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Stadtgespräch Krefeld: Kleine Geschichten, große Flughöhe

Дата публикации: 13-10-2026 13:00:00




Ein Ehepaar verzichtet auf Geschenke und bedenkt lieber junge Familien. Ein Azubi wird zum Besten seines Jahrgangs. Und Kinder erleben beim Rundflug über den Egelsberg ihren ersten Blick von oben. Es sind Geschichten wie diese, die Krefeld prägen.



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Stadtgespräch Krefeld Kleine Geschichten, große Flughöhe

13.10.2026 · 15:00 Uhr

Helga und Josef Mosch kennen sich seit Kindertagen. Zur Diamantenen Hochzeit sammelten sie nun Spenden für den Kinderschutzbund.

Helga und Josef Mosch kennen sich seit Kindertagen. Zur Diamantenen Hochzeit sammelten sie nun Spenden für den Kinderschutzbund.

Foto: Kinderschutzbund

Serie | Krefeld · Ein Ehepaar verzichtet auf Geschenke und bedenkt lieber junge Familien. Ein Azubi wird zum Besten seines Jahrgangs. Und Kinder erleben beim Rundflug über den Egelsberg ihren ersten Blick von oben. Es sind Geschichten wie diese, die Krefeld prägen.

Oft sind es die kleinen Geschichten und Nachrichten, die zeigen, was eine Stadt wirklich ausmacht. Mit Menschen, die an jene denken, denen es nicht so gut geht. Oder mit Menschen, die Freundschaften über Jahrzehnte pflegen. Und mit Menschen, die ihr Bestes geben, um zu den Besten zu gehören. Zeit für ein neues Stadtgespräch.

„Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ Dieser Ausspruch des Philosophen Albert Schweitzer mag in unserer zunehmend zynischen Zeit ein wenig kitschig klingen, doch er ist wahrhaftig, wie Helga und Josef Mosch aus Traar nun bewiesen haben. Im September haben sie Diamantene Hochzeit gefeiert, sind also 60 Jahre verheiratet. Bei ihrer Feier verzichteten sie auf Geschenke und sammelten stattdessen Spenden für den Krefelder Kinderschutzbund: 1000 Euro sind so für das Projekt „Frühe Hilfen“ zusammengekommen. Unter dem Titel fasst der Kinderschutzbund eine ganze Reihe von Angeboten zusammen, die sich an Schwangere und Familien mit Säuglingen oder Kleinkindern bis zum dritten Lebensjahr richten. Die Maßnahmen sollen die Erziehungskompetenz von Eltern frühzeitig stärken und Überlastungen (zum Beispiel finanzielle Sorgen) abfangen.

„Wir blicken auf 60 glückliche Ehejahre und ein erfülltes Familienleben in Geborgenheit zurück. Dieses Glück ist nicht selbstverständlich“, erklärt das Ehepaar Mosch zu seiner Spende. „Wir möchten jungen Familien in Krefeld, die es nicht so leicht haben, von Anfang an einen ebenso behüteten Start ins Leben ermöglichen.“ Die Jubilare kennen sich in der Tat seit Ewigkeiten: Bereits im Kindergarten kreuzten sich ihre Wege. Während Josef zeitlebens in Traar wohnte, machte Helga einen Zwischenstopp in Uerdingen. In „ihrem“ Stadtteil Traar bauten die beiden sich jedoch dann ein Leben auf mit ihrem Sohn und den Enkeln gleich nebenan.

★★★

Der 22-jährige Luis Kleiner hat seine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann in Krefeld mit Bestnoten abgeschlossen.

Der 22-jährige Luis Kleiner hat seine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann in Krefeld mit Bestnoten abgeschlossen.

Foto: IHK Mittlerer Niederrhein/Felix Küster

Ein Abschluss, sei es in der Schule oder in einer Berufsausbildung, ist für sich genommen ja schon ein Erfolg. Wenn man es dann aber sogar noch im Vergleich mit anderen aufs Treppchen schafft, dann ist das die berühmte Kirsche auf der Sahne. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein hat dafür einen eigenen Begriff: Bestenehrung. Insgesamt, so heißt es in einer Mitteilung der IHK, haben 3378 Auszubildende in diesem Jahr ihre Prüfung abgeschlossen – 179 von ihnen erreichten die Note „Sehr gut“. In der Höheren Berufsbildung erhielten 243 von 418 Absolventinnen und Absolventen Bestnoten.

Einer der besten ist Luis Kleiner: Der 22-Jährige hat seine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann bei der Reinblick Event-Agentur in Krefeld mit Bestnoten abgeschlossen und ist auch weiterhin für das Unternehmen tätig. „Eine Ausbildung ist immer eine sehr gute Möglichkeit, um neue Erfahrungen zu sammeln und Fähigkeiten zu erlernen. Und mit meinem Berufsabschluss kann ich meine eigenen Fähigkeiten nachweisen und leichter einen Beruf finden“, sagt er und rät damit jungen Menschen, sich ebenfalls für eine Ausbildung zu entscheiden. Dass er bei der Prüfung gut abschneiden würde, habe er sich schon vorstellen können – aber dass er zu den Besten zählen würde, damit habe er dann doch nicht gerechnet.

Im Zuge der Bestenehrung verteilte die IHK auch Auszeichnungen an Betriebe und Berufskollegs. Hier gingen gleich mehrere Preise nach Krefeld: Canon Deutschland wurde als bester Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet, bestes Berufskolleg wurde die Kaufmannschule Krefeld. Auch besonders engagierte Erstausbilder wurden gewürdigt: Als bester Betrieb in diesem Bereich wurde das Piercingstudio BodyArt mit der Auszubildenden Laura Lozupone ausgezeichnet, ebenso wie wiederum die Kaufmannschule.

★★★

40 Jahre Abi feierten diese früheren Marienschülerinnen mit einer Klassenfahrt an die Mosel.

40 Jahre Abi feierten diese früheren Marienschülerinnen mit einer Klassenfahrt an die Mosel.

Foto: Andrea Harig-Sistig

Schon etwas länger her ist dagegen der Schulabschluss des Jahrgangs von 1986 der Marienschule Krefeld: Vor 40 Jahren haben die ehemaligen Schülerinnen dort ihr Abitur gemacht und sich selbst jetzt mit einer Klassenfahrt an die Mosel belohnt. Eigentlich, so schildern es die Teilnehmerinnen in einer Nachricht an unsere Redaktion, treffen sie sich sonst jedes Jahr „nur“ zu einem Abendessen. Einmal im Jahr kämen sie zusammen, um Erinnerungen auszutauschen, alte Geschichten wieder aufleben zu lassen und die Gemeinschaft zu pflegen, die sie schon in ihrer Schulzeit ausgezeichnet habe, „zu einer Zeit, als die Ursulinenschwestern noch in der Schule lebten und unterrichteten“. Nun sollte es also etwas Besonderes sein, und so führte die Jubiläumstour an die Mosel mit Wanderungen und geselligen Abenden in den Weindörfern. Am Ende stand eine Erkenntnis: Es ist doch fast wie früher.

★★★

Oberbürgermeister Frank Meyer (l.) führte neue Beamtinnen und Beamte der Krefelder Polizei durchs Rathaus.

Oberbürgermeister Frank Meyer (l.) führte neue Beamtinnen und Beamte der Krefelder Polizei durchs Rathaus.

Foto: Stadt Krefeld/A.Bischof

Eine besondere Begrüßung gab es jetzt im Rathaus: Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) hat rund 40 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krefelder Polizei in der Stadt willkommen geheißen. Dieser offizielle Empfang findet seit 2018 in jährlicher Taktung statt, informiert die Stadt dazu. „Das ist ein Zeichen der Wertschätzung für Ihre Bereitschaft, sich für unser Gemeinwesen und unsere Stadt einzusetzen. Sie stützen unsere Demokratie und Freiheit an entscheidender Stelle. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar“, sagte Meyer. Am 1. September haben 39 neue Polizeibeamtinnen und -beamte die Behörde in Krefeld verstärkt. Darüber hinaus wurden im Laufe des Jahres bereits fünf Verwaltungsbeamte und sieben Regierungsbeschäftigte eingestellt. Auch sie wurden ins Rathaus eingeladen.

Der Verein für Segelflug Krefeld hatte krebskranke Kinder und ihre Familien zum Flugnachmittag auf den Egelsberg eingeladen – zum mittlerweile zehnten Mal.

Der Verein für Segelflug Krefeld hatte krebskranke Kinder und ihre Familien zum Flugnachmittag auf den Egelsberg eingeladen – zum mittlerweile zehnten Mal.

Foto: Petra Verhasselt / Förderverein zugunsten krebskranker Kinder Krefeld e.V.

★★★

Aus der Vogelperspektive, ganz, ganz, ganz oben, wenn die Welt ganz klein aussieht – dann geschieht dies vielleicht auch mit den eigenen Sorgen, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Das ist ein Gedanke einer Aktion, die jetzt bereits ihren zehnten Geburtstag feierte: Einmal im Jahr lädt der Verein für Segelflug Krefeld (VfS) den Förderverein zugunsten krebskranker Kinder in Krefeld auf den Egelsberg ein. Jetzt war es wieder so weit: Im Hangar gab es Waffeln und eine Bastelaktion, mit einem Motorrad samt Beiwagen und einem Golfcart konnten die Familien das Gelände erkunden. Höhepunkt war aber natürlich etwas anderes: Ein Motorflugzeug, zwei Ultraleichtflugzeuge und ein Segelflieger standen für Rundflüge über Krefeld bereit. Für einige Kinder war es das erste Mal, dass sie in ein Flugzeug stiegen. Für die Pilotinnen und Piloten und die vielen Helferinnen und Helfer des Vereins gab es im Anschluss als Dankeschön einen großen Korb Schokolade. Größte Belohnung, so lautet das Fazit der Organisatoren, sei aber der Dank in den Gesichtern der Kinder gewesen.

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