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Arzt untersucht Baby nach Geburt – 80 Kilometer entfernt

Дата публикации: 07-09-2026 09:46:00

In immer mehr bayerischen Geburtskliniken soll Telemedizin die fehlende kinderärztliche Versorgung ausgleichen. Seit Juni können Spezialisten der Kinderklinik Passau bei Notfällen zugeschaltet werden und Neugeborene mithilfe von Kameras aus der Ferne beurteilen.

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In immer mehr bayerischen Geburtskliniken soll Telemedizin die fehlende kinderärztliche Versorgung ausgleichen. Seit Juni können Spezialisten der Kinderklinik Passau bei Notfällen zugeschaltet werden und Neugeborene mithilfe von Kameras aus der Ferne beurteilen.

In der Rottal-Inn Klinik in Eggenfelden kommt das Verfahren bei der Geburt des kleinen Ludwig zum Einsatz. Ein Kinderarzt ist vor Ort nicht verfügbar, dafür steht das Telemedizin-System bereit. Während des Kaiserschnitts befindet sich Benedikt Steif, Kinderarzt und Spezialist für Neugeborenen-Intensivmedizin, rund 80 Kilometer entfernt in der Kinderklinik Passau.

Über Monitore kann er sich in den Kreißsaal zuschalten und die Untersuchung unterstützen. Seit Juni wurde der Tele-Neugeborenen-Notarzt bereits etwa 50-mal eingesetzt – unter anderem bei Wiederbelebungen und notwendiger Atemunterstützung.

Medizinische Hilfe bei rund zehn Prozent aller Neugeborenen nötig

Der Tele-Neugeborenen-Notarztdienst soll die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen verbessern. Unter der Federführung der Kinderklinik Passau sind inzwischen mehr als 20 Krankenhäuser in Bayern miteinander verbunden.

Rund zehn Prozent aller Neugeborenen benötigen nach der Geburt medizinische Hilfe. Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Vitalität müssen deshalb unmittelbar überprüft werden. Bei der kleinen Annika war ebenfalls in Eggenfelden eine Unterstützung bei der Atmung erforderlich, weil ihre Lunge noch nicht vollständig entwickelt war. In solchen Situationen kann das Geburtsteam schnell auf die Fachkompetenz aus Passau zurückgreifen.

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Telemedizin gibt Geburtsteam zusätzliche Sicherheit

Ludwigs Geburt verläuft zunächst problemlos. Bei der anschließenden Untersuchung fällt jedoch eine leichte Auffälligkeit bei der Atmung auf. Das Team in Eggenfelden alarmiert deshalb den Passauer Spezialisten. Steif lässt ein Monitoring anlegen, um Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung zu überprüfen. Nach der Untersuchung beurteilt er die Atmung als unauffällig und empfiehlt, das Kind warm zuzudecken und an den Füßen leicht zu stimulieren.

Wenige Minuten später ist die telemedizinische Untersuchung beendet. Eine akute Notfallsituation liegt nicht vor. Die Zuschaltung gibt dem Geburtsteam jedoch zusätzliche Sicherheit.

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