Auch billige Rapsöle sind „gut“ laut Stiftung Warentest. Das trifft sowohl auf raffinierte als auch kalt gepresste Produkte zu.
Ob zum Anbraten oder Backen: Rapsöl kann vielseitig eingesetzt werden. Stiftung Warentest hat nun 24 vielverkaufte Rapsöle unter anderem auf Schadstoffe getestet. Das Ergebnis ist erfreulich.
Rapsöl ist das am meisten verkaufte Speiseöl in Deutschland. In den sozialen Medien war das Öl in letzter Zeit allerdings in Verruf geraten und musste sich wüste Anschuldigungen gefallen lassen. So behaupteten mehrere Influencer, dass Rapsöl wegen der enthaltenen Erucasäure Entzündungen und Krebs errege. Im Tierversuch hatte die Fettsäure zu Herzverfettung geführt.
Alles Unsinn, zeigt nun Stiftung Warentest. Das Verbrauchermagazin hatte 24 vielverkaufte Rapsöle getestet, unter anderem auf Schadstoffe, chemische Qualität und Erucasäuren-Gehalt.
Das Resultat ist deutlich: 22 Öle schnitten im Test „gut“ ab. Dazu zählten sowohl kalt gepresste als auch raffinierte, teure (11,04 Euro) sowie günstige (1,59 Euro) Öle.
Keines der Produkte enthielt kritische Gehalte an Pestiziden, Weichmachern oder Mineralölkohlenwasserstoffen. Außerdem kam kein Rapsöl auch nur annähernd an den EU-Grenzwert für Erucasäure heran. „So ein tolles Ergebnis haben wir selten in einem Lebensmittel-Test“, erklären die Warentester.
Die beiden besten raffinierten Rapsöle waren laut Stiftung Warentest
Als das günstigste Rapsöl, das am besten abschnitt, kristallisierte sich
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heraus. Es kostet im Handel 1,59 Euro.
Alle drei Öle überzeugten durch ihre sehr gute beziehungsweise gute chemische Qualität sowie die geringe Menge an Schadstoffen. Auch hinsichtlich der Sensorik fällten die Warentester ein sehr gutes Urteil: Die Rapsöle schmeckten und rochen produkttypisch neutral.
Das beste Rapsöl – „Bellasan“ – war gleichzeitig auch eines der beiden günstigsten nativen Rapsöle. Die Warentester attestierten beiden Produkten eine gute beziehungsweise sehr gute chemische Qualität sowie unkritische Gehalte an Schadstoffen.
Ebenso lobten sie die sehr gute Sensorik, also unter anderem die deutlich saatige und sehr leicht holzig-strohige Geschmacksnote sowie das klare, goldgelbe Aussehen.
Darüber hinaus gaben die Experten in puncto Erucasäure Entwarnung. Für die einfach ungesättigte Fettsäure, die von Natur aus in Kreuzblütlern wie Raps vorkommt, gilt in der EU ein Grenzwert. Demnach dürfen Rapsöle nicht mehr als zwei Prozent Erucasäure enthalten – wegen der mutmaßlich negativen Auswirkungen auf die Herzgesundheit.
Im Test zeigte sich, dass keines der Rapsöle auch nur annähernd an diesen Grenzwert herankam. In acht Ölen war die Fettsäure nicht nachweisbar, die restlichen Produkte wiesen einen durchschnittlichen Anteil von nur 0,2 Prozent auf.
Raffiniertes Rapsöl
Scharf anbraten: Für das scharfe Anbraten von Fleisch eignet sich raffiniertes Rapsöl laut Stiftung Warentest besonders gut, da es auch bei Temperaturen über 180 Grad stabil bleibt.
Backen: Wer beim Backen auf Butter verzichten möchte, kann stattdessen zu raffinierten Ölen greifen. Sie schmecken neutral und sind hitzebeständig. Stiftung Warentest empfiehlt 100 Gramm Butter durch 80 Gramm Öl und 20 Milliliter Wasser oder Milch zu ersetzen.
Frittieren: Raffiniertes Öl hält die Hitze beim Frittieren aus und ermöglicht es den Frittieraromen, sich zu entwickeln.
Kalt gepresstes Rapsöl
Salat anmachen: Aufgrund seines saatigen, nussigen Geschmacks kann kalt gepresstes Rapsöl Salate aufpeppen – insbesondere Kopfsalat oder Spitzkohl. Raffiniertes Rapsöl hingegen steuert keinen Geschmack bei.
Dünsten: Fisch und Gemüse lassen sich mit kalt gepresstem Rapsöl gut dünsten. Je geringer die Temperatur, desto mehr Aroma bleibt erhalten.