit der Freundin. Sie bestätigte auch gleich, dass der Empfänger korrekt ist. Erst später stellte sich heraus: Hinter den Nachrichten steckten Betrüger. Offenbar hatten sie
Zugriff auf den WhatsApp-Accountder Freundin erhalten.
Der Fall zeigt, dass selbst ein vertrauter Chatverlauf kein verlässlicher Echtheitsnachweis mehr ist. Haben Kriminelle Zugriff auf ein Konto oder eine aktive WhatsApp-Sitzung, können sie nicht nur neue Nachrichten verschicken, sondern auch auf Rückfragen reagieren. Wer Geld verschicken will, sollte daher auf einem anderen Weg, etwa per Telefonat, sichergehen, dass auch alles stimmt.
So gelangen Betrüger an WhatsApp-KontenAls möglicher Angriffsweg gelten
gefälschte Umfragen oder Abstimmungen. Dabei werden Nutzer dazu gebracht, einen QR-Code zu scannen oder einen Kopplungscode für "Verknüpfte Geräte" einzugeben. So können Angreifer ihr eigenes Gerät mit dem WhatsApp-Konto des Opfers verbinden und Nachrichten mitlesen oder selbst versenden. Ob dies auch im aktuellen Fall passiert ist, ist laut Mimikama allerdings nicht bekannt.
Nutzer sollten daher regelmäßig die Liste der verknüpften Geräte in WhatsApp kontrollieren. Taucht dort ein unbekanntes Gerät auf, sollte es sofort entfernt werden. Wie Sie das machen, erklärt Computerbild im Ratgeber
"Wurde Ihr WhatsApp gehackt?".
Besonders bitter: Das Geld wurde per PayPal über die Option "Freunde und Familie" verschickt. Für solche privaten Geldsendungen greift kein Käuferschutz. Wer auf eine Betrugsmasche hereinfällt, hat deshalb kaum Chancen, sein Geld zurückzubekommen.
PayPal warnt auf seinen Hilfeseiten ausdrücklich davor, die Funktion für Zahlungen an Unbekannte oder bei verdächtigen Forderungen zu nutzen. Stattdessen sollten Betroffene die Kommunikation abbrechen, Beweise sichern und den Vorfall gegebenenfalls den Behörden melden.