Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Pfleger Ricardo Lange: „Für den Kinderlosen-Zuschlag habe ich überhaupt kein Verständnis“

Дата публикации: 07-10-2026 06:17:00

Dass Kinderlose mehr in die Pflegekasse einzahlen sollen, erzürnt Intensivpfleger Ricardo Lange. Zudem meint er: Kinderlose werden Pflegekassen nicht retten.

Основное содержимое страницы с новостью.

Dass Kinderlose mehr in die Pflegekasse einzahlen sollen, empört den Intensivpfleger Ricardo Lange. Zudem meint er: Die Kinderlosen werden die Pflegekassen nicht retten.

Wer keine Kinder hat, zahlt in Deutschland bei der Pflegeversicherung einen Zuschlag. 2027 soll er weiter steigen. Noch ist das Gesetz dazu nicht in Kraft.

„Dass Kinderlose jetzt mehr für die Pflege zahlen sollen, ist für mich eine Unverschämtheit“, empört sich der Intensivpfleger Ricardo Lange im Gespräch mit FOCUS online. „Ich finde es absolut diskriminierend. Zudem werden die Kinderlosen die Pflegekassen nicht retten.“ Das Milliardenloch sei allein damit nicht zu stopfen.

Über Ricardo Lange

Ricardo Lange ist Intensivpfleger in Berliner Kliniken, Autor und einer der bekanntesten Pflegeaktivisten Deutschlands. Während der Corona-Pandemie übte er deutliche Kritik an den Zuständen im Gesundheitswesen. Seitdem setzt er sich öffentlich für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege ein.

Die Vertreter der Bundesregierung betrachten das anders: Die Mehreinnahmen aus der Anhebung des Kinderlosen-Zuschlags geben sie im Gesetzentwurf für 2027 mit rund 3,3 Milliarden Euro an.

Den Zuschlag müssen Beschäftigte allein tragen, eine Beteiligung des Arbeitgebers gibt es nicht. Er gilt für kinderlose Mitglieder ab dem 23. Lebensjahr. Ausgenommen sind unter anderem bestimmte Menschen mit Behinderung sowie Bürgergeld-Beziehende. Warum jemand keine Kinder hat, spielt für die Beitragspflicht keine Rolle.

Intimste Gründe, warum jemand kinderlos ist

„Es gibt zum Beispiel auch Frauen, die missbraucht wurden und die deswegen keine Kinder mehr haben können oder gar nicht wollen“, gibt Ricardo Lange zu bedenken. „Jeder hat die intimsten Gründe, warum er keine Kinder hat. Und ich finde, in einer Solidargemeinschaft sollten wir den Beitrag nicht daran bemessen, wer einen größeren oder geringeren Nutzen für die Gesellschaft hat.“

ANZEIGE

ANZEIGE

Kinderlose sind nicht die Nutznießer

„Als jemand, der aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder bekommen kann, habe ich für den Kinderlosen-Zuschlag überhaupt kein Verständnis“, führt Lange weiter aus. Würde er seinen Kinderwunsch mit seiner Frau und künstlicher Befruchtung lösen, müsste er mehrere tausend Euro aus eigener Tasche bezahlen. Daher spricht der Pfleger sich dafür aus, dass es andere Mittel und Wege für die Pflegekassen geben müsse, „ohne dass man eine Gruppe bevorteilt oder benachteiligt“.

Denn natürlich seien Kinder teuer. „Aber im Umkehrschluss zu sagen, dass Kinderlose die Nutznießer des Systems sind und kein Geld investieren, stimmt so nicht, weil ein kinderloser Single hat heute schon eine der höchsten Steuerabgaben weltweit.“ Darüber hinaus würden Kinderlose diverse Posten mitfinanzieren, etwa die Familienversicherung, Elternzeit, Kindergeld oder Unterhaltsvorschuss.

Pflegereform ist Kürzungspaket

Im Prinzip sei das geplante Gesetz keine Pflegereform, sondern „einfach ein Kürzungspaket“, urteilt der Pfleger. „Wir bräuchten den Mut, alles komplett neu aufzusetzen und umzustrukturieren, damit es funktioniert.“ Bedeutet für ihn konkret: Mehr in Prävention investieren, um Krankheiten vorzubeugen und nicht im Nachgang teils teuer behandeln zu müssen.

Die Zivilisationskrankheiten ließen sich zum größten Teil vermeiden. Wer mit einem bewussten, gesunden Lebensstil Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes vorbeugt, reduziert sein Risiko für schwere Folgekrankheiten wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und viele Krebsarten.

In Deutschland sind rund 38 Millionen Erwachsene übergewichtig, etwa 20 Millionen Menschen leiden an Bluthochdruck und rund elf Millionen an Diabetes. Ein chronisch Kranker kostet das Gesundheitswesen viel Geld, betont Lange. Ein Umdenken mit dem Ziel, mehr Krankheiten zu verhindern, würde der Solidargemeinschaft also enorme Summen sparen. Geld, das der Pflege zur Verfügung stehen könnte.

Die Behandlung von Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und ihren Folgeerkrankungen kostet das deutsche Gesundheitswesen jedes Jahr viele Milliarden Euro. Allein die gesamtgesellschaftlichen Kosten von Übergewicht und Adipositas werden auf rund 63 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Für Diabetes gehen Experten von mindestens 21 Milliarden Euro pro Jahr aus, wenn auch Folgeerkrankungen berücksichtigt werden.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Intensivpfleger Ricardo Lange: „Pflege ist eine Investition“08.5930-09-2026
2Pflegereform: „Beitragszahlende zusätzlich belastet“ – So viel müssen Beschäftigte und Arbeitgeber mehr zahlen09.4201-10-2026
3Pflegereform: Erste Hilfe für die Pflege – Warum Kinderlose mehr zahlen sollen09.8330-09-2026
4Altersvorsorge: Rente netto – das kassieren Kranken- und Pflegekasse monatlich08.4601-10-2026
5Pflegeversicherung: Kabinett beschließt Pflegereform – Kinderlose zahlen ab 2027 mehr015.6530-09-2026
6Pflegereform: Kabinett beschließt Neuordnung der Pflegeversicherung09.0530-09-2026
7Soziale Sicherung: Koalitionskrach um die Pflege – und was die SPD-Vorschläge kosten würden08.1628-09-2026
8„Weiß nicht, ob ich Schwangeren noch gratulieren kann” 018.3320-08-2026
9„Man wünscht mir nichts Gutes“: Forscher will kinderlosen Männern helfen und kastriert Affen09.402-10-2026
10"Nutznießer"-Aussage: Warum Kinderärzte sauer auf Merz sind07.9404-09-2026

Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 11.07. Источник: rss.focus.de.